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Geschichten aus einer vergangenen Zeit

Reiskirchen | Wie immer bringt die Beschäftigung mit der Heimat oft Neues und unerwartetes ans Licht. Und manchmal auch ganz Altes. So erging es mir auch mit dem Dünsberg. Schon als Kind sprang er mir immer wieder als markante Landmarke ins Auge. Schaute frech über die Waldkante wenn ich im Bus von der Schule nach Hause fuhr. Regte meine Fantasie an. Ab 2001 hatte ich dann die Gelegenheit als Grabungshelferin unter fachkundiger Anleitung über mehrere Jahre hinweg an der Aufdeckung einer alten Kultur mit zu wirken.

Mit einiger Vorstellungskraft ausgestattet, ging bei so manchem Fund den wir machten, bei mir sofort das Kopfkino los. An so manchem Gegenstand konnte man auch nach 2000 Jahren noch das Wirken von Menschen ganz konkret sehen: Sei es der abgebrochene Fingernagel, der im Ton einer Schale verewigt wurde, seien es reparierte Brunnenauskleidungen, Scherben mit individueller Verzierung und vieles mehr. Wer waren diese Menschen und wie haben sie gelebt?

In dieser losen Reihe von Geschichten möchte ich meine Idee vom Leben in der Zeit vor rund 2000 Jahren als Geschichten darstellen. Das kann natürlich immer
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nur Fiktion sein. Wissenschaftlich haben uns die Menschen von damals nichts hinterlassen was -außer ein paar archäologischen Funden- auf ihr konkretes Leben hinweisen würde. Ich werde mich allerdings bemühen, nicht gar zu weit von den wissenschaftlichen Erkenntnissen abzuschweifen in den Geschichten. Namen und Ortsbezeichnungen habe ich der Übersichtlichkeit halber eher modern gewählt


Nachmittag

"Eller, Eller, erzähl' uns eine Geschichte!" Die Kinder umschwärmten Helori wie Wespen das Obst in diesem Herbst.

Helori saß im milden Sonnenschein dieses Spätherbsttages auf der Bank vor ihrem Haus. Den ganzen Tag hatte sie Obst geputzt, geschnitten und auf Schnüre gefädelt, damit die Fruchtstücke gut trocknen konnten, als süßer Vorrat für die Kinder... und auch für die Erwachsenen.

"Eller! Bitte bitte! Eine Geschichte! Eine von früher! Eller!" quengelten die Kinder.

Seufzend öffnete Helori die Augen. Vor ihr war die Gruppe der kleinen Kinder, zwischen dem Alter wo sie laufen konnten und dem Alter, wo sie schon geschickt und stark genug waren, den Erwachsenen bei der Arbeit zu helfen. Diese Gruppe tobte den ganzen Tag lärmend durch das Dorf und die angrenzenden Felder und Hecken.

Helori richtete ihren schmerzenden Rücken auf der Bank auf.
"Na gut. Dann will ich euch mal eine Geschichte erzählen. Setzt Euch und hört zu!"

Wie der Blitz hatten sich die Kinder vor ihr hingesetzt. Das Plappern, Quieken und Schreien erstarb. Eines der Nesthäkchen streckte die Ärmchen aus. Helori hob sie auf ihren Schoß.

"Vor langer langer Zeit, in unserer alten Heimat" begann Helori.

Vor ihrem inneren Auge gewannen die Erzberge an der Lahn und die fruchtbaren Auwiesen an Gestalt. Auch der Festungsberg, auf dem sie aufgewachsen war. Die Wälder voller Wild, Beeren und Pilze, die verstreuten Bauernhöfe zwischen den Äckern auf den Terrassen am Flussufer und die zwei Wächterberge, die den Festungsberg beschützten.

"Damals als ich noch jung war..." setzte sie an. Die Kinder lauschten aufmerksam.

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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
10.226
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 08.09.2011 um 11:28 Uhr
Da bin ich mal gespannt, was und wie es die Kelten in ihrer Jugend getrieben haben ...
Ulrike J. Schepp
1.180
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 08.09.2011 um 13:47 Uhr
HiHiHi...
Bunt! Bunt natürlich...!
Ingrid Wittich
19.718
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 11.09.2011 um 15:41 Uhr
Ich warte jetzt gespannt auf die bunte Fortsetzung.
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von:  Ulrike J. Schepp

offline
Interessensgebiet: Reiskirchen
Ulrike J. Schepp
1.180
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