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Die Kelten - 5. Druiden, Götter und Gelehrte

Stonehenge  wurde nicht von den Kelten erbaut. - Quelle: Wikipedia - Fotograf: Operarius - Lizenz: <a href=http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.de>Creative Commons CC-SA-BY 3.0</a>
Stonehenge wurde nicht von den Kelten erbaut. - Quelle: Wikipedia - Fotograf: Operarius - Lizenz: Creative Commons CC-SA-BY 3.0
Reiskirchen | Über die Religion der Kelten wissen wir sehr wenig - und auch wenn es uns in vielen Unterhaltungsfilmen versucht wird einzureden: Stonehenge wurde nicht von den Kelten erbaut. Zu deren Zeit war es schon mehrere tausend Jahre alt.

Die Kelten verehrten eine Vielzahl von Göttern, welche unterschied sich vermutlich von Stamm zu Stamm. Außerdem waren sie Animisten, d.h. sie sahen alle Teile der sie umgebenden Natur als beseelt an. Auf ihre Vorstellungen gehen viele der Elfen und Zwerge, der Wasser-, Baum- und Luftgeister zurück, die sich heute noch in vielen unserer Märchen und Sagen bis hin zu so Modernen Filmen wie dem "Herr der Ringe" finden.

Die hier gemachten Angaben können im keltischen Kulturraum Europa als Beispiel verstanden werden. lokale Abweichungen sind nicht nur möglich sondern wahrscheinlich.

In den weiteren Ausführungen beziehe ich mich auch wieder auf ein Werk des Keltologen Raimund Karl, der sich darin zur Frage auslässt, welche wirklich handfesten Informationen zur Religion der Kelten überhaupt vorhanden ist.

Die religiösen Funktionäre
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Kelten (30)
Aus den Überlieferungen kennen wir ganz besonders die Druiden die in der keltischen Gesellschaft die Funktion eines Universalgelehrten inne hatten. Sie waren in langjährigen Studien - die Rede ist von einer Studienzeit von 40 Jahren - gebildet in den Bereichen der Naturwissenschaften, Recht, Geschichte und Philosophie. Sie waren Berater der Clanchefs und Kleinkönige, sie sprachen Recht und leiteten religiöse Zeremonien.

Heutige selbsternannte "Druiden" können solche Ansprüche als Universalgelehrte bei weitem nicht mehr erfüllen - der letzte deutsche Universalgelehrte der Neuzeit war Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716). Danach fand aufgrund des enormen Wissenszuwachses eine stärker werdende Spezialisierung der Wissenschaftler statt.

Der lange Weg zum Druiden begann nach einer Grundausbildung und Lehrzeit als Barde wo neben Liedern über Helden und den Alltag auch die Geschichte in mündlicher Form weiter erzählt wurde. Einen voll ausgebildeten Barden konnte man nicht nur als Sänger und Geschichtenerzähler sondern im damaligen Sinn auch als Historiker sehen, der das Wissen über die Vergangenheit für die Gegenwart aufbereitete.

Im nächsten Stand, den Ovaten wurde die Ausbildung
Matronenaltar
Matronenaltar
auf Mathematik, Religionskunde und Philosophie erweitert. Ovaten waren auch als Priester bei religiösen Zeremonien tätig und interpretierten die Opfergaben und lasen beispielsweise aus dem Fall von Knochen oder Eingeweiden ab, ob das Opfer angenommen wurde und welche Auswirkung es auf die Zukunft hatte.

Barden, Ovaten und Druiden waren alle an der Durchführung religiöser Zeremonien beteiligt. Doch wie sah ihre spirituelle Welt aus?

Das keltische Pantheon

Der Himmelsvater
Wie Zeus bei den Griechen, Jupiter bei den Römern und Thor bei den Germanen gab es auch bei den Kelten einen obersten Gott, der das Pantheon anführte und auf den die anderen Götter zurückzuführen sind.

Dies war bei den kontinentalen Kelten Taranis. Er war zusammen mit der Erdmutter der Ursprung aller weiteren Götter des Pantheons.

Taranis, übersetzt "der Donnerer" ist zuständig u.a. für Blitz und Donner und auch für Unwetter - ganz wie seine römischen und griechischen Äquivalente.

Die Himmelsgöttin
Zusammen mit dem Himmelsvater beherrscht die Himmelsgöttin die obere Welt. Bei den kontinentalen Kelten ist dies Epona. Sie ist zum einen eine Göttin der Nahrung und des Überflusses und wird deshalb oft mit einem Früchtekorb oder einem Füllhorn dargestellt. Zum Anderen ist sie die Göttin der Pferde und wird meist zusammen mit Pferden dargestellt.

Letzteres war wohl auch der Grund, weshalb sie als einzige Göttin einen eigenen Platz im römischen Pantheon bekam und die Schutzpatronin römischer Ställe und vor allem auch römischer Reiterlegionen wurde. Befördert wurde dies wohl auch dadurch, dass keltische Reiterei bei den Römern als Hilfstruppen gerne gesehen war.

Die Erdmutter
Danu ist der Name der Erdmutter, die äquivalent zur griechischen Gaia zu sehen ist. Sie ist, zusammen mit dem Himmelsvater, die Mutter aller anderen Götter.

Göttin der mittleren Welt
Die mittlere Welt ist die Erde und alles was auf ihr lebt.
Meduana ist die Göttin dieser Welt.

Der Gott der Unterwelt
Die Unterwelt ist für die Inselkelten die Welt unter dem Meer, für die kontinentalen Kelten die Welt der unterirdischen Flüsse und Höhlen.

Sucellos ist der Gott dieser Unterwelt. Er hat als Attribut einen großen Hammer. Seine Gefährtin ist Nantosvelta was frei übersetzt "Blühendes, sonniges Tal" bedeutet.

Dieses Paar ist ganz analog zu dem griechischen Paar Hades und Persephone zu sehen.

Es wird erzählt, dass Nantosvelta die Seelen der friedlich entschlafenen Toten abholt um sie in die Unterwelt/Anderwelt zu bringen.

Die keltische Anderwelt
Diese Welt ist ein Teil der Unterwelt, in der sich der größte Teil der verstorbenen Seelen bis zu ihrer Wiedergeburt aufhalten.

Im Gegensatz zur christlichen Höllenvorstellung ist dort jeder wieder jung und gesund und erfreut sich 300 Jahre lang an einem immerwährenden Fest in dieser Unterwelt.. Danach wird er wiedergeboren.

Aber Vorsicht... je nachdem wie die Götter so auf einen zu sprechen sind, kann es auch sein, dass man dort 300 Jahre kellnerieren muss... ;-)

Dies soll für jetzt genug sein mit keltischen Göttern, von denen es sehr viele und für jeden Zweck und jede Gegend auch wieder andere gibt.

In der nächsten Folge werden wir noch einen genaueren Blick auf die Topografie der spirituellen Welt der Kelten werfen.

Stonehenge  wurde nicht von den Kelten erbaut. - Quelle: Wikipedia - Fotograf: Operarius - Lizenz: <a href=http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.de>Creative Commons CC-SA-BY 3.0</a>
Stonehenge wurde nicht... 
Matronenaltar
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