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Die Kelten - 2. Die Quellen

Ein Baum im Kreizungsbereich der Angelburg. Hier kreuzen sich alte Handelsstraßen
Ein Baum im Kreizungsbereich der Angelburg. Hier kreuzen sich alte Handelsstraßen
Reiskirchen | Leider schrieben die Kelten die wichtigen Dinge, wie ihre Sicht der Welt, ihre Feste und Rituale und ihr Gerichtswesen nicht auf. Trotzdem haben wir heute einen ungefähren Eindruck davon, was damals so los war.

Wer also schrieb was über die Kelten auf?

Schon der Grieche Herodot (* 490/480 v. Chr.; † um 424 vor unserer Zeitrechnung - v.u.Z.) beschrieb ein Volk der Kelten, was an der Donau und an den Küsten des Altlaniks "jenseits der Säulen des Herkules" wohnen sollte. In einer modernen geografischen Karte als Zusammenfassung seiner Texte finden sich auch die "Celtae"...griechisch "Keltoi"
Auch der griechische Geograph Hekataios von Milet, der etwa der selben Zeit entstammt, sowie weitere griechische Autoren erwähnen die Kelten.

Unter den römischen Autoren ist natürlich der berühmteste zuerst zu nennen: Caius Julius Caesar mit seiner Schrift De Bello Gallico in der sehr vieles aus dem gallisch(-keltischen) Lebensalltag geschildert ist.

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Kelten (30)Geschichte (122)
Weitere römische Autoren sind Gaius Plinius Secundus (Plinus der Ältere) mit seiner Naturalis Historia , Tacitus, Suetonius, Cassius Dio, Strabo um nur einige zu nennen.

Die Werke all dieser Geschichtsschreiber sind nur noch aus dem Grund erhalten, weil sie in klösterlichen Schreibstuben wieder und wieder abgeschrieben wurden. Orginaltexte aus römischer und griechischer Zeit sind außer kürzere Texte auf steinernen Tafeln und Säulen nicht mehr erhalten.

Doch die mittelalterlichen Mönche sammelten auch die Geschichten der Leute für deren Seelenheil sie zu sorgen hatten und so sind uns heute eine Menge Texte aus dem alten Irland und Wales erhalten, anhand derer man vieles rekonstruieren kann.

Unter den mittelalterlichen Mönchen die sich um die Geschichtsschreibung verdient gemacht haben sind zu erwähnen Beda Venerabilis, Geoffry von Monmouth und Gregor von Tours sowie viele andere.

Wenn man die Artussage und ihre begleitenden Geschichten noch in den Kreis der keltischen Geschichte mit einreiht, sind noch weitere mittelalterliche Schriftsteller zu berücksichtigen wie u.a. Wolfram von Eschenbach und Hartmann von Aue.

Wie sind die Historischen Quellen zu bewerten?

Da alle Literatur nicht von den Kelten selbst niedergeschrieben wurde sondern von denen die sie militärisch und/oder glaubenstechnisch besiegten , sind alle Überlieferungen zu allererst einmal unter dem Gesichtspunkt der Propaganda zu beleuchten. Wenn man jemanden besiegt hatte, dann war das Interesse groß, den Sieg auch besonders bedeutend darzustellen und den Feind als stark und übermächtig. Dies gilt für römische Militärdokumente wie auch für mittelalterlich-klösterliche Niederschriften.

Am neutralsten sind noch die Berichte der Griechen zu werten doch waren dort die Geschichtsschreiber eher zu hause und ließen sich berichten, was in fernen Landen so vor kam um es dann aufzuschreiben.

Bei der Betrachtung aller Quellen ist demnach Vorsicht angebracht und eine unkritische direkte Übernahme kann in keinem Fall empfohlen werden!

Weitere Quellen
Als wichtige Bestätigungen der Schriftquellen sind die Erkenntnisse aus archäologischen Grabungen zu sehen. Leider waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert viele Hobby-Historiker unterwegs und fast jeder Schullehrer der etwas auf sich hielt hat einmal ein Hügelgrab ausgeraben. Die Fundstücke sind dann sehr häufig irgendwann bei Renovierungsarbeiten entsorgt worden, wissenschaftlich korrekte Aufzeichnungen gab es selten und wenn sind die meisten in irgendwelchen Archiven in den Wirren zweier Weltkriege verloren gegangen.

Planvolle Archäologie setzte mit dem beginn des 20. Jahrhunderts ein. Nicht nur in Ägypten sondern auch in Mitteleuropa. Aus diesen Ausgrabungen sind noch Dokumentationen erhalten, die den Landesämtern für Denkmalschutz in mehr oder weniger gutem Zustand vorliegen.

Im Gegensatz zu den Tatsachen archäologischer Grabungen steht häufig deren Interpretation durch Historiker und Denkmalschützer. Da werden dann auch einmal Funde im Sinne der jeweils vorherrschenden Ideologie interpretiert... aber wer das Geld gibt für die Ausgrabungen bestimmte in der Vergangenheit auch oft die Interpretation der Ergebnisse.

Und wie es mit dem Leben der Kelten so war, erfahren wir in den nächsten Berichten.

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
7.209
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 25.01.2011 um 19:26 Uhr
Klasse geschrieben.Ich bin gespannt auf die Fortsetzung !
Hugo Gerhardt
6.681
Hugo Gerhardt aus Gießen schrieb am 27.01.2011 um 15:06 Uhr
Schade von den Kelten immer nur was aus getönten Brillen zu lesen, vieles was wir heute wissen ist über Jarhrtausende, so wie sie es schon schrieben, von Mund zu Mund weiter erzählt und leider auch interprätiert worden.
Ulrike J. Schepp
1.180
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 28.01.2011 um 09:58 Uhr
Jahrtausende alte mündliche Überlieferungen kann man nicht als zuverlässige Quelle sehen.

Ein Beispiel dazu: In der nördlichen Wetterau gab es die Sage, dass in einem Hügelgrab ein König mit einem goldenen Schwert beigesetzt sei.

Ausgrabungen brachten eine Körperbestattung mit Beigabe eines bronzenen Schwertes zu Tage. Bronze glänzt im neuen Zustand wie Gold...

Es war aber kein goldenes Schwert und auch die Bestattung war nicht so außergewöhnlich reichhaltig, dass man auf einen König hätte schließen können.

Man kann solche Überlieferungen gerne als Hinweis und Auslöser für eine Verifizierung nehmen - aber auf keinen Fall als gesicherte Quelle.

Die Kunst der wörtlichen Weitergabe von Geschichten ist mit der weiten Verbreitung der Schrift verloren gegangen.
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