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Was hat der Sternenhimmel im Herbst zu bieten?

von Klaus Lowitzam 18.10.2008677 mal gelesen1 Kommentar
Reiskirchen | Wann haben Sie zuletzt den Sternenhimmel bewundert? Es braucht kein astronomisches Teleskop um der Faszination des gestirnten Himmels zu erliegen. Das unbewaffnete Auge reicht auch schon um die ganze nächtliche Pracht zu bewundern. Bedingung allerdings ist einen einigermaßen dunklen Standort zu haben, eine Bedingung die im Gießener Stadtgebiet eher nicht gegeben ist. Jene die aber im ländlichen Bereich und in den städtischen Randgebieten wohnen ist der Blick auf den wundervollen Sternenhimmel, so Petrus es will, gegönnt.

Gerade der Herbsthimmel entfaltet so manches Juwel am Nachthimmel. Hoch im Zenith stehen in der frühen Nacht die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia (das Himmels-W oder Himmels-M, je nach Jahreszeit), Eidechse, Andromeda, Pegasus und Schwan. Letzterer ist schon gen Westen geneigt und zeigt die Tendenz sich vom Himmel zu verabschieden um den Wintersternbilder Platz zu machen. Tief im Westen und damit noch eher als der Schwan verschwinden werden die großen Sternbilder Adler und Herkules sowie die kleineren Leier, Pfeil und Delfin. Das Sommerdreieck das von den Sternen Deneb, Vega und Altair
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(den Hauptsternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler) gebildet wird, steht damit auch markant im Westhimmel. Entlang des Nordwestlichen und Nördlichen Horizonts dehnt sich der große Bär mit seinem berühmtesten Part, dem Großen Wagen, aus. Wer mit einem Standort mit dunklem Nachthimmel gesegnet ist, kann darüber den Kleinen Bären mit dem Kleinen Wagen und seinem Hauptstern, dem Polarstern, ausmachen. Zwischen den beiden Wägen und östlich davon schlängelt sich der Drache hindurch. Im Osten hingegen drängen unentwegt die Herbststernbilder nach oben. Unter ihnen Perseus, der Fuhrmann und der Stier. Der südliche Himmel wird von den nicht sehr markanten Sternbilder Fische und Wassermann dominiert. Der Planet Jupiter, der den ganzen Sommer als hellster Stern über den südlichen Horizont zog, verabschiedet sich so langsam von uns.

Wer im Besitz eines kleinen Feldstechers ist, sollte unbedingt mal die Plejaden, das Siebengestirn, damit beobachten. Es ist das ideale Himmelsobjekt für so ein Instrument und entfaltet darin seine ganze Pracht. Wie Diamanten funkeln die einzelnen Sterne. Es ist einer der schönsten offenen Sternhaufen am Sternenhimmel. Der blaue Nebel in dem die Sterne gebettet sind, bleibt allerdings dem Auge verborgen.
Dieser kommt nur auf Fotos mit leistungsfähigen Teleskopen zum Vorschein. Ebenfalls für die Beobachtung mit dem Fernglas empfehlenswert ist der wunderschöne Doppelsternhaufen ha+chi Persei. Dieser befindet sich im Osten zwischen den Sternbilder Perseus und Kassiopeia. Zu guter letzt empfiehlt es sich auch die Andromeda Galaxie im gleichnamigen Sternbild in Augenschein zu nehmen. Von dunklen Standorten aus ist sie bereits mit freiem Auge als länglicher Nebelfleck sichtbar. Mit einem Feldstecher ist sie leicht auszumachen. Beobachtet man sie, so ist es ein Blick von über 2 Millionen Jahre in die Vergangenheit, denn so viele Jahre braucht das Licht von ihr bis zu uns.

Viel Spaß beim Sternegucken und allzeit clear skies!

Die Sternkarten wurden mit dem kostenlosen Planetariumsprogramm Stellarium erstellt (www.stellarium.org). Das Titelfoto zeigt eins meiner Teleskope beim beobachten.

 
 
 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Tara Bornschein
7.125
Tara Bornschein aus Reiskirchen schrieb am 18.10.2008 um 20:32 Uhr
Toller Beitrag zum Thema Sternenhimmel!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Klaus Lowitz

von:  Klaus Lowitz

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Klaus Lowitz
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