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Heilpraktiker – ein Gesundheitsberuf in Deutschland

Rabenau | Täglich steigen in Deutschland die Angebote für Gesundheitsleistungen und die
Verwirrung von medizinischen Laien wird angesichts der Mittel, Methoden und Heilangeboten in den Medien immer größer. Man kann nicht mehr unterscheiden, wann handelt es sich um seriöse Angebote und wann sollte man lieber die Finger davon lassen.
Die Ausübung der Heilkunde ist jedoch in Deutschland klar gesetzlich geregelt.
So ist die einzige Berufsgruppe, die Heilkunde uneingeschränkt ausüben kann, die Gruppe der Ärzte. Diese haben Medizin studiert und eine Approbation erlangt, die sie zur Ausübung ihres Berufes befähigt.
Neben den Ärzten ist es in Deutschland nur den Heilpraktiker mit Einschränkungen erlaubt, Heilkunde auszuüben.
Im §1 des Heilpraktikergesetzes ist dies ausführlich geregelt.
So darf man diese Berufsbezeichnung erst dann führen, wenn man vor dem zuständigen Gesundheitsamt eine Prüfung abgelegt hat, die sich aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil zusammensetzt. In
dieser Prüfung werden die Kenntnisse über Anatomie, Physiologie, Pathologie , Gesetzeskunde, Infektionskunde, Medikamentenkunde sowie die Fähigkeiten des Prüflings zur Diagnostik und Therapie des Menschen geprüft.
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Wird diese
Prüfung bestanden, so erhält er eine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung vom Gesundheitsamt. Die Durchfallraten dieser Prüfungen sind übrigens sehr hoch.
Hat ein Heilpraktiker diese Erlaubnis erhalten, so kann er sich in eigener Praxis niederlassen und die Naturheilkunde ausüben.
Dabei hat er die Wahl zwischen vielen Behandlungs-und Diagnosemethoden.
Dazu gehören u.a: Phytotherapie, Homöopathie, orthomulekulare Medizin, manuelle Techniken, Bioresonanz, Traditionelle chinesische Medizin (Akupunktur, chinesische Pflanzenheilkunde u.v.m), Iris- und Dunkelfelddiagnose.
Viele dieser Methoden sind sehr umfangreich und erfordern oft jahrelange Ausbildungen und ständige Weiterbildungen.
Auch sanfte Medizin kann Neben- und Wechselwirkungen haben. So ist z.B. die Akupunktur ein komplexer Ansatz, der viele individuelle Besonderheiten berücksichtigt und bei dem nicht einfach eine Nadel in einen Akupunkturpunkt
gestochen wird.
Pflanzliche Medikamente können Neben-und Wechselwirkungen haben und ihr Einsatz sollte wohl geprüft werden. Der ungezielte Einsatz von Vitaminen, Aminosäuren und Mineralien (orthomulekulare Medizin) kann wichtige Vorgänge im Körper beeinflussen und sowohl Unter- als auch Überversorgung können gesundheitliche Störungen
verursachen. Deshalb nehmen vor ihrem Einsatz viele Ärzte und Heilpraktiker moderne Labordiagnostik in Anspruch.
Manuelle Therapien erfordern eine genaue Kenntnis des Bewegungsapparates und eine Manipulation daran kann bei unsachgemäßer Ausführung auch schaden.
Insofern ist es also verständlich, dass Heilpraktiker eine grundierende Ausbildung und eine Prüfung absolvieren müssen.
Weitere Berufe im Gesundheitssektor, die sich in den letzten Jahren etabliert haben, sind z.B. Wellnesstherapeuten, Gesundheitsberater und Präventologen.
Deren Tätigkeit ist auf den wichtigen Aspekt der Gesunderhaltung und Wellness
gerichtet. Sie dürfen weder Krankheiten diagnostizieren, noch behandeln oder Medikamente verordnen (ausschließlich die Arbeit am Gesunden ist ihnen erlaubt). Tun sie dies trotzdem, machen sie sich nach dem Gesetz strafbar.
Eine Sonderstellung nehmen die Heiler ein. Auch deren Tätigkeit ist im Gesetz geregelt. Sie zielt auf die Aktivierung der Selbstheilungskräfte ab und kann somit positive Effekte bei der Genesung liefern. Dazu gehören z.B. Reiki, Prana und andere Methoden der Geistheilung. Diagnosen stellen und Medikamente verordnen dürfen auch Heiler nicht, sofern sie nicht gleichzeitig über eine Heilpraktikererlaubnis verfügen.
Ein Heilungsversprechen abgeben darf übrigens keine dieser Berufsgruppen.
Jeder Mensch, der eine alternative Behandlung in Erwägung zieht, sollte also wissen, was genau er will und sich seinen Behandler danach aussuchen. Jeder seriöser Behandler wird gerne bereit sein, Auskunft über seine Ausbildung und
Qualifizierung zu geben und seine Erlaubnis vorzeigen können.
So kann man Enttäuschungen vermeiden und die Naturheilkunde als wichtigen Schwerpunkt seiner Gesundheit erleben.

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von:  Katja Pflügl

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Interessensgebiet: Rabenau
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