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Heuernte Sommer 2009

Schwaden für Grassilage am Samstag den 11.07.2009
Schwaden für Grassilage am Samstag den 11.07.2009
Rabenau | In diesem Sommer war die Heuernte für alle Landwirte und Hobbybauern eine große Herausforderung. Es wurde kaum unberegnetes und ausreichend getrocknetes Heu eingefahren.
Das heiße aber unbeständige Wetter war vieler Orts nicht einzuschätzen, denn es musste immer wieder mit Gewittern und starken Regenschauern gerechnet werden.
Teilweise wurden vom Wetteramt sogar Unwetterwarnungen gemeldet.

Für die Heuernte ist es wichtig, dass die schöne und heiße Witterung mindesten für 3 bis 4 Tage anhält.
Am ersten Tag wird das Gras gemäht und nach ein paar Stunden mit dem Heuwender gewendet. Am zweiten Tag, sollte das angetrocknete Gras je nach Witterung 1 bis zweimal gewendet werden. Und am dritten Tag nach dem Mähen wird in der Regel einmal gewendet und das fertige Heu dann mit dem Heuschwader auf die so genannten Schwaden geworfen.
Anschließend fährt die Heupresse über die Schwaden und presst dass Heu entweder in große Rundballen, Quarterballen oder in kleine HD-Ballen.

Für die kleinen Heuballen ist es wichtig, dass sie nicht dem Regen oder anderer Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Die großen Heuballen können durchaus beregnet werden, müssen aber anschließend die Gelegenheit zum Nachtrocknen erhalten. Es dauert bei diesen Größen länger, bis die Feuchtigkeit in das Innere des Ballens gelangt.
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Das Heu muss für die fachgerechte Lagerung und Fütterung unbedingt trocken sein.

Durch die Lagerung oder Fütterung von nassem Heu können Schäden entstehen, die von unerfahrenen Landwirten oder Hobbybauern oft unterschätzt werden.
Die Lagerung von feuchtem Heu führt durch die beginnende Gärung und Zufuhr von Sauerstoff zur Selbstentzündung und deshalb immer wieder zu Scheunenbränden.
Das eventuell noch nicht ausreichend getrocknete Heu muss in der Scheune unbedingt locker und luftig gesetzt bzw. gestapelt werden um eine Erhitzung zwischen den Ballen zu Vermeiden. Die „Alten Hasen „ geben ihre Erfahrungen über die Setztechniken gerne an junge Landwirte und Hobbybauern weiter.

Es bleibt nicht aus, dass nasses Heu nach kurzer Zeit anfängt zu schimmeln. Dies führt zum Beispiel in der Pferdefütterung immer wieder zu unerwünschten Koliken ( Bauchkrämpfen und Verdauungsstörungen ) bei den armen Vierbeinern. Diese Koliken führen zu hohen Tierarztkosten und können oft tödlich für das Pferd enden, wenn der Tierarzt nicht rechtzeitig verständigt wird. Denn Pferde können das schlechte Futter nicht erbrechen wie andere Vierbeiner.
Bei Rindern ist die Gefahr von Verdauungsproblemen geringer. Sie sind Wiederkäuer und verwerten das Futter wesentlich langsamer.
Oft führt das verschimmelte Heu durch die Aufnahme der Schimmel – oder sogar Pilzsporen bei Tieren zu Atemwegserkrankungen, Verdauungsstörungen, Hufrehe ( bei Pferden ) und anderen chronischen Krankheiten.

In den letzten Jahren hat sich bei den Bauern die Herstellung und Fütterung der Gras- oder Heusilage in der Rinderhaltung immer mehr durchgesetzt. Hierbei handelt es sich um ein Gärfutter aus Gras, welches bereits im Mai gemäht und luftdicht eingewickelt wird. Die Grassilage benötigt weniger Trockenzeit und eine Beregnung des Grases nach der Ernte richtet keinen Schaden an. Der Bauer ist also wesentlich weniger Abhängig von der Witterung.

Auch bei den Pferdebesitzern ist die Grassilage mittlerweile ebenfalls weitverbreitet. Die Fütterung von Heu- oder Grassilage bleibt in der Pferdehaltung jedoch nach wie vor Umstritten. In diesem Jahr ist allen Pferdehaltern und Pensionspferdebesitzern zu empfehlen, dass Heu vor der Fütterung genau zu überprüfen, damit die Gesundheit der Pferde nicht gefährdet ist.

In jedem neuen Jahr hoffen die Bauern auf beständige Witterung für die Ernte. Doch eine Umstellung auf das unbeständige, schwüle und nasse Wetter, wird in den nächsten Jahren nicht zu Vermeiden sein.

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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
9.688
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 03.09.2010 um 10:24 Uhr
Interessanter Artikel. Man sieht zwar immer die Heu- und auch Strohballen, macht sich aber kaum mal Gedanken, was da 'alles dran hängt'.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Diana Müller

von:  Diana Müller

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Interessensgebiet: Rabenau
Diana Müller
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