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Neue Bürgerliste "Bürger für Rabenau" gegründet

Rabenau | Neue Strukturen schaffen, Interessen aller Generationen besser vertreten und die notwendige Verjüngung anstoßen, stehen auf dem Programm

Wenn heute jemand neu in die Politik einsteigen möchte, gibt es eine gewisse Rangordnung innerhalb der Parteien und politischen Organisation, und man beginnt sprichwörtlich erst einmal mit Plakaten kleben. Und genau das möchten die Mitglieder der neu gegründeten Bürgerliste anders machen: „Wir haben die Vision von einer Gruppe in der sich alle Beteiligten auf Augenhöhe begegnen und die Meinung eines politischen „Neulings“ genauso einen hohen Stellenwert hat, wie die Meinung eines langjährigen Erfahrenen. Wir brauchen in der Politik eine optimale Mischung aus Beidem. Und da klebt ein Vorsitzender genauso Plakate, verteilt Flyer oder tütet Briefe ein, wie jedes andere Mitglied auch”, so der Vorsitzende der neuen Bürgerliste „Bürger für Rabenau e.V.“, Christoph Nachtigall.

Nachtigall, 36 Jahre alt, ist politisch kein unbeschriebenes Blatt. Er war bereits von 2006 bis 2016, damals als jüngstes Mitglied, selbst im Rabenauer Gemeindeparlament politisch aktiv, hatte 2017 in seiner
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Heimat-Gemeinde als Bürgermeister kandidiert und unterlag damals mit 38,4% bei zwei Gegenkandidaten im ersten Wahlgang recht knapp. Die darauffolgenden 2 Jahre pausierte er politisch. Ende 2019 begab er sich mit einer neuen Vision auf die Suche nach Mitstreitern, um die Rabenauer Kommunalpolitik wieder lebendig mitzugestalten. „Rabenau brauche frische Ideen, um sich wieder positiv weiterzuentwickeln“ sagt er.

Unterstützt wird Nachtigall im Vorstand von seinem Stellvertreter, dem 40 jährigen Unternehmer Matthias Bender, dem 42 jährigen Björn Lehr als Rechner, der 48 jährigen Sabine Brück als Schriftführerin, und dem 19 jährigen Jan Benedikt Hausner als Internet- und Social Media-Beauftragten. Der Verein hat bereits weitere Mitglieder, die gemeinsam an der Vision aktiv mitarbeiten. Alles Rabenauer, denen die Entwicklung ihrer Gemeinde am Herzen liegt.

„Bei uns darf jedes Mitglied mitgestalten und selbstverständlich auch mitentscheiden. Ein paar bindende Grundsätze gibt es aber: Bei uns haben die Meinungen aller Mitglieder, die gleiche Wertigkeit, unabhängig von Alter und politischer Erfahrung. Wir haben die Weiterentwicklung aller Ortsteile der Gemeinde im Blick, nicht nur die eines einzelnen Ortsteils, und distanzieren wir uns von links- und rechtsextremer Gedankengut. Wir setzen uns für einen respektvollen Umgang miteinander ein und distanzieren uns in aller Form von jeglichem Handeln und Gedankengut in dem Fremdenfeindlichkeit, Gewalt, Hass oder Respektlosigkeit zum Ausdruck kommen. Wir sind uns sicher, dass in Rabenau noch mehr kluge Köpfe leben, die sich vielleicht nur noch nicht trauen oder zu den vorhandenen Gruppierungen keinen Bezug haben“ so Nachtigall.

In vielen Gemeinde- und Stadtparlamenten ist bisher die notwendige Verjüngung noch nicht gelungen. Meist gibt hier „die ältere Generation“ den Ton an. Das sind oft langjährig erfahrene Politiker, die dieses wichtige Ehrenamt in der Kommunalpolitik ausüben. Wer ein Amt 20, 30 oder auch 40 Jahre ausübt hat zwar eine große Erfahrung, wird jedoch auch ein bisschen betriebsblind. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier, und hier wird oft so gehandelt wie man das schon immer gemacht hat. Hier fehlt es meist an neuen klugen Köpfen, die auch mal ganz anders an ein Problem herangehen oder neue Ideen haben. Und da, wo der Einstieg für neue kreative Köpfe schwerfällt, will die neue Bürgerliste ansetzen.

Der Verein, der sich im April gegründet hat, wird vor allem den strukturellen Aufbau der neuen Bürgerliste vollziehen, und bis zu einem möglichen Einzug ins Gemeindeparlament als Ansprechpartner für interessierte Bürger dienen, und gemeinsam politische Ideen und Ziele für Rabenau entwickeln. Aufgrund Corona wurde von Beginn an vor allem online per Videokonferenz und E-Mail gearbeitet. Der Verein nutzte die Zeit und vor allem auch alle technischen Möglichkeiten, um sich auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr vorzubereiten.

Nun möchte man sich allen Bürgerinnen und Bürgern der Rabenau vorstellen und mit ihnen in Kontakt kommen. Damit auch alle den neuen Verein kennenlernen, wird ein Flyer an alle Haushalte verteilt. Außerdem wurde auf der neuen Internet-Seite (www.bfrab.de) ein Chat installiert. Dort besteht die Möglichkeit direkt jemand vom Vorstand anzuschreiben und in Kontakt zu treten. Natürlich sind die Vorstandsmitglieder auch per Telefon und persönlich erreichbar. „Uns der ist der persönliche Kontakt wichtig. Wir suchen weitere kreative Köpfe, die mit uns Rabenau verbessern möchten“, so Nachtigall abschließend.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 28.07.2020 um 14:15 Uhr
Ich gratuliere zur Gründung einer neuen Wählergemeinschaft im Landkreis Gießen.

Aus guten Grund bin ich gegen Parteien. Es lässt sich sicher darüber streiten, ob auf Bundesebene es sinnvoll ist nur auf das demokratische Element "Partei" zu setzen. (Bundeswahlleiter lässt zur zeit / nach aktueller Gesetzeslage keine Wählergemeinschaften zur Bundestagswahl zu.)

Aber auf lokaler Ebene halte ich eine Wählergemeinschaft in der Regel viel näher an den Interessen der Bürger dran.

Zur Erarbeitung des Wahlkampfprogramms zur Kommunalwahl 2021 wünsche ich eine glückliche Hand. Vielleicht kann frau / mann hier in der Onlineausgabe die politischen Kernaussagen dann nachlesen.
Stefan Walther
4.798
Stefan Walther aus Linden schrieb am 28.07.2020 um 20:44 Uhr
Martin, kaum gründet jemand ne Bürgerliste und schon ist für dich alles gut, die Hauptsache: "keine Partei"!?
Schau dir doch den Text mal genauer an, allein schon die unzulässige Gleichsetzung von "rechts und links" spricht Bände, genauso wie die kritiklose Übernahme des vom Verfassungsschutz erfundenen Extremismusbegriffs...
Karl-Ludwig Büttel
3.844
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 29.07.2020 um 07:44 Uhr
Herr Walther, was ist daran falsch und unzulässig, wenn sich Menschen von Links - und Rechtsextremen Gedankengut distanzieren. Darin liegt doch keine Wertung oder Gleichsetzung sondern einfach die Distanzierung von Extremismus. Es gibt nun mal beides. Ich verurteile zum Beispiel jede Form von Extremismus, nicht nur auf politischer Ebene. Ob das eine Erfindung des Verfassungsschutz ist möchte ich bezweifeln. Ich persönlich brauche den Verfassungsschutz nicht um Extremismus für mich zu erkennen oder zu benennen...….ich denke die Bürgerliste auch nicht.
Bernt Nehmer
2.404
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 29.07.2020 um 08:02 Uhr
Auch ich beglückwünsche die neue Bürgerinitiative und die Aktion von Verteilung von flyern. Man sollte für sowas gut zu Fuß sein. Denn Leute über die GZ zu erreichen ist für die digitale Ausgabe zu wenig.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 29.07.2020 um 09:46 Uhr
Ja Stefan; die Parteien gehen mir sehr schwer "auf den Sack" (soviel Volksmund muss einmal sein). Du kennst mich persönlich seit vielen Jahren und Du weisst warum das bei mir so ist.

(Von Nichts kommt Nichts!)

Wie Dir bekannt, habe ich vor Jahren an der Ausarbeitung eines Wahlkampfprogrammes einer Wählergemeinschaft mitgearbeitet.
Für den Wähler ersetzt dies in der Regel bei Wählergemeinschaften das Parteiprogramm. Der Wähler schaut da rein und entscheidet, ob sie / er die Wählergemeinschaft wählen kann oder nicht.

Deswegen habe ich auch bei meinem ersten Kommentar meine Bitte geäußert, dass das zu erarbeitende Programm in seinen Kernaussagen hier einzustellen ich für sinnvoll erachte.

Stefan; was Du zu der Gleichsetzung von "links und rechts" bzw. zum Extremismusbegriff schreibst kann ich unterschreiben.

War mein Leben lang links und werde in meinen letzten Jahren sicher nicht bürgerlich / in die Mitte ankommen.
Stefan Walther
4.798
Stefan Walther aus Linden schrieb am 29.07.2020 um 12:01 Uhr
@ Herr Büttel
einfach mal googeln, hier nur 2 von vielen möglichen Links unter denen sich jeder informieren kann:

http:///www.belltower.news/die-extremismustheorie-extrem-unbrauchbar-hufeisen-im-kopf-und-die-gleichsetzung-von-rechts-und-links-94759/

und auch das vielfach geliebte wikipedia :-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Extremismus/
Karl-Ludwig Büttel
3.844
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 29.07.2020 um 16:29 Uhr
Herr Walther, was soll ich jetzt sagen die Bell News Tower war bis etwa 2017 als Netz gegen Nazis bekannt.....das finde ich zwar gut ist aber im Zusammenhang um politische extremistische Ränder sicher keine neutrale Aussagekräftige Quelle. Linke wehren sich sofort wenn Linksextreme und Rechtsextreme in einem Satz oder Atemzug genannt werden. Extremismus ist Grundsätzlich zu verurteilen......das im Text geschriebene über die politische Mitte ist typisch für die Betrachtungsweise von Links und auch keine neue Erkenntnis das Linke dies so sehen. Ich teile diese Beurteilung nicht im Ansatz wie Sie sich sicherlich denken können. Die Bürgerliste verurteilt einfach nur jede Form des Extremismus was soll daran verkehrt sein......nichts.
Stefan Walther
4.798
Stefan Walther aus Linden schrieb am 29.07.2020 um 22:03 Uhr
Herr Büttel, wie geschrieben "2 von vielen möglichen Links"!
Sie bezweifelten die Erfindung des Begriffs durch den Verfassungsschutz ( 1974 ), ein Grund warum ich Ihnen diese Links schickte ( und wikipedia steht doch nun sicher nicht im Verdacht ein linkes Forum zu sein ). Der zweite Grund ist, dass diese Extremismustheorie - nicht nur unter Linken, auch unter Wissenschaftlern - höchst umstritten ist, und drittens noch nicht mal das Grundgesetz diesen umstrittenen, für mich völlig unwissenschaftlichen, Begriff kennt.

Was nun diese Bürgerliste unter Extremismus versteht, das weiß ich nicht, mir ging es lediglich darum aufzuzeigen dass man meiner Meinung nach diesen Begriff in der Politik nicht verwenden sollte...
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Christoph Nachtigall

von:  Christoph Nachtigall

offline
Interessensgebiet: Rabenau
Christoph Nachtigall
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