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Langstreckler Helmut Scholtz (TSV Krofdorf-Gleiberg) feierte seinen 80. Geburtstag. Bei Hessischen- und Deutschen Meisterschaften im Langstreckenlauf dabei. Achtundzwanzigfacher Hessenmeister

von Rudolf Ehmigam 25.09.2019741 mal gelesen1 Kommentar
Rabenau | Seine besten Jahre hat Helmut Scholtz für die Erziehung, Ausbildung und sportliche Betätigung seiner Kinder und mit den Leichtathleten der TSG Lollar verwandt. Ab dem 60. Lebensjahr hat er dann den Focus auf sich selbst gerichtet und für die eigene Fitness mehr getan als es vorher möglich war. Er wurde ab der AK 60 auf den Langstrecken zum „Renner“, an dem nur noch wenige vorbeikamen. „Alter schützt vor Leistung nicht“, so argumentiert und handelt er.

Sein Geburtsjahr fällt in den Kriegsbeginn, der seine Kindheit prägte. Geboren in Ostpreußen führte ihn die Flucht in die Lüneburger Heide, wo er die Basis für seine Sportverbundenheit erhielt. Nach dem Umzug nach Westfalen, kam er mit 20 Jahren zu den Heeresfliegern nach Fritzlar. Sein Sporttalent wurde erkannt und in der Bundeswehrsportschule in Sonthofen gefördert und danach mit leitenden Aufgaben betraut. Bei einem Hubschraubermanöver in Mittelhessen lernte er seine spätere Ehefrau kennen und in Lollar wurde eine gemeinsame Bleibe eingerichtet. Zwei Söhne wurden ihnen geboren und zum Sport treiben herangeführt. Neben der väterlichen Betreuung folgte alsbald die Übernahme der Leichtathletik Abteilung der TSG Lollar. Weiterhin folgte die Ausbildung als Kampfrichter und Sportabzeichen Prüfer. Nach siebzehnjähriger Tätigkeit legte er im Jahre 1998 die Abteilungsverantwortung in jüngere Hände.

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Jetzt hatte er Zeit für sich selbst und erhöhte seinen Trainingsumfang. Ziel war die Teilnahme an einem Marathon. Dabei sagte er sich: Was Joschka Fischer kann, kann ich auch. Der damalige Grünen-Politiker hat ihn angespornt, und nicht nur das. Er wollte auch die Fischer-Zeit überbieten, was ihm auch gelang. Sein Trainingsumfang spiegelte die Laufzeiten wider. Seine Aufzeichnungen ergeben für die letzten 20 Jahre ein Pensum von ca. 20 Wettkämpfen, wöchentlich bis 100 Trainingskilometer und eine Gesamtsumme der Aktivitäten von über 53 000 Kilometer. Mit Stolz blickt er auf die Jahre 2004 und 2005 zurück. So lief er mit 65 Jahren den Frankfurt-Marathon in 3:16,41 Std. Ein Jahr später in Berlin 3:20,39 Std. und fünf Wochen danach nochmals in Frankfurt seine persönliche Bestzeit mit 3:15,18 Std. Im Jahre 2007 wechselte er zum TSV Krofdorf – Gleiberg mit dem Ziel eine attraktive AK-Mannschaft zu stellen, was auch mit der deutschen Marathon-Vizemeisterschaft im Jahre 2007 mit der Mannschaft gelang. In den folgenden Jahren wurden bei den Deutschen Meisterschaften Platzierungen von drei bis fünf erreicht. Seine Titelsammlung kann sich sehen lassen: Auf Hessenebene hat er 28 x auf der höchsten Treppchen-Stufe gestanden. Die Erfolge gliedern sich auf in 9 x Marathon, 4 x Halbmarathon, 1 x 5000m, 5 x Crosslauf, 3 x Berglauf und 6 x Straße. Vielmalige Nennungen in der Deutschen- und Hessischen Bestenliste waren logische Konsequenzen.

In der Zeit seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten und den sportlichen Erfolgen stand er bei Vereinsehrungen, den Kommunen und Verbänden jährlich „auf der Bühne“. Seine ehrenamtliche Arbeit wurde von der TSG Lollar genauso gewürdigt wie seine sportlichen Erfolge. Auch innerhalb der Zugehörigkeiten zur SG Fronhausen und des TSV Krofdorf – Gleiberg kamen ihm Ehrungen der Gemeinden zuteil. Der Hessische Leichtathletik-Verband ehrte ihn zuletzt im Jahre 1995 mit der Ehrennadel in Silber.

Den Tag seines Geburtstages am letzten Septembersonntag verbrachte er mit der Ehefrau auf Lanzarote. Es soll eine Laufpause sein und vor allen Dingen ein Dankeschön an seine Ehefrau, die in Vergangenheit nicht nur Verständnis entgegengebracht hat, sondern auch seinen sportlichen Ambitionen immer Unterstützung gewährte.

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
10.454
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 27.09.2019 um 09:18 Uhr
herzlichen glückwunsch. in diesem alter noch so fitt zu sein ist etwas besonderes. genügend bewegung und disziplin scheinen ein gutes rezept für gesundes altern zu sein. Oder ist es das zähe der
Ostpreußen. jeder den ich kennengelernt habe, der diese flucht überlebt hat, ist unwarscheinlich zielstrebig und stark im karakter.
Disziplin durch und durch, dabei aber immer ein lächeln. Ich wünsche alles gute für die zukunft!
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