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Toleranz für mehr Lebensmittel-Intoleranz

Pohlheim | Toleranz für (Lebensmittel) – Intoleranz

Wer hat es nicht selbst schon einmal erlebt? Ein Jucken im Hals, geschwollene Augen oder Magenschmerzen nach dem Genuss bestimmter Lebensmittel. Bedingt durch Umwelteinflüsse oder auch schon von Kindesbeinen an, haben immer mehr Menschen Probleme mit der Verdauung von oder der Allergie gegen bestimmte Lebensmittel. Am bekanntesten sind hierbei sicherlich die Laktose-Intoleranz (Milchzucker kann nicht verarbeitet werden), die Gluten-Unverträglichkeit oder die Allergie gegen Lebensmittel, wie z.B. Nüsse, Meerestiere oder Nachtschattengewächse.

Ich möchte an dieser Stelle keine wissenschaftliche Abhandlung schreiben, sondern vielmehr für etwas mehr Toleranz gegenüber diesen Unverträglichkeiten werben, da es immer wieder vorkommt, dass sich Menschen wegen ihrer Beeinträchtigung auch noch den meist negativen Reaktionen ihrer Mitmenschen und „Freunden“ ausgesetzt sehen.

Im fortgeschrittenen Alter bzw. bei längerer Erkrankung hat man einige Erfahrung im Umgang mit den Auswirkungen der Allergien bzw. Unverträglichkeiten und weiß sich in Alltagssituationen zu helfen.
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Zudem ist der Bekanntenkreis informiert und größtenteils involviert. Ist die Erkrankung allerdings erst kürzlich aufgetreten, hat man mit den Auswirkungen noch so seine Probleme. Kommt dann noch das Unverständnis des sozialen Umfeldes dazu, wird es unnötig schwer und kompliziert.

Gerade in der Pubertät ist es ungemein schwer, wenn man nicht alle Sachen mitmachen bzw. nicht alles essen kann. Wie soll man reagieren, wenn die Freunde Eis essen gehen wollen und man selbst kann dies nicht mehr? Wie reagieren die Freunde, wenn man plötzlich keine Pizza, keinen Döner oder keinen Burger mehr essen kann? Wie erkläre ich die Erkrankung meinen Freunden und wie verhalten sie sich danach?

All diese Fragen werden durch ein ablehnendes oder unverständliches Verhalten der Freunde nicht gerade einfacher zu beantworten sein. Aus diesem Grund soll an dieser Stelle zu etwas mehr Toleranz und Sensibilität aufgerufen werden.

* Verhält sich eine Freundin plötzlich verstört, wenn es um das Thema Essen geht?
* Bestellt ein Gast im Restaurant ein Gericht ohne spezielle Zutaten?
* Vermeiden Bekannte Einladungen zum Essen oder möchten vorab wissen, was es gibt?
* Ernährt sich ein Bekannter anders als bisher?

Kritische Kommentare (na, etwas schnäubisch in letzter Zeit?), Intoleranz (ohne Soße geht in unserem Lokal nicht) und Ablehnung (... dann geh doch allein essen!) verunsichern die Betroffenen zusätzlich und erschweren das alltägliche Leben.

“Das gibt es doch nicht - würde ich nie tun”. Haben Sie das jetzt wirklich gedacht?

Kleine wahre Geschichte zum Schluss: Eine ältere Dame war lange Jahre Teil eine Golf-Teams inkl. Kaffee-Kränzchen. Da sie die meisten Kuchen aufgrund einer Unverträglichkeit nicht mehr essen konnte, wurde sie nach einiger Zeit nicht mehr eingeladen und auch bei anderen Aktivitäten nicht mehr informiert. Letztendlich zerbrach die langjährige Freundschaft und die ältere Dame übte ihr geliebtes Hobby nicht mehr aus! Eine einfache Nachfrage, etwas Toleranz oder einfach etwas mehr Interesse hätten diese Entwicklung verhindern können!

In diesem Sinne: Etwas mehr Toleranz für Lebensmittel-Intoleranz!

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Kommentare zum Beitrag

Birgit Hofmann-Scharf
9.471
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 12.11.2013 um 10:57 Uhr
Vielen Dank für Ihren Beitrag.
Ich selbst bin Betroffene einer Lebensmittel-Unverträglichkeit.
Wenn ich etwas ablehne, ( meist mit der Begründung der Unverträglichkeit ) bekomme ich sehr oft den Satz :
" Aber das schmeckt doch so gut "
" Probiere doch einfach mal "
zu hören - ich hasse diese Worte.

Ihre Geschichte mit der alten Dame kann ich somit gut nachvollziehen
Nicole Freeman
6.937
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 12.11.2013 um 13:14 Uhr
unser kleiner hat eine schwere allergie gegen erdnuesse. wenn wir dann die schokolade oder das eis ablehnen weil da was sein koennte kommen manchmal sehr komische reaktionen. menschen die wissen wie schwer ein allergischer schub sein kann ziehen dann schnell zurueck. einfach mist so eine allergie bei kindern. kaum ein gebaeck, kaum eine schokolade hat keine spuren von nuessen, denn alles geht ueber die gleiche produktionsstrasse. ich bin nur froh das er lieber zur tomate greift als zur schokolade. ich hasse den satz ein bischen scholo;ade bringt ihn doch nicht gleich um. wenn es die falsche ist eben schon! wir sind keine unmenschen wenn wir schokoladeosterhasen ablehnen, wir haben angst um unseren kleinen schatz. danke fuer diesen aufruf danke!!!
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