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Von der Wasserkuppe bis Point Alpha

Auf dem Hof von Kloster Kreuzberg
Auf dem Hof von Kloster Kreuzberg
Pohlheim | Nachdem die sieben Ehepaare des Watzenborn-Steinberger Kegelclubs “Einer steht noch“ ihre letztjährige Tour in die belgischen Kulturstädte Brüssel, Brügge, Gent und Antwerpen unternommen hatten, ging die diesjährige Club Reise in die heimatliche Rhön. Seit fast 40 Jahren treffen sich die Clubmitglieder Renate und Günther Dickel, Uschi und Peter Hillgärtner, Regina und Bodo Jung, Annemarie und Erwin Pauwels, Henny und Jürgen Volz, Sabine und Otto Weil, Arlette und Stefan Zillich einmal monatlich im Gasthaus „Grüner Baum“ in Watzenborn-Steinberg zum aktiven Kegeln. Nun ging es mit privaten PKWs am Freitagmorgen von Pohlheim über die Bundesautobahnen A5 und A7 auf die Wasserkuppe in der Rhön. Angekommen auf dem höchsten Berg von Hessen mit seinen 950 Metern ü.NN und bei herrlichem Sonnenschein wagten vier ReiseteilnehmerInnen spontan einen halbstündigen Rundflug im Motor-bzw. Segelflieger über die tolle Landschaft. Nach gemeinsamen Mittagessen besuchte die Gruppe die Radarkuppel (Radom) und genoss dabei auf der 60 m langen Umlaufplattform eine hervorragende Rundumsicht über die Rhönlandschaft in das „Land der offenen Ferne“. Im Inneren der Riesenkuppel befindet sich ein spektakulärer Konzertraum in dem an diesem Tag eine Diaschau über die ehemalige militärische Nutzung und die heutigen Sehenswürdigkeiten der Rhön-Landschaften gezeigt wurde.

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Weiter ging es dann zum Tages Hauptziel auf den bayerischen Kreuzberg. Denn im Franziskanerbau des Kloster Kreuzberg war auch die erste Übernachtungsstation für die Reisegruppe hergerichtet. Was anfangs als Jugendherbergsdisziplin anmutete, entpuppte sich später als kulturelles Highlight. Kloster-Schwarzbier in 1,0 Liter-Humpen bei einem Preis von 4,80 € und dazu zünftiges Essen, ließen schnell vergessen, dass um 22:00 Uhr Bettruhe im Kloster angesagt war. Die Frühaufsteher in der Gruppe saßen bereits am nächsten Morgen um 7:30 Uhr bei der Morgenandacht in der Klosterkirche. Wer noch nicht vom Klosterhof die 294 Treppenstufen, vorbei an den zwölf Stationen hinauf zur Kreuzigungsgruppe auf den 932 Meter hohen Kreuzberg gestiegen war, nutzte dies als Frühsportalternative.

Inzwischen war am Samstagmorgen das reichhaltige Frühstück verzehrt das Gepäck in den PKWs verstaut und weiter ginge es über die Hochrhönstraße zu einem der bedeutendsten Hochmoore Mitteleuropas, dem “Schwarzen Moor“. Dort erwartete
Im Schwarzen Moor
Im Schwarzen Moor
bereits der fachkundige Biologe Torsten Kircher die Gruppe, um sie auf dem 2 km langen Bohlensteg entlang an 20 Information Punkten durch die einzigartige Moorlandschaft zu führen. Dass diese Kernzone in das UNESCO-Biosphärenreservat aufgenommen wurde, verdient besondere Beachtung.
Noch ganz beeindruckt von dem neuen Wissen, bei dem so manch alte „Mär“ über die Geschichten der Moorlandschaften über Bord geworfen werden musste, ging es weiter zum nächsten Tagesziel in die „Stadt“ Tann.
Nach dem Einchecken im Gasthof “Zur Krone“ wurden die zentralen Sehenswürdigkeiten Stadtkirche, Marktplatz, Museen, Stadttor und Schloss mit einer „Schlender-Weinprobe“ erkundet. Der ortskundige Reiseführer Herr Albert Zörgiebel erläuterte fachkundig und humorvoll die Stadtgeschichte. Ab dem dritten Kulturpoint und der damit verbundenen dritten Weinverkostung, entspannten sich die geschichtlichen Fakten zusehends. Die Stadtführung endete im Speisesaal des Gasthofes Zur Krone mit der siebten und zugleich letzten Weinverkostung. Nach köstlich herzhaften Abend-Menü aus der hauseigenen Metzgerei Mihm, klang der zweite Reisetag bei großer Heiterkeit aus.

Am Sonntagmorgen war noch einmal Zeit für die individuelle Erkundung von Naturkundemuseum, Rhöner-Freilichtmuseum oder der Besuch des Orgel- und Panflötenkonzertes in der 1.200 Plätze fassenden Stadtkirche von Tann.

Vor der Kirche in Tann
Vor der Kirche in Tann
Zum Tages- und Reiseabschluss wurde es „neugeschichtlich“. Von Tann aus ging es über das nahe gelegene Thüringer Städtchen Geisa zum „Haus auf der Grenze“ und „Point Alpha“. Dass die Reisegruppe auch hier einen Reiseführer vorbestellt hatte stellte sich am Schluss als äußerst klug und wichtig heraus. Im Haus auf der Grenze wurde die Gruppe von Reiseführer David Altheide empfangen und durch die dortige Dauerausstellung mit viel Informationen geführt. Daten und Fakten aus unserer jüngsten deutschen Geschichte die hier vor Augen geführt wurden, beeindruckten und verschlugen teilweise den Pohlheimern die Sprache. Nach einer ca. 2,5 km langen Wanderung auf dem ehemaligen Todesstreifen mit seinen vielfältigen DDR Grenz-und Sperrsystemen, erreichte man an dessen Ende den ehemaligen US-Beobachtungsposten „Point Alpha“. Dort, wo bis 1989 ein Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes erwartet wurde, wird heute an die historische Leistung der Amerikaner, an der ehemaligen innerdeutschen Grenze für die Freiheit Deutschlands, Europas und der Welt erinnert. Am Sandkasten-Kriegsmodell „Warschauer-Pakt : Nato“, war die Pohlheimer Gruppe erschrocken über die Information, dass die damals im Raum Gießen/Lich stationierten atomaren Kurzstreckenraketen das hessisch- thüringische Grenzgebiet eliminieren sollten. Dass dieser militärstrategische Verteidigungsplan der Nato bei der Offenlegung von Stasi-Unterlagen nach 1990 ans Tageslicht kam, verschlug den ReiseteilnehmerInnen ein weiteres Mal die Sprache. Gott sei Dank, dass wir einen besseren Ausgang der Geschichte kennen.
Die vielen Eindrücke und Erlebnisse dieser dreitägigen Kegelclub-Reise werden noch lange nachwirken. Die Organisation lag in den Händen des Kegelbruders Günther Dickel, bei dem interessierte Leser Informationen unter 06403-963578 anfordern können.

Auf dem Hof von Kloster Kreuzberg
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Im Schwarzen Moor
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Vor der Kirche in Tann
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Betroffenheit in Pont Alpha
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Moorlandschaft
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Kommentare zum Beitrag

6
Jutta Schwingel aus Pohlheim schrieb am 24.08.2013 um 21:39 Uhr
Hallöchen hier sprechen die Lindenberger Norbert und Jutta,eine tolle Fahrt mit Euren Kegelschwestern und Kegelbrüdern toll toll toll!!!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Günther Dickel

von:  Günther Dickel

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Interessensgebiet: Pohlheim
Günther Dickel
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