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Kuhglocken in Pohlheim Hausen

Pohlheim | POHLHEIM ( )
Verwundert hörten Mitglieder der Freien Wähler Fraktion das
blechern scheppernde Geräusch von Kuhglocken.
Die FW Politiker unterhielten sich nach der Stadtverordneten Sitzung am Freitag Abend noch kurz auf dem Parkplatz hinter dem Bürgerhaus in Hausen.
Neugierig geworden, gingen sie dem lauten Gebimmel nach und fanden wenige Meter vom Parkplatz entfernt eine mit Elektroweidezaun gesicherte Weide. Ein Hausener Bürger erläuterte den Stadtverordneten die Situation. Neben der
mit Hochspannung abgegrenzten Weidefläche befindet sich ein städtischer Kinderspielplatz. Die jetzige Weidefläche, die sehr steil ist, war von Bäumen bestanden und wurde von Kindern gern als Abenteuer Spielfläche genutzt.
Die Pflege des Strauch- und Baumbestandes wurde von dem
Hausener Pflegering über viele Jahre ausgeführt. Dann wurde diese Fläche, ohne das jemand die genauen Gründe kenne, an einen Landwirt verpachtet. Dieser hat offensichtlich alle Bäume abgesägt und zu Brennholz verarbeitet. Nun beweidet eine Kuh Herde diese städtische Fläche. Auf wenig Gegenliebe und Verständnis sei diese Maßnahme in der Bevölkerung gestoßen. Vor allem sind die Nachbarn der Weide „genervt“,
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da sie durch das scheppern, bimmeln und läuten der Kuhglocken rund um die Uhr heftig beschallt werden, ohne dass es dafür plausible Gründe gäbe. Besonders schlimm wirke sich diese Beschallung nachts aus, da die
Selbstverständlichkeit des nächtlichen Ruhebedarfs nicht mehr gegeben ist.
Das ist ein Verstoß gegen das Bundesimmissionsschutzgesetz, in dem die Lärm Vermeidung Pflicht grundsätzlich verankert ist.
Deshalb würden nachts hoheitliche Warnsignale (z.B. Polizei mit Martinshorn) nur sparsam gebraucht. Die Grundidee von Kuhglocken war, dass verirrte Tiere bei Nacht und Nebel in den Bergen gefunden werden konnten. Im Zeitalter von GPS geht dies mit kleinen Sendern, die die Weide Tiere tragen, viel
effizienter, ohne die Kühe durch andauernde Beschallung und Reibung am Hals durch den Tragegurt zu quälen.
Glocken,die Tieren auf umzäunten Weiden umgehängt werden, haben keine sachlich begründbare Funktion und
sind lästig für die gequälten Tiere und die andauernd durch Lärm gequälten Nachbarn.
Ein österreichisches Gericht hat Kuhglocken auf einer Weide verboten, berichtete die Frankfurter Rundschau
am 17. Juli 2012 . Die Richter setzten damit einen Schlusspunkt unter einen langen Nachbarschaft Streit, denn die Glocken hatten Anwohnern den Schlaf und die letzten Nerven geraubt. Die Freien Wähler hoffen, dass ein klärendes
Gespräch der Pohlheimer Ortspolizeibehörde mit dem Landwirt und Besitzer der Kühe zu einem baldigen Ende der „Beschallungs Aktion“ am Hausener Kuhberg führt.

Bilder: Kühe mit Glocken; beim Fressen stoßen die Glocken ständig gegen den Unterkiefer und "nerven" die Kühe

 
 

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
27.001
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.07.2013 um 11:44 Uhr
Es gibt schlimmeres als das Geläut von Kuhglocken
Andrea Mey
10.629
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 05.07.2013 um 12:12 Uhr
Das finde ich auch!
Ich fand das Bimmeln der Kuhglocken in den Bergen immer sehr romantisch und beim Einschlafen hat es mich auch nicht gestört.
Es gibt eben Leute die sich über alles aufregen.
Laut Giessener Allgemeine hat sich das "Problem" sowieso von alleine gelöst, da die Weide abgegrast ist und die Kühe auf eine andere Weide gebracht werde.
Christel Hölscher
770
Christel Hölscher aus Pohlheim schrieb am 05.07.2013 um 13:27 Uhr
@Peter Herold und Andrea Mey
Bitte berücksichtigen Sie auch bei ihrer Stellungsnahme ,dass die Anwohner nur ca. 100 Meter entfernt wohnen und somit das Geläut Tag aus und Tag ein rund um die Uhr hören !
Solange man selber nicht davon betroffen ist, ist es auch schwierig die Sachlage zu verstehen.
Außerdem sind diese Glocken mit Sicherheit auch störend für diese armen Tiere die sich nicht währen können.
Ich selber habe eine Ortsbesichtigung gemacht und habe Mitleid mit Mensch und Tier.
Selbst wenn die Tiere auf eine andere Weide kommen müssen sie weiterhin mit diesen Glocken rum laufen.
Mir tun diese Tiere leid.
Birgit Hofmann-Scharf
10.192
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 05.07.2013 um 21:54 Uhr
Frau Hölscher, den Inhalt Ihres Beitrag`s kann auch ich nicht nachempfinden.
Gehören Sie der " IG Stiller" an, die sich ja vehement gegen diesen (!) besagten Lärm wehren.
Ich empfand es bisher nie störend, im Urlaub in den Bergen nachts die Kuhglocken zu hören - nein, ich kam stets erholt zurück - in die Nähe von Gießener Ring u./o. Autobahn.

Ob es sich hierbei tatsächlich um Tierquälerei handelt, mag ich zu bezweifeln, habe dazu allerdings keine Fakten.
Christel Hölscher
770
Christel Hölscher aus Pohlheim schrieb am 06.07.2013 um 07:20 Uhr
@Jan P. Hilpers
In Bayern werden die Tiere schon von Geburt an diese Glocken gewöhnt .
Sie wachsen damit auf und kennen es eben nicht anders.
Hier in diesem Fall sind es ältere Tiere die von einem zum anderen Tag damit zurecht kommen müssen.

@Birgit Hofmann- Scharf
Es freut mich dass sie aus ihrem Urlaub erholt zurück gekommen sind und sie diesen Lärm ( so wie sie es nennen ) als nicht störend empfanden .

Warum hat ein österreichisches Gericht Kuhglocken auf der Weide
verboten ????

Antwort :
" Der Lärm hat den Anwohner den Schlaf und die Nerven geraubt . "
Das Urteil ist in der Frankfurter Rundschau vom
17. Juli 2012 nach zu lesen !
Jörg Jungbluth
5.139
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 06.07.2013 um 22:40 Uhr
Ach Frau Hölscher, alle schreien nach Natur und wenn sie da ist passt es einem auch nicht. Ich wäre überglücklich wenn ich Kuhglocken von meinem Fenster aus hören würde. Aber da gibt es eine Lösung. Umzug in die Großstadt. Da gibt es keine Kuhglocken. Höchstens gröhlende Jugendliche oder hupende Autos. Aber das ist ihnen dann auch nicht recht.

In Raunheim sind noch Grundstücke frei. Aber da müssen sie sich beeilen, denn die Grundstücke gehen zur Zeit weg wie warme Semmeln. Trotz Fluglärm und nicht gerade günstigen Preisen. Und es gibt keine Kuhglocken.
Hallo Lieber Leser
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von:  Christel Hölscher

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Christel Hölscher
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