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Steinbruch Nickel als geschützte Fläche ausweisen

Pohlheim | Der ehemalige „Steinbruch Nickel“ in Pohlheim-Holzheim soll nach dem Willen von FW, GRÜNE und SPD als „Geschützter Landschaftsbestandteil“ (GLB) ausgewiesen werden. Einen dahingehenden Antrag werden die drei Fraktionen in die Stadtverordnetenversammlung Pohlheims einbringen. Durch die Ausweisung soll das Gebiet geschützt und in seiner Entwicklung weiter gefördert werden. Nach Beendigung der Rekultivierungsarbeiten vor ca. 10 Jahren hat sich das Gebiet zu einem herausragenden Biotop besonders für Amphibien und Reptilien entwickelt.

Überrascht und beeindruckt waren die Teilnehmer der Fraktionen von FW, GRÜNE und SPD über die Vielfalt der Natur im ehemaligen Steinbruch-Nickel im südlichsten Stadtteil von Pohlheim. Besonders die Größe der Wasserfläche und die Gestaltung der Insel und Kiesbank beeindruckten.
Ewald Seidler erläuterte die Vorgeschichte des ehemaligen Basaltbruches, das langjährige Verhandeln des NABU mit dem Unternehmer, den Aufsichts- und Genehmigungsbehörden und der Stadt Pohlheim.
Das, was man heute hier sehe, sei das gute Ergebnis eines ausdauernden und mitunter harten Verhandelns. Von der Gestaltungsidee bis hin zu deren Realisierung.
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Als besonders wertvoll habe sich das Gebiet für Amphibienarten wie Kreuzkröte, Geburtshelferkröte, Feuersalamander, Teich- und Bergmolch sowie Grünfrosch entwickelt. Die sonnigen Schotterflächen bieten Lebensraum für Schlingnatter und Zauneidechse.
Eine Frage zur Giftigkeit der Schlingnatter konnte Seidler klären. Diese sind ungiftig.

Die mit Hilfe von Jugendlichen angelegten Flachwasserteiche auf der sogenannten „Wirtschaftsfläche“, haben sich zu wahren „Brutkästen“ für die streng geschützte Kreuzkröte entwickelt. Von April bis August seien die Teiche voll von Laich, immer im Rennen gegen das Austrocknen ihres Lebensraums. Helfer sorgten aber auch hier, wie an anderen Orten, im Notfall für Wassernachschub.
Deutlich sichtbar sind die Betonfundamente der ehemaligen Brecheranlage. Im Rahmen der Rekultivierung wurde vereinbart, diese nicht abzubrechen, denn für die wärmeliebenden Reptilien- und Insektenarten sei es egal, ob sie die notwendige Wärme von Basaltsteinen oder Beton bekommen.
Für das gesamte Gebiet gebe es einen Pflegeplan, der in neun Pflegebereiche die Pflege regelt. Danach soll die „Wirtschaftsfläche“ frei von Büschen, Sträuchern und übermäßigem Grasbewuchs gehalten werden.
Insoweit wäre der verstärkte Einsatz des Stadtschäfers hier eine gute und leicht zu realisierende Maßnahme. Damit würde man den Bewuchs zurückdrängen und in Grenzen zu halten.

Nach dem Vortrag sahen sich die Fraktionsvorsitzenden Eckart Hafemann (GRÜNE), Karl-Rainer Philipp (SPD) und Klaus Sommer (FW) in ihrer Meinung bestätigt, dass es gerechtfertigt sei, solch ein ökologisch wertvolles Gebiet unter Schutz zu stellen.
„Wir rechnen mit einer breiten parlamentarischen Mehrheit für den Antrag, kommt er doch unmittelbar der Natur und damit allen Pohlheimer Bürgerinnen und Bürgern zu Gute“, so die Fraktionsvorsitzenden abschließend.

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