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Der Roger-Bannister-Effekt oder „Glaube an Grenzen und sie gehören dir“

Pohlheim | Lange glaubten Leichtathleten, dass kein Mensch es schaffen könnte, eine Meile in weniger als vier Minuten zu laufen. 1954 durchbrach Roger Bannister diese Glaubensbarriere, weil er dies so wollte und vorher in seiner Vorstellung X-Mal geschafft hatte. Im gleichen Jahr liefen noch 37 weitere Läufer unter vier Minuten und 1955 waren es schon über 300.

Interessant, oder? Jemand überschreitet ein gewisses Hindernis, durchbricht eine Grenze und macht es damit für folgende Personen leichter. Dieser Effekt lässt sich auf alle Bereiche des Le-bens übertragen. Ein unerwarteter, von vielen nicht für möglich gehaltener Erfolg ebnet den Weg für Andere. Ein Impuls reicht aus, dass alles was wir tun, nicht nur Wirkung auf unseren persönli-chen Lebensbereich hat, sondern offensichtlich auf alles andere ebenso.
Das stellt sich nicht nur die Frage nach unseren eigenen Grenzen und Möglichkeiten sowie unseren angelernten Glaubens- und Verhaltensmustern, die uns glauben machen wollen, wer wir sind und was wir können oder nicht.

Glauben Sie denn, dass alles, was Sie sehen oder hören, genauso die Wirklichkeit ist?
Wissenschaftliche
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Studien belegen schon lange, dass der Mensch nur 0,0003% von dem sieht, was tatsächlich zu sehen ist und nur 0,04% von dem hört was tatsächlich zu hören ist. Dazu kommt noch, dass diese Wahrnehmungen in unserem Gehirn mit allem bisher Erlebten verglichen und zu mehr oder weniger bedeutungsvollen Bildern und Interpretationen zusammengesetzt werden. Dieses nennen wir dann „Wahrheit“ oder „Wirklichkeit“. Wirklichkeit lässt sich auf diesem Wege also gar nicht richtig erfassen. Die meisten Menschen tun jedoch so, als wenn das, was sie sehen, Wirklichkeit sei. Komisch, oder? Trotz des Wissens der Un-Wirklichkeit, leben die meisten Menschen im Gefängnis der von ihren eigenen Gedanken zusammengesetzten Realität. Sie nutzen den Rest ihres Lebens dazu, sich selbst und anderen zu beweisen, dass es so ist, anstatt endlich frei zu leben. Somit verpassen sie viele wunderbare Möglichkeiten, die das Leben bietet.
Von diesem Standpunkt aus betrachtet, erscheinen Streitigkeiten oder gar Kriege um unterschiedliche Sichtweisen und Wirklichkeiten als noch perfider. Verrückt, wie viel Leid entstehen kann. Das kann uns schon in unserem direkten Umfeld auffallen. Privat wie beruflich. Oft glauben Menschen zu wissen, wer und was ein anderer Mensch ist oder zu sein hat. Es gibt Auseinandersetzungen, selbst mit liebgewonnenen Mitmenschen. Manche Streitigkeiten sind so festgefahren, dass es keine Lösung zu geben scheint. Doch nur weil wir keine erkennen (wollen), heißt das nicht, dass es außerhalb unserer selbsterdachten Grenzen keine gibt. Es existieren immer andere Möglichkeiten zur Genüge. Wir wissen in diesem Augenblick nur nichts davon bzw. können sie nicht wahrnehmen.

Gehen wir doch einmal gedanklich zurück und fragen uns, wo wir uns in unserem Leben verstan-desmäßige Grenzen gesetzt haben, wo wir (Träume) aufgegeben haben. Wo haben wir ein „geht nicht“ oder „kann ich nicht“ kreiert? Wann haben wir begonnen, das als wahr zu nehmen und dies uns und anderen zu beweisen?
Natürlich ist es unser Recht, unsere Glaubens- und Verhaltensmuster zu leben, aber auch sie zu ändern. Selbst gegen die Meinung Anderer.

Was können wir also tun? Halten wir inne – Innenschau. Hören wir wieder mehr auf unser Bauch-gefühl, unser Herz, unsere innere Stimme. Ist es uns klar geworden, das nur wir uns selbst be-grenzen, ist es uns klar geworden, dass sehr wohl weitere Alternativen existieren, dann öffnet sich ein weiteres großes Tor auf unserem Weg hin zur grenzenlosen Wirklichkeit.

Warum wir dies mitteilen? Es könnte uns doch eigentlich gleich-gültig sein, wie und was jeder denkt und lebt. Das ist es uns auch. Gleich gültig. Jeder wird nach seiner Fasson glücklich. Das ergibt sich ja auch aus dem Inhalt dieses Textes. Denen aber, die auf der Suche sind, die sich von ihren Begrenzungen trennen wollen, und das sind immer mehr, können diese Gedanken und Impulse eine Brücke sein auf ihrem Weg. Weg von dem gesellschaftlich geprägten Verstandesdenken, Anpassung, Dogmatismus und Enge, hin zu mehr gelebter Freiheit, Bewusstheit, Achtsamkeit. Hin zu eigenverantwortlichem Leben. Eigenverantwortliches Handeln bedeutet jedoch nicht nur, Konsequenzen unserer eigenen Entscheidungen zu übernehmen, sondern auch den anderen Menschen die Folgen für die ihren zu überlassen. Ansonsten tragen sie die Folgen unserer eigenen Ängste. Wir können unseren Mitmenschen natürlich weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen, müssen aber akzeptieren, dass sie selbst für die Folgen ihres Handelns aufkommen müssen. Zudem steht es ihnen frei, unsere Ratschläge anzunehmen oder nicht.

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