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Triathlon für Einsteiger – ein kleiner Ratgeber in 3 Teilen! Teil 2 - Radfahren

Wechsel vom Radfahren zum Laufen
Wechsel vom Radfahren zum Laufen
Pohlheim | Während es im ersten Teil des kleinen Triathlon-Ratgebers um das Schwimmen ging, beschäftigt sich der 2. Teil mit dem Radfahren.

Auch hier wende ich mich eher an die Einsteiger, da gerade beim Thema Rad die Meinungen weit auseinander gehen und die Materialfrage schnell bei 5-stelligen Summen endet. Als kompetenten Ansprechpartner konnte ich Jörg Fügert gewinnen. Jörg ist Inhaber des Radladens „Krumme Speiche“ in Wieseck, Trainer und Jugendkoordinator des Wiesecker MTB-Vereins (Radsportteam Fügert) und selbst langjähriger Wettkampffahrer.

Gunther: Jörg, zuerst einmal einige Informationen zu Deiner Person

Jörg: Ich bin seit langen Jahren dem Radsport verbunden, auch wenn meine Wurzeln beim Motocross liegen. Als Ausgleich habe ich vor ca. 20 Jahren mit dem Mountainbiken begonnen, genieße aber auch immer wieder Touren mit dem Rennrad. Wettkämpfe bestreite ich auch noch ab und zu und habe z. B. den Kellerwaldmarathon und den Spessartmarathon gewonnen. Die „Krumme Speiche“ gibt es seit 9 Jahren und unser Augenmerk richtet sich hauptsächlich darauf, für jeden Kunden das richtige Rad für seine Bedürfnisse zu finden. Unterstützt werde ich dabei natürlich von meiner Frau Bettina, die als geprüfte Meisterin für jedes Problem eine Lösung findet.

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Gunther: Wenn es um Räder geht, bist Du also ein absoluter Fachmann. Welche Tipps kannst Du einem Einsteiger bei der Wahl des ersten Rennrades geben?

Jörg: Nichts von der Stange! Jeder Körper ist anders und für jeden Fahrer gibt es das passende Rad. Hierbei spielen die passende Rahmenhöhe, die entsprechenden Komponenten (Schaltwerk, Schaltgriffe, Bremsen etc.) und die Sitzposition (ergonomische Haltung) eine wichtige Rolle. Danach geht es dann in das Fein-Tuning mit der Lenker – und Griffweiten-Einstellung, der Auslösehärte der System-Pedale (SPD, Look) und der Auswahl des Tachos. Wenn dann nach einer ausgiebigen Testfahrt alles passt, sind wir zufrieden!

Gunther: Muss es den gleich ein Rad für mehrere tausend Euro sein oder gibt es auch für weniger Geld schon ein gutes Rad?

Jörg: Natürlich! Mein Trainingsrad kostet z.B. nur etwas über 700 Euro, das Wettkampfrad allerdings deutlich mehr. Da hat sich im Laufe der Zeit einiges dran geändert, bin eben ein Bastler…Wichtig ist, dass man bei der Wahl der Komponenten nicht spart und Markenprodukte verwendet. Beim Rahmen muss es nicht immer die teure Variante sein, da haben nicht so bekannte Marken oftmals ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Für den Einsteiger ist das natürlich eine Menge an Information, aber dafür sind wir ja da!

Gunther: Da hast Du natürlich Recht. Welche Grundausstattung empfiehlst Du als Fachmann für ein gutes Einsteigermodell?

Jörg: Minimum Shimano Tiagra aufwärts. Danach kommt, je nach Geldbeutel, die „105er“, die Ultegra und dann die Dura Ace. Absolut wichtig ist die Wahl der Laufräder. Hier ist es wichtig, vernünftige Laufräder mit wenig Lauf-Widerstand zu kaufen. Und zum Schluss natürlich ein Triathlon-Aufsatz für den Lenker.

Gunther: Vielen Dank für diesen ersten Überblick. Welche Tipps hast Du als Fachmann und MTB-Wettkampffahrer für einen Einsteiger?

Jörg: Ein Rad fährt man im Allgemeinen über mehrere Jahre. Deshalb sollte man gerade am ersten Rennrad nicht sparen und sich vom Fachhändler beraten lassen. Ist das billige Rad von der Stange erst einmal gekauft, ärgert man sich schnell über kleinere „Fehler“. Wir beheben diese natürlich gerne, unser Lager an Gebrauchträdern zeigt aber, dass letztendlich dann doch ein qualitativ hochwertigeres Rad gekauft wird (was mich als Händler nicht so sehr störtJ). Weitere Infos gibt es unter
www.krummespeiche.de

Gunther: Besten Dank Jörg für das Interview.

Man erkennt also, dass es nicht zwingend notwendig ist, mit einem Rad einzusteigen, welches dem Budget eines Kleinwagens entspricht. Letztendlich entscheidet die Form des Athleten und nicht, ob das Rad einige Gramm weniger hat und der Herstellername den anderen Mitstreitern anerkennende Blicke entlockt.

Ausrüstung

Wie bereits erwähnt, sollte man sich in die Hände eines Fachhändlers begeben. Der Wettkampf ist nur der letzte Teil einer längeren Vorbereitung und das Rad muss passen, da es sonst sehr schnell zu unangenehmen Nebenerscheinungen kommt (ich weiß, wovon ich rede!). Wichtig ist, dass das Rad der Körpergröße und dem Gewicht des Fahrers entspricht und nicht ob es eine bestimmte Farbe hat oder von einer bestimmten Marke ist. Einsteiger-Modelle gibt es bereits für gut € 1.000,- und mit einem Lenkervorbau ist das Rad auch wettkampftauglich. Wer gerne etwas mehr ausgeben möchte, wird sicherlich keine Probleme dabei haben.J
Neben dem Rad sind Helm (Pflicht bei Wettkämpfen), Handschuhe, Radschuhe mit Cliques und eine Brille sinnvolle Utensilien, um einen Wettkampf anzugehen. Für das Training sind Trinkrucksack, Windbreaker und eine GPS-Uhr nützliche Hilfsmittel.

Weiter Infos zur optimalen Sitzposititon unter: http://www.roadbike.de/know-how

Wechsel

Da es beim Triathlon nun mal 3 Disziplinen gibt, muss man bei der Vorbereitung auch das Zusammenspiel trainieren. Dazu gehören entsprechende Trainingseinheiten und das Trainieren der eigentlichen Wechsel. Nichts ist nerviger, als nach einer guten Schwimmzeit minutenlang mit dem Anziehen des Oberteils zu kämpfen, bevor man aufs Rad steigt. Hier haben sich Einteiler als sehr empfehlenswert erwiesen. Genauso unnötig sind Knoten in den Schürsenkeln der Laufschuhe…

Am einfachsten trainiert man den ersten Wechsel, indem man während des Schwimmtrainings mehrere Lauf-Runden um das Becken einlegt. So bekommt man den Übergang vom liegenden Schwimmen zu einer aufrechten laufenden Position. In Kombination mit einer anschließenden Radeinheit ergibt das ein ordentliches Multitraining. Der 2. Wechsel sollte ebenfalls trainiert werden, da viele Einsteiger nach dem Rad Probleme beim Laufen bekommen. Wadenkrämpfe sind nicht selten beim Schuhwechsel und der letzten Disziplin zu beobachten. Um diesen vorzubeugen, sollten Anschlussläufe nach dem Radtraining regelmäßig integriert werden. Insbesondere, da man nach den hohen Geschwindigkeiten auf dem Rad zu einem zu hohen Anfangstempo beim Laufen verleitet wird. Achten Sie auf ein lockeres Anfangstempo und kontrollieren Sie ggf. Ihren Puls mit einem Pulsmesser.

Teil 3 dieser kleinen Serie wird sich mit dem Laufen beschäftigen. Weitere Informationen gibt der Autor gerne unter www.learntomove.de

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