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Himmlische Arena für ehrgeizige „Wellenreiter": 70 Segelpiloten aus allen Teilen Deutschlands kämpften um Sieg und Platz

Unterwegs in/über Hessen. Vom Flugplatz in Marburg-Schönstadt aus unternahmen die Wettbewerbspiloten ausgedehnte Streckenflüge. Die Tagesaufgaben sahen Distanzen zwischen 200 und 316 Kilometer vor.
Unterwegs in/über Hessen. Vom Flugplatz in Marburg-Schönstadt aus unternahmen die Wettbewerbspiloten ausgedehnte Streckenflüge. Die Tagesaufgaben sahen Distanzen zwischen 200 und 316 Kilometer vor.
Pohlheim | Die „ Marburger Open“, vom Kurhessischen Verein für Luftfahrt (KVFL) organisert, zählen zu den bedeutendsten Segelflugwettbewerben in Hessen. Zum neunten Male in Folge ging dieser Wettstreit jetzt auf dem Flugplatz in Marburg-Schönstadt über die Bühne. 70 Piloten aus allen Teilen des Bundesgebiets gaben sich dabei den Steuerknüppel in die Hand und stritten im kameradschaftlichen Vergleich um Platz und Punkt. Für die Gastgeber eine große organisatorische und logistische Herausforderung, der sie, aufbauend auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre, aber wieder glänzend gerecht wurden. Das gilt nicht nur für die Ausarbeitung und Festlegung der jeweiligen Tagesaufgaben, die ja, der Wetterlage entsprechend, mal mehr, mal weniger anspruchsvoll gestaltet waren. Nicht zuletzt die Vorgabe, 70 Segelflugzeuge binnen kürzester Zeit per F-Schlepp in die Luft und damit in die Ausgangsposition zu bringen, erfordert eine durchdachte Planung und ein perfektes Timing. Sieben Motorflugzeuge standen für diese Aufgabe zur Verfügung.

Das zum Teil prominent besetzte Teilnehmerfeld (am Start unter anderem auch "unser Mann im All"
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Ulf Merbold von der Fliegergruppe Wolf Hirth in Kirchheim) musste freilich mitunter aus der Not eine Tugend machen und sich, statt sich am Himmel auszutoben, anderweitig vergnügen. Nicht an allen der neun Veranstaltungstage waren die meteorologischen Voraussetzungen gegeben, um auf Tour zu gehen. Wird ein geplanter Durchgang abgeblasen, sprechen die Thermikjäger von "Neutralisieren“. Aber immerhin an 4 Terminen waren die Wetterbedingungen gut, einen Wettkampfflug zu riskieren. Dabei wurden Distanzen zwischen 200 und 316 Kilometern zurück gelegt, wobei die Wendepunkte jeweils dokumentiert werden mussten. Vor allem auch die Durchschnittsgeschwindigkeit floss in die Wertung mit ein. Dass dabei dem ein oder anderen „Wellenreiter“ unterwegs die Puste ausging und er mangels Thermik eine Außenlandung hinlegen musste, gehört zum „Geschäft“. Die Damen und Herren Segelpiloten sprechen dabei von „Absaufen“. In solchen Fällen gibt es immer Arbeit für die Rückholmann- und frauschaften.
Die Piloten bzw. ihre Maschinen waren in vier verschiedenen Wettbewerbskategorien eingeteilt, je nach Leistungsvermögen der Flugzeuge: Die Club-, die Standard-, die 18-m- und die Doppelsitzerklasse.

Die Clubklasse dominierte schließlich der junge Breitscheider Maximilian Klenk. Der ASW-19-Pilot ließ die Konkurrenz deutlich hinter sich und flog unangefochten zum Gesamtsieg. Zweiter wurde Jan Diehl vom VfL Asslar, die Pläzte drei und vier belegten Christian Reeh und Benni Will vom LSV Hörbach.

Max Klenk (Mitte) von der Luftsportgruppe Breitscheid holte sich in der Clubklasse den Sieg. Sein Vereinskamerad Jan Weiß (links) und Christian Reeh vom LSV Hörbach (rechts) hatten sich bei den Marburg Open ebenfalls wacker geschlagen.
Max Klenk (Mitte) von der Luftsportgruppe Breitscheid holte sich in der Clubklasse den Sieg. Sein Vereinskamerad Jan Weiß (links) und Christian Reeh vom LSV Hörbach (rechts) hatten sich bei den Marburg Open ebenfalls wacker geschlagen.
Mathias und Karl-Heinz Fuchs von der Luftsportgemeinschaft Bottenhorn war der Sieg in der Doppelsitzer-Kategorie nicht zu nehmen. Ihre Kollegen Gerhard Hermann und Achim Bieber aus dem benachbarten Hirzenhain fuhren bzw. flogen „Silber“ ein, während sich die Breitscheider Fitz Klenk und Burkhard Stenschke den dritten Podestplatz sicherten.
In der "Königsklasse", der FAI-18-m-Gruppe (Maschinen dieser Kategorie haben eine Spannweite von 18 Metern und können ihr Profil durch Wölbklappen verändern) holte sich Marcus Böhnisch aus Gedern den „Pott“. Walter Sinn von der SFG Donauwörth wurde Zweiter, Ulrich Kremer (Röhnflug Poppenhausen) belegte Rang drei. Tim Schneider (Hirzenhain/Platz 7) und Jan Weiß (Breitscheid/Platz 10) waren hier die erfolgreichsten mittelhessischen Piloten.
Nach diesen Ausflügen in den Leistungssport ist nun bei der Breitscheider Luftsportgruppe wieder etwas Basisarbeit gefragt. In der Zeit vom 9. bis 23. Juli organisieren die LSG'ler für ihren Piloten-Nachwuchs wieder ein Fliegerlager direkt am Flugplatz. Übernachtet wird vor Ort, geschult ganztägig. Auch interessierte Nicht-Mitglieder haben während dieser Zeit die Gelegenheit, einen Rund- oder Schnupperflug zu unternehmen. Vielleicht kommt der eine oder die andere ja auf den Geschmack.

Breitscheid: Die Planungen für die nächste Airshow aufen
Und diesen Termin sollten sich die Luftfahrtfans aus nah und schon einmal dick im Kalender anstreichen. Die nächste Internationale Airshow der Breitscheider kommt bestimmt. Noch ist es etwas hin, aber der Termin steht bereits: Der 1. Und 2. September 2012. Weil ein solches Ereignis viel Vorlauf und ein immensen organisatorischen Aufwand erfordert, haben die Planungen dafür bereits begonnen. Man darf wieder gespannt sein, welche aero-tischen Kostbarkeiten dann ihre rasanten Figuren an den Westerwälder Himmel zaubern.

Unterwegs in/über Hessen. Vom Flugplatz in Marburg-Schönstadt aus unternahmen die Wettbewerbspiloten ausgedehnte Streckenflüge. Die Tagesaufgaben sahen Distanzen zwischen 200 und 316 Kilometer vor.
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Max Klenk (Mitte) von der Luftsportgruppe Breitscheid holte sich in der Clubklasse den Sieg. Sein Vereinskamerad Jan Weiß (links) und Christian Reeh vom LSV Hörbach (rechts) hatten sich bei den Marburg Open ebenfalls wacker geschlagen.
Max Klenk (Mitte) von... 

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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
3.738
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 05.07.2011 um 12:34 Uhr
Ist schon ein toller Sport. Wenn ich mal nicht mehr Rad fahren kann, werde ich Segelflieger :-)
Fliegst du eigentlich selbst, Jürgen?
Stefan Walther
2.024
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.07.2011 um 23:45 Uhr
Ja, ein toller Sport...und wieder ein tolles Bild, gibt`s noch mehr davon?

Na, Herr Zeun, ganz schön "vollmundig", erst als "Springer" versuchen, jetzt als Segelflieger, hoffentlich kommt keine Erkältung dazwischen :-)), Spass muss sein!?
Bernd Zeun
3.738
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 06.07.2011 um 07:41 Uhr
Der Mensch braucht Ziele! :-)
Gisela Dapper
3.743
Gisela Dapper aus Gießen schrieb am 13.07.2011 um 17:21 Uhr
Hallo Bernd, der Flugplatz in Pohlheim bietet "Schnupperflug"-Kurse
für alle am Segelflugsport interessierten "Fußgänger". Komm einfach
mal vorbei oder besuche unsere HOMEPAGE :
www.segelfliegergruppe-steinkopf-pohlheim.de
Hier noch eine kurze Anmerkung zum Streckensegelflug:
Der Streckensegelflug fordert vom Piloten totale physische und mentale
Fitness über Stunden. Die sportliche Herausforderung und Begeisterung
liegt darin , durch das Nutzen von Thermik oder Hangaufwinden ohne
Motorkraft große Strecken zu fliegen. Einige Piloten am Pohlheimer
Flugplatz üben und messen sich mit Erfolg in dieser "hohen Kunst" des
Segelfliegens.
Christian Momberger
6.515
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 24.07.2011 um 17:15 Uhr
Ein interessanter und informativer Bericht. Ich schließe mich dem Lob von Stefan und Bernd an.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Jürgen Heimann

von:  Jürgen Heimann

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