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Wolfgang Seitz in Top-Form: Pohlheimer Acro-Künstler ließ den Zuschauern den Atem stocken - Das Acroteam begeisterte

Wolfgang Seitz fühlt seiner YAK 55 den Puls. Der Himmelskünstler zählt zu den besten und kreativsten Acropiloten Europas.
Wolfgang Seitz fühlt seiner YAK 55 den Puls. Der Himmelskünstler zählt zu den besten und kreativsten Acropiloten Europas.
Pohlheim | Eine Weltklasse-Leistung hat der in Pohlheim „stationierte“ Top-Pilot Wolfgang Seitz beim traditionellen Flugplatzfest in Bad Endbach Bottenhorn hingelegt. Der 54-jährige Acro-Künstler zählt Europa weit zu den Besten seiner Zunft. Der ihm voraus eilende Ruf hatte beim nach mehreren Tausend zählenden Publikum eine entsprechend hohe Erwartungshaltung erzeugt. Aber man kennt sich hier schon seit Jahren und weiß mit wem man es zu tun hat. Seitz zählt zu den gern gesehenen Stammgästen der Veranstaltung. Sein Ritt auf dem feuerroten Drachen, einer 440 PS starken russischen YAK-55, zählte auch in diesem Jahr unbestritten zu den Highlights der Show. Der „Herr der gerissenen und gestoßenen Rollen“ hatte einen guten Tag erwischt.

Schöner, sympathischer und spannender kann man Luftsport nicht präsentieren. Seit 16 Jahren ist die LSG Bottenhorn Garant dafür, dass der Himmelfahrtstag nicht nur als Alibifunktion für alkoholintensiven Eskapaden gestandener Väter dient. Dieser Termin ist im Hinterland traditionell auch dem fliegenden Volk nebst Fans am Boden gewidmet. Die Flugplatzfeste der Bad Endbacher Ortsteil-Piloten genießen weit über die Kreisgrenzen hinaus Reputation.
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Der Freispruch Kachelmanns wenige Tage zuvor schien die allgemeine Wetterlage positiv beeinflusst zu haben. Nach diversen meteorologischen Tiefschlägen in den vergangenen Jahren gab’s diesmal Sonne pur, die vom azurblauen Himmel mit den Gastgebern um die Wette strahlte. Letztere hatten sich diesmal besonders zur Decke gestreckt. Cheforganisator Wolfgang Schäfer hatte ein Programm zusammen gestellt, das Alt und Jung, Groß und Klein genügend Abwechslung und Rasanz bot, um die Stunden wie im sprichwörtlichen Fluge verstreichen zu lassen. Im Schatten des Fernsehturms Angelburg vereinigte sich eine stattliche Flotte aeronautischer Kostbarkeiten zu einem farbenfrohen, himmlischen Tänzchen. 2000 Besucher staunten.

Entspannt und unaufgeregt

Das Besondere an den Bottenhorner Flugshows ist, dass es hierbei völlig entspannt und unaufgeregt zugeht. Kein von einem minutiösen Zeitdiktat erzeugter Stress, keine Überspanntheit. Das Geschehen folgt zwar einem locker vorgegebenen Handlungsstrang, entwickelt sich andererseits aber oft auch aus der Laune des Augenblicks heraus. Und das, Improvisation inklusive, ist gerade das Reizvolle und birgt nebenbei das ein oder andere willkommene Überraschungsmoment. Eine Trumpfkarte, die Moderator Manfred Burk etliche Male aus dem Ärmel zog.
Die Showpiloten aus dem nördlichen Sauerland zauberten traumhafte Figuren an den Himmel.
Die Showpiloten aus dem nördlichen Sauerland zauberten traumhafte Figuren an den Himmel.
Die Bottenhorner Flugplatzfeste haben mehr den Charakter eines großen Familienfestes und bedienen andererseits selbst anspruchsvollste Luftfahrtfreaks. Und wenn die Kleinsten vom Motorgedröhn, dem Benzin- und Ölparfüm der Flugzeuge und dem Paraffingenebele die Nase voll haben und eine Auszeit brauchen, können sie sich auf der Hüpfburg oder anderen Spielgeräten entspannen, während sich Mami und Papi auf der Freiterrasse des „Cafes Charles Lindbergh“ an den Tortenschnittchen laben. Und dann geht’s frisch gestärkt in die nächste von vielstimmigen Ahh’s und Ohhh’s begleitete Showtime-Runde.

Himmelszauberer aus Meschede

Mit dem Acroteam aus Meschede hatten die LSG-Luftikusse in diesem Jahr ein besonderes Schmankerl auf der Besetzungsliste platziert. Den fidelen Vollblut-Piloten um Jan Schröjahr gehörte die Lufthoheit über dem Platz fast ständig. Die Nord-Sauerländer waren mit gleich sieben prächtigen Maschinen herangebrummt, zwei Pitts Special, zwei Skybolts, zwei Stampes SV 4 und einer Sonerei. Gemein ist allen diesen Maschinen, dass sie für den Kunstflug wie geschaffen sind (und auch wurden). Mit einem Könner am Steuerknüppel,
Charmantes Hijacking. Da ärgerte sich Wolfgang Seit, dass sein russisches Kraftpaket nur ein Einsitzer ist. Diese hübsche Dame hätte er bestimmt gerne mitgenommen. So beließ er es dabei, der Lady die Cockpitinstrumente zu erklären.
Charmantes Hijacking. Da ärgerte sich Wolfgang Seit, dass sein russisches Kraftpaket nur ein Einsitzer ist. Diese hübsche Dame hätte er bestimmt gerne mitgenommen. So beließ er es dabei, der Lady die Cockpitinstrumente zu erklären.
und um solche handelt es sich bei den Angehörigen dieser Staffel ausnahmslos, sind alle Voraussetzungen für ein waghalsig scheinendes Aerobatic-Abenteuer gegeben. Die Gäste zauberten traumhafte, vom Paraffinnebel akzentuierte Figuren an den Himmel, mal als Solisten, mal in Formation. Und wer Mumm genug hatte, konnte diese rasanten Luftnummern als Passagier selbst miterleben.

Bürgermeister wagte Segelkunstflug

Da ließ sich auch Bürgermeister Markus Schäfer nicht lumpen, nahm allerdings auf dem Rücksitz eines voll Kunstflug tauglichen Segelflugzeugs Platz. Der Mann vor ihm an den Pedalen hatte mal eben die Pferde getauscht. Er hieß Wolfgang Seitz und gilt als einer der fähigsten und kreativsten Acro-Piloten Hessens und darüber hinaus. Dass es der Pohlheimer bei diesem windigen Duechgang etwas langsamer angehen ließ, war der Rücksichtnahme auf das Ortsoberhaupt geschuldet. Beim berühmten ersten Mal soll man es ja schließlich nicht übertreiben. Aber dann, im angestammten Sitz seiner leuchtend roten YAK 55 ließ der gebürtige Babenhausener nicht zum ersten Male an diesem Tage die Wutz raus. Wen Wolfgang Seitz am Himmel turnt, stockt den Zuschauern der Atem. Und es scheint so, als wolle der Mann sämtliche Gesetze der Schwerkraft und der Flugphysik verhöhnen. Das hat Weltklasse!

Jan Schröjahr vom Acroteam aus Meschede lässt mächtig Dampf ab.
Jan Schröjahr vom Acroteam aus Meschede lässt mächtig Dampf ab.
Des einen Freud, des anderen Leid: Da der Wind an diesem Tage etwas zu heftig blies, musste Harry Stephan, ein „Landsmann“ von Seitz aus Pohlheim, seine Passagierdrachenflüge absagen. Safety first! Aber vielleicht klappt’s am kommenden Sonntag (5. Juni), wenn das Flugplatzfest ab 10 Uhr bei fast identischem Programm in die zweite Halbzeit startet. Keine Probleme mit der starken Brise hatte hingegen „Chef-Rotierer“ Dieter Bayer, der seinen Passagieren in der Kanzel des Robinson-Heli das Lahn-Dill-Bergland aus der Vogelperspektive zeigte. Eine Möglichkeit, die auch mit Motor- und Segelflugzeugen genutzt werden konnte.
Fazit: Wieder ein gelungenes, mit viel Engagement geplantes und von der Liebe zum Fliegen getragenes Fest, das eine breite Palette der allgemeinen Luftfahrt abbildete und die Generationen unter den Zuschauern verband und faszinierte.

Wolfgang Seitz fühlt seiner YAK 55 den Puls. Der Himmelskünstler zählt zu den besten und kreativsten Acropiloten Europas.
Die Showpiloten aus dem nördlichen Sauerland zauberten traumhafte Figuren an den Himmel.
Charmantes Hijacking. Da ärgerte sich Wolfgang Seit, dass sein russisches Kraftpaket nur ein Einsitzer ist. Diese hübsche Dame hätte er bestimmt gerne mitgenommen. So beließ er es dabei, der Lady die Cockpitinstrumente zu erklären.
Jan Schröjahr vom Acroteam aus Meschede lässt mächtig Dampf ab.
Wolfgang Seitz bei der Arbeit. Den Slogan auf seiner auffällig lackierten YAK 55 hat er von dern Rolling Stones geklaut, aber er passt: Start me up!
In den Brillengläsern eines Besuchers spiegeln sich die YAK 55 und die ASK 21.
Thorsten Weiß vom Acroteam liegt mit seiner Skybolt über Kreuz.
Eine von zwei prächtigen alten Stampe V4, die die Mescheder mit nach Bottenhorn gebracht hatten. Sie waren mit insgesamt sieben Maschinen präsent und hatten so die Lufthoheit über dem Platz.
Ob da jemand den Nachbrenner eingeschaltet hat?
Kein Tunnelblick: Der verchromte Propeller der Pitts S2B dient als Projektionsfläche.
Überflieger: Andre Brinkhaus gibt seiner Skybolt die Sporen.
Himmelsschreiber:  Paraffin ersetzt die Tinte. Und bei einem solch blauen Himmel kommt diese Kunst besonders gut zur Geltung.
Für die Fotografen boten sich in Bottenhorn Motive en masse.
Kaiserwetter: Tausende säumten in Bottenhorn den Rand des Flugfeldes. Sie bekamen etwas geboten. Aber auch die beteiligten Flugzeuge und ihre Piloten brauchten mal ein Päuschen.
Noch ein  echter Hingucker:  In diesem Brillengals spiegelt sich die prächtige Stampe SV4C von  Lothar und Elke Bieker. Auch diese beiden gehören zum Acroteam aus Meschede.
Dem brennt der Kittel! Jan Schröjahr rauscht und raucht mit seiner wunderschön lackierten Pitts S2B über den Platz.

Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
9.537
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 03.06.2011 um 23:02 Uhr
Klasse Fotos, klasse Text !
Jürgen Heimann
2.591
Jürgen Heimann aus Gießen schrieb am 04.06.2011 um 11:08 Uhr
Hallo Bernd, Danke für die Blumen. Aber die tollen Fotos sind ja nicht von mir. Da waren Profis am Werk. Jens Nelle vom LSV Meschede, Markus Novak aus Ehringshausen und Fabian Hölzel aus Bad Endbach. Die verstehen halt ihr Handwerk und wissen, worauf es ankommt. Und es macht einfach Spaß mit solchen guten Leuten zu ar beiten.
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von:  Jürgen Heimann

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Interessensgebiet: Gießen
Jürgen Heimann
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