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Ein Rhythmus, bei dem man mit muss: Mitreißend, impulsiv, authentisch - African Gospel mit der „Upendo Group“

Die Upendo-Group ließ die Sonne Afrikas über dem Aartal scheinen. Die Sänger, Musiker und Tänzer aus Tansania boten ein mitreißendes Konzert voller Temperamernt und Lebensfreude.
Die Upendo-Group ließ die Sonne Afrikas über dem Aartal scheinen. Die Sänger, Musiker und Tänzer aus Tansania boten ein mitreißendes Konzert voller Temperamernt und Lebensfreude.
Pohlheim | Temperament, ansteckende Lebensfreunde, Authentizität und „gaaaanz“ viel Rhythmus, bei dem jede(r) mit muss. The Spirit, Soul and Rhythm of Africa! Dem haben wir Ratio fixierten und im Vergleich dazu doch eher reservierten und zurückhaltenden Mitteleuropäer zunächst einmal wenig entgegen zu setzen. „Habari za jioni. Jinsiwewe? Sisi ni furaha sana kuwa na uwezo wa kucheza hapa!“ Hää?? So oder so ähnlich hätte man das Entreé auch formulieren können. Das ist Kishwahili (veraltet: Suaheli), die am weitesten verbreitete Bantusprache Tansanias. Aber das hätte dann kein Mensch wirklich kapiert. Bei der Musik ist das anders – egal woher sie kommt. Sie ist von ihrem Wesen her international und wird auch so verstanden – überall auf der Welt. Und deshalb konzentrierten sich die Akteure des Abends auch auf sie.
Reden ist Silber, Singen ist Gold. Und davon hatten Joshua, Albert, Agrey, Aaron, Lilian, Eli und Edina (letztere in zweifacher Ausfertigung) jede Menge in den Kehlen. Schenken wir uns die Nachnamen. Die phonetisch korrekt aussprechen zu wollen, würde jedem sprachlich durchschnittlich begabten West-Teutonen
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den Schweiß der Verzweiflung auf die Stirn treiben. „Upendo Group“ geht uns dann schon leichter über die Lippen. Unter dieser Bezeichnung firmiert ein achtköpfiges Ensemble aus dem ostafrikanischen Küstenstaat am Indischen Ozean, mit dem die meisten Besucher des Abends bislang allenfalls den Victoriasee, den Kilimandscharo oder den Serengeti Nationalpark verknüpft haben dürften. Und der botanisch versierte Garten- und Balkonfreund weiß vielleicht sogar, dass die auch bei uns so beliebten Usambara-Veilchen hier in Tansania ihren Ursprung haben.


Offene Türen und offene Herzen eingerannt

In Dar es Salaam, der ehemaligen Hauptstadt der Vereinigten Republik mit ihren 41 Millionen Einwohnern sind die vier Damen und Herren aufgebrochen, die Welt zu erobern. Wobei „erobern“ doch vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist. „Begeistern“ wäre treffender. Daheim sind die Tänzer, Sänger und Musiker längst eine feste Größe, aber auch hier zu Lande auf dem besten Weg, ihr Publikum zu finden und zu mehren. In den vergangenen Wochen lieferten sie in vielen Orten Mittelhessens rasante Gastspiele ab. Auch in Bischoffen rannte das exotische Oktett, das hier unlängst auf Einladung der Freien evangelischen Gemeinde gastierte, mit seinem „African Gospel“ im vollbesetzten Gemeindehaus offene Türen und offene Herzen ein. Ursula Lückhof und Hans-Robert Koch hatten dieses außergewöhnliche Konzert organisiert.
Schweißtreibende Hingabe: Von Null auf Hundert in 0,5 Sekunden. Die. Begeisterung  der afrikanischen Künstler  ist ansteckend.
Schweißtreibende Hingabe: Von Null auf Hundert in 0,5 Sekunden. Die. Begeisterung der afrikanischen Künstler ist ansteckend.
Ausdrucksstarke, faszinierende Stimmen kombiniert mit sprühender Energie und pulsierend-ekstatischen Ensemble-Tänzen sind die Markenzeichen dieser fidelen, in den tansanischen Landesfarben Grün-Gold-Schwarz-Blau gewandeten Truppe. Da wirkt nichts aufgesetzt oder gekünstelt. Die Musik, eine Mischung aus modernen und traditionellen-folkloristischen afrikanischen Elementen, mag in europäischen Gehörgängen zwar zunächst etwas gewöhnungsbedürftig klingen, aber wirklich nur zunächst. Sie zielt auf das Herz, den Bauch, die Beine - und sie zeigt Wirkung.

Schweiß treibend und temperamentvoll

Schlicht im Aufbau sind die Melodien mit ihrem mal treibenden, mal verhaltenen Rhythmus doch mitreißend, wobei vor allem die hingebungsvolle, impulsive und von Inbrunst getragene Interpretation diesen Eindruck noch verstärkt. Gestik, Mimik und Körpersprache der Künstler tun ein Übriges. Kompositionen, Texte und Arrangements entstammen ausschließlich der eigenen Feder. Die zentrale Botschaft dahinter kündet von der Liebe Gottes zu den Menschen, die hinaus in die Welt zu tragen
Waren im ersten Teil Elekro-Bass, Keyboard und E-Gitarre noch die Zugeständnisse an abendländische Hörgewohnheiten, ging es nach der Pause nur mit Percussion-Untermalung „back to the roots“.
Waren im ersten Teil Elekro-Bass, Keyboard und E-Gitarre noch die Zugeständnisse an abendländische Hörgewohnheiten, ging es nach der Pause nur mit Percussion-Untermalung „back to the roots“.
das eigentliche Kernanliegen der Gruppe ist, die sich aus Mitgliedern verschiedenster lutherischer Gemeinden rekrutiert. Aber auch weniger oder nicht religiöse Zeitgenossen ziehen Freude und Begeisterung aus dieser packenden, leidenschaftlichen Performance. Die Songs werden ausschließlich in Kishwahili, der (inoffiziellen) tansanischen Amtssprache, vorgetragen, aber von Verständigungsproblemen keine Spur. „Halleluja“ versteht man sowieso rund um den Globus.

Zurück zu den Wurzeln
Erschien der erste Teil des Abends, bei dem Elektro-Bass, E-Gitarre und Keyboard zum Einsatz kamen, noch fast wie ein Zugeständnis an abendländische-westliche Hörgewohnheiten, ging es nach der Pause deutlich „back to the roots“ – hin zum puren, authentischen, originären afrikanischen „Soul“. Dazu bedurfte es nicht mehr als einiger Percussion-Instrumente, „Ngomas“ (Trommeln) in den unterschiedlichsten Größen und Variationen, oder "Kayambas" (mit Weizenkörnern gefüllten Rasseln), um einen Rhythmus-Teppich zu knüpfen, der dem vielstimmigen, von einer energiegeladenen Choreografie begleiteten a-capella-Gesang der „Upendos“ stützt und vorantreibt. Als ob die heiße Sonne Afrikas sich in Haut und Seele der Zuhörer einbrennen würde.
Eintritt nehmen die afrikanischen Künstler aus Prinzip nicht. Nur am Ausgang wird jeweils um eine Spende gebeten, die dazu beitragen soll, die Unkosten der Tournee zu decken. Überschüsse fließen gezielt in Hilfsprojekte, so beispielsweise den Aufbau einer Einrichtung für Aidsweisen in Dar es Salaam. „Kwaheri. Sisi atakuja tena!“ hieß es nach einem knapp zweistündigen, Schweiß treibenden Rhythmus- und Vokalfeuerwerk. Was so viel bedeutet wie „Tschüß. Wir kommen gerne wieder“.

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von:  Jürgen Heimann

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