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Donnernde Abschiedsrunden über Breitscheid: Odyssee einer grell-bunten „Hirschkuh“ - Hin- und Heimflug mit Hindernissen

Gruppenbild mit Dame(n). V.l.n.r.: Major  Zoltán Szili, der Pilot der Mil Mi-24, die beiden Airshow-Organisatoren Jupp und Stefan Langer, Hauptsponsor Volker Georg, Carla Deppe, PR-„Offizier“ Renee Eichler und drei Crewmitglieder.
Gruppenbild mit Dame(n). V.l.n.r.: Major Zoltán Szili, der Pilot der Mil Mi-24, die beiden Airshow-Organisatoren Jupp und Stefan Langer, Hauptsponsor Volker Georg, Carla Deppe, PR-„Offizier“ Renee Eichler und drei Crewmitglieder.
Pohlheim | Was viele Breitscheider und die Bewohner der Nachbardörfer am Dienstagnachmittag noch einmal in den Himmel blicken ließ, war keine verspätete Airshow-Zugabe, sondern eine Abschiedsrunde. Mit der Transall der Bundesluftwaffe und dem imposanten Mi-Mil-24-Kampfhubschrauber der ungarischen Kollegen sagten damit auch die beiden letzten Nachzügler „Tschüß“. Ein letztes Mal ging es mit den Tragflächen wackelnd bzw. der Nase wippend im Tiefflug über den Platz. Und das bedeutet in der „Gebärdensprache“ der Luftkutscher so viel wie „Auf Wiedersehen“. Ein solches soll es natürlich geben. Jetzt sind alle weg, jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt auf der „Hub“. Die Platzherren brauchen Erholung.
Vor allem mit den Militärs, egal welcher Nation entstammend, verbindet die Luftsportgruppe Breitscheid -Haiger eine jahrzehntelange Flieger-Freundschaft, in die so manche Anekdote eingewoben ist. Gute und herzliche Kontakte wie diese wollen und müssen auch gepflegt und gelebt werden. Thematisch sind sich beide Seiten dabei ja sowieso ziemlich nahe. Das Lufttransportgeschwader 62 aus Wunstdorf /Nähe Hannover genießt auf dem
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Westerwälder Airport längst Heimvorteil. Auch zwischendurch kommt hier immer mal wieder ein „Engel der Lüfte“ vorbei, um neue Anflugverfahren oder andere Manöver zu trainieren. Und einen Breitscheider Flugtag lassen die LTG-Jungs grundsätzlich nicht aus. Das ist Ehrensache.
Die ersten Kontakte zu den Magyaren reichen 20 Jahre und länger zurück. Damals musste die mit Militärpiloten bestückte ungarische Nationalstaffel (Aero Triga) auf dem Rückflug von einer Airshow in Belgien wegen schlechten Wetters in Breitscheid „notwassern“. Die Besatzungen saßen hier tagelang fest und wurden von der Luftsportgruppe wie selbstverständlich auf das Beste versorgt und bewirtet, Quartiernahme im Hotel Horst Lehr sowie textile Neueinkleidung inklusive. Das haben die Ungarn nie vergessen. Zwei Jahrzehnte später revanchierten sie sich. Denn: Dass die grell-lackierte „Hirschkuh“ zum Flugtag kommen würde, war zwar seit langem beschlossene Sache, stand jedoch von einem Tag auf den anderen auf ganz wackeligen Füßen.
Die Flugbereitschaft der Bundeswehr in Berlin hatte sich dazwischen gezwängt und den Breitscheidern dieses Highlight für einen eigenen, kurzfristig vorverlegten Event ausgespannt. Man sieht, auch und gerade unter Airshow-Veranstaltern
Winke, Winke:  So nehmen Freunde Abschied – aber nicht für immer. Die "Hirschkuh" rotiert in Richtung Heimat.
Winke, Winke: So nehmen Freunde Abschied – aber nicht für immer. Die "Hirschkuh" rotiert in Richtung Heimat.
herrscht ein ziemlicher Konkurrenzkampf. Da der Vorzeige-Heli der ungarischen Luftstreitkräfte, so war es Beschluss- und Befehlslage, dieses Jahr außer der ILA aber nur noch an einem Flugtag in Deutschland teilnehmen durfte, hätte die LSG das Nachsehen gehabt.
Es ist immer ärgerlich (aber, wie die Praxis zeigt, nie auszuschließen), dass ein bereits angekündigter Programmpunkt (aus unterschiedlichsten Gründen und teils bedingt durch „höhere Gewalt“) gestrichen werden muss. Aber so schnell wird nicht aufgegeben. Das war die Stunde von Jupp Langer. Ein paar intensive Telefonate mit dem ungarischen Militärattaché – man kennt sich ja von früher – und der Fall war erledigt. Dass die „Hind“, was viele schade fanden, in Breitscheid keine Vorführung flog, sondern nur im „Static Display“ zu bewundern war, lag schlich hat und ergreifend daran, dass für eine Demonstration keine Genehmigung vorlag. Täten hätten Major Zoltán Szili und seine Crew schon sehr gerne, durften taten sie aber nicht….…
War der Hinflug für die Ungarn (und ihre Gastgeber) schon nicht ganz frei von logistischer Problematik gewesen, so gestaltete sich die Heimreise noch schwieriger. Für die „Anfahrt“ hatten von Breitscheid aus erst einmal 5000 Liter Sprit für
Das gehört zum Ritual. Ein letzter, schneller Überflug mit  Flächenwackeln. Das heißt in der „Gebärdensprache“ der Luftkutscher so viel wie „Auf Wiedersehen“.
Das gehört zum Ritual. Ein letzter, schneller Überflug mit Flächenwackeln. Das heißt in der „Gebärdensprache“ der Luftkutscher so viel wie „Auf Wiedersehen“.
die „Hirschkuh“ sowie ein Ausweichflugplatz organisiert werden müssen, weil der ursprünglich zur Betankung vorgesehene Flugplatz im Bayerischen am Wochenende geschlossen war. Der Start für den Nachhauseflug verzögerte sich aufgrund schlechten Wetters auf der Strecke dann erst einmal um einen Tag. Und als es dann am späten Dienstag Nachmittag endlich losging, war die Tour bereits in Roth unweit von Nürnberg, einem sowohl militärisch, als auch zivil genutzten Airfield, vorzeitig zu Ende. Bei den im Süden vorherrschenden Wetterbedingungen hätte es der Heavy-Metal-Heli nämlich nie über die Alpen geschafft.
Doch die gestrandete Crew, darunter eine Lady, die Waffenleitoffizierin, blieb sich nicht selbst überlassen. Hotelzimmer wurden von Breitscheid aus gebucht, und ein Offizier der in Roth beheimateten Heeresflieger organisierte auf Bitten Langers Abendessen und Stadrundfahrt durch Nürnberg. Ein Rundum-Sorglos-Paket also. So konnten die Ungarn am Mittwoch ausgeruht und gestärkt einen zweiten Anlauf nehmen, um nach Hause zu kommen. Dort, in der Nähe von Budapest, sind sie inzwischen auch heil wieder eingetroffen. Sie werden diese Odyssee so schnell nicht vergessen und sind, wenn möglicherweise 2012 die nächste Breitscheider Airshow ins Haus steht, natürlich wieder mit von der Partie. Versprochen! Eine Hand wäscht schließlich die andere.

Gruppenbild mit Dame(n). V.l.n.r.: Major  Zoltán Szili, der Pilot der Mil Mi-24, die beiden Airshow-Organisatoren Jupp und Stefan Langer, Hauptsponsor Volker Georg, Carla Deppe, PR-„Offizier“ Renee Eichler und drei Crewmitglieder.
Gruppenbild mit Dame(n).... 
Winke, Winke:  So nehmen Freunde Abschied – aber nicht für immer. Die "Hirschkuh" rotiert in Richtung Heimat.
Winke, Winke: So nehmen... 
Das gehört zum Ritual. Ein letzter, schneller Überflug mit  Flächenwackeln. Das heißt in der „Gebärdensprache“ der Luftkutscher so viel wie „Auf Wiedersehen“.
Das gehört zum Ritual.... 
Nach einer letzten Ehrenrunde über dem Breitscheider Flugplatz geht die weiße  „Tralli“  auf Heimatkurs.
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von:  Jürgen Heimann

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