Bürgerreporter berichten aus: Pohlheim | Überall | Ort wählen...

Hessenschau-Reporter besteht himmlisches Abenteuer: Im Auge des Drachens - Fernseh-Dreh in 1500 Metern Höhe über Pohlheim

Nahaufnahme: Die Angst des Torwarts vorm Elfmeter… Nein so schlimm war es nicht. Vor dem Start noch schnell ein Interview. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.
Nahaufnahme: Die Angst des Torwarts vorm Elfmeter… Nein so schlimm war es nicht. Vor dem Start noch schnell ein Interview. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.
Pohlheim | „Big-Brother is watching you“! Wäre die Fernsicht noch um einen Tick besser gewesen, Franco Foraci hätte seinem Intendanten im Frankfurter Funkhaus fast bei der Kaffeepause zusehen können - sofern der an diesem Tag überhaupt im Büro war. Aber auch so hatte der hr-Reporter Weit- und Überblick genug – rundum, nach Süden, Norden, Osten und Westen hin. Der Journalist startete in Pohlheim bei Gießen zum Selbstversuch, wobei „starten“ in diesem Falle durchaus wörtlich zu nehmen ist. Das erklärt auch das mulmige Gefühl, das den „Hessenschauer“ anfangs heftigst beschlichen hatte. Aber in letzter Minute Angst vor der eigenen Courage zu zeigen, diese Blöße wollte er sich denn doch nicht geben. Da hätten die Kollegen, Tontechniker und Kamerafrau, etwas zum Feixen und Ablästern gehabt. Die waren nicht nur zur technischen Unterstützung mit ausgerückt, sondern auch, um, wenn’s denn erforderlich werden sollte, psychologischen Beistand zu leisten.
Das Fernsehteam hatte ein Rendezvous mit Harald Stephan, einem passionierten und erfahrenen Drachenflieger, der sich als einer der ganz wenigen seiner Zunft Passagiere ans Bein bzw. auf den Rücken bindet – im übertragenen Sinne. Tandemflüge mit einem Delta , das gibt es zumindest in Mittelhessen sonst nirgends. Also packen wir’s. Ready for Take-off!
Mehr über...
Tandemfliegen (1)Luftsport (55)Fernsehen (46)Drachenfliegen (16)Adrenalin (4)Abenteuer (51)
Wie schon viele andere vor ihm genoss auch der hr-Mann dieses windig-luftige Abenteuer in vollen Zügen. Dass er es heil überstanden hat, belegt sein interessanter Beitrag „Drachenflug im Huckepack – Eine Pohlheimer Spezialität“, den die Hessenschau am vergangenen Montagabend ausstrahlte. Wunderschöne Aufnahmen hatten die Kameras am Tag zuvor eingefangen, teils aus der Perspektive des Fluggastes, teils aus der eines parallel zum Gespann fliegenden Motordrachens. Mit einem solchen als (Ab-)Schlepper, einem sogenannten „Trike“, wird der Hochleistungs-„ATOS VX“ von Harry Stephan mit seinen 14 Metern Spannweite auch in die Luft gebracht. In 1500 Metern Höhe trennt der 37-Jährige die Seilverbindung, worauf er und sein über ihm im Trapez hängender „Mitfahrer“ auf sich allein gestellt sind.
Und an diesem Punkt fängt der Spaß eigentlich erst richtig an. In rasanten Kreisen geht es auf die Jagd nach warmer, aufsteigender Luft, die den Starrflügler weiter nach oben tragen soll. Solche Aufwindnester erkennt der erfahrene Luftkutscher auch an den Vögeln, die sich diese „Thermikschläuche“ zu Nutze machen. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Das Piepen des Variometers signalisiert, ob Steigen oder Sinken angesagt sind.
Der Himmel wartet schon: Mit 60 Stundenkilometern geht es "bergauf".
Der Himmel wartet schon: Mit 60 Stundenkilometern geht es "bergauf".
Das Gießener Umland hat vor allem auch aus dieser Perspektive seine Reize. Die Sicht ist phänomenal und beträgt hundert Kilometer und mehr. Die Silhouette des Taunus erhebt sich rechterhand, im milchigen Dunst am fernen Horizont lässt sich die Frankfurter Skyline erahnen. Diese Art zu Fliegen ist die urtümlichste und naturverbundenste unter allen luftsportlichen Disziplinen und beschert, vor allem den „Gereenhörnern“, den ein oder anderen deftigen Adrenalinschub. Die Nase im Wind, unten ein Nichts und oben nur ein Fetzen Stoff. Die Konstruktion aus frei tragenden Karbonholmen wirkt fragil und zerbrechlich, ist es aber nicht. Und für den Fall der Fälle gibt es immer noch ein Gesamtrettungssystem, das einen 65 Quadratmeter großen Fallschirm beinhaltet. An ihm können Mann samt Gerät, sollte tatsächlich einmal etwas schief laufen, sicher zu Boden schweben. Aber diesen „Notausgang“ hat Harry Stephan in seiner langjährigen Flugpraxis noch nie nehmen müssen.
Der Schreckmoment , als er während des Flugs die Hände vom „Lenkrad“, pardon, Steuerbügel nahm, währte für seinen Passagier nur kurz, aber intensiv. Keine Panik! Alles im grünen Bereich. Der Schwerkraft gesteuerte Hängegleiter ist so ausgetrimmt, dass er in solchen Situationen wie von selbst eine stabile Fluglage mit einer gleichbleibenden Geschwindigkeit beibehält. Die Landung: wie versprochen „butterweich“. Wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, umschrieb Franco Foraci seinen (Gemüts-)Zustand mit „glücklich-verwirrt“.

Nahaufnahme: Die Angst des Torwarts vorm Elfmeter… Nein so schlimm war es nicht. Vor dem Start noch schnell ein Interview. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.
Nahaufnahme: Die Angst... 
Der Himmel wartet schon: Mit 60 Stundenkilometern geht es "bergauf".
Der Himmel wartet schon:... 
hr-Reporter Franco Foraci winkt „seiner“ Kamerafrau zu, die an Bord eines Trikes hoch über dem Gießener Land Begleitschutz flog. Damit er seine eigene Kamera nicht verlor, war diese durch ein Seil noch einmal extra gesichert. 1
hr-Reporter Franco... 
Wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen: hr-Reporter Franco Foraci (Zweiter von links) und sein Team haben hoc ber dem Gießener Land wunderschöne Fernsehbilder eingefangen. Links Ab-Schlepper Detlef Meyer, dahinter Tandem-Chefpilot Harry Stephan.
Wieder auf dem Boden der... 

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Das ZDF bei den Königsjägern I
Schach in Hungen ist eine Erfolgsstory! Die Königsjäger im ZDF
Nach knapp 1 Jahr Arbeit in der Flüchtlingshilfe neigt man dazu,...
Das ZDF Team Chris Gocke & Sarah
Das ZDF zu Besuch beim Schachklub
Es kommt wahrlich nicht alle Tage vor, dass es ein Schachverein ins...

Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
9.530
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 26.08.2010 um 22:32 Uhr
Diese ursprüngliche Form der Fliegerei ist schon ziemlich faszinierend.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Jürgen Heimann

von:  Jürgen Heimann

offline
Interessensgebiet: Gießen
Jürgen Heimann
2.591
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Brüder, zur Sonne, zum Freifall: Magische Augenblicke, aber vom Boden aus nicht zu sehen. Da muss schon ein Skydive-Paparazzi mit von der Partie und ganz dicht am Motiv sein.
Saison-Endspurt: Kehraus am Himmel Breitscheids – Nur noch wenige Tage bis zum Zapfenstreich
Von der "Worscht" mal abgesehen: Alles hat (einmal) ein Ende. Und ein...
Angler-Fantasien: So etwas würde mancher Würmerbader gerne mal am Haken haben. Da ist die Rute bis zum Sollbruch gespannt… Petri geil!
Dicke Brüste und Fische mit Schnappatmung: Petri geil! Der Angler von Welt findet den sexy Karpfen-Kalender total erotisch
nicht nachstehen. Für den Angler von Welt gibt es jetzt, Petri geil,...

Weitere Beiträge aus der Region

Chorifeen und Männer in Mix-Dur 2014
„Machet die Tore weit!“
„Machet die Tore weit!“ Lautet der Titel des geistlichen Konzertes im...
Die Pohlheimer Sportler des Jahres 2016 im Mannschafts-, Frauen- und Männersport auf dem Siegertreppchen (li. Wolfgang Sames).
Frankfurt hätte seine Sportler im Römer geehrt ...
Im Rahmen einer Adventsfeier im Pohlheimer „Reitzentrum-Sames“, auf...
Modern Voices mit Andreas Stein
Wintergala im Winterwald
Mit dem Titel „Wintergala“ hatte der gemischte Chor „Modern Voices“...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.