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Seelsorge für Trauernde

Friedrich W. Steinmüller
Friedrich W. Steinmüller
Pohlheim | Mit einem besonderen Angebot hat der neuapostolische Kirchenbezirk Gießen am vergangenen Dienstag den ehrenamtlichen Seelsorgern seines Bereiches eine neue Betrachtungsweise ihrer Arbeit ermöglicht. In einer Abendveranstaltung wurde ihnen der Themenkomplex „Seelsorge für Trauernde“ nähergebracht. Als Referent konnte der geprüfte Trauerbegleiter Friedrich W. Steinmüller aus Köln gewonnen werden. Steinmüller ist ebenfalls als Priester in der ehrenamtlichen Seelsorge der Neuapostolischen Kirche in Köln tätig und konnte das Thema somit aus Sicht eines professionellen Trauerbegleiters sowie eines Seelsorgers vermitteln.

Der Vorsteher des Gießener Kirchenbezirks, Bezirksältester Heinrich Roth, eröffnete die Veranstaltung und hieß neben den zahlreich erschienen ehrenamtlichen Seelsorgern besonders den Referenten des Abends herzlich willkommen.

In seinen interessanten Ausführungen beleuchtete Steinmüller das Thema Trauer aus unterschiedlichen Blickwinkeln. „Trauernde fühlen sich oft schon nach kurzer Zeit allein mit ihren Gefühlen der Verunsicherung, der Traurigkeit, manchmal der Wut, des Haderns, der Angst und der Schuldgefühle, aber auch allein mit der Aufarbeitung von Erinnerungen.“ so der Referent. „Doch wie die Freude, so braucht auch die Trauer – das Klagen – einen Raum. Die Trauer will Gehör finden und sich ausdrücken.“

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Er zeigte, dass jeder Trauerweg ein ganz individueller Weg ist, bei dem Gespräche mit den Betroffenen das gegenseitige Verstehen fördern können, um damit die oft so quälende eigene Sprachlosigkeit zu lindern. Gespräch und gemeinsames Tun helfen, sich an die Trauer heran und in sie hinein zu wagen. Dabei entsteht die Chance, die Trauer im Maß des individuellen Vermögens zu verarbeiten.

Steinmüller sprach auch davon, dass Seelsorge an Menschen in Trauer eine besonders hohe Sensibilität erfordert. Bei dieser Art von Seelsorge handelt es sich zunächst um das Angebot von Begleitung und Nähe. „Zwar können die Geistlichen vor Ort im Rahmen der individuellen Seelsorge diese Arbeit punktuell tun, stoßen aber in vielen Fällen an zeitliche Grenzen. Hier können beispielsweise Gesprächskreise und Selbsthilfegruppen auf diesem wichtigen seelsorgerischen Terrain unterstützend tätig werden,“ so Steinmüller in seinen Ausführungen.

Aus seinen langjährigen praktischen Erfahrungen mit Trauernden konnte Steinmüller den Anwesenden auch vielfältige Ratschläge und Hinweise über den Umgang mit Trauernden mitgeben.

Anschließend dankte Bezirksältester Roth dem Referenten für den interessanten aber auch nachdenklichen Abend, der viele aufschlussreiche Facetten der Trauerarbeit gezeigt habe. „Ich für meinen Teil nehme viele wichtige Impulse für meine zukünftige Arbeit mit aus diesem Abend!“ so sein Fazit.

Informationen über die Neuapostolische Kirche können im Internet unter der Adresse www.nak.org abgerufen werden. Angaben zu den neuapostolischen Gemeinden im Kirchenbezirk Gießen sind auf der Seite www.nak-giessen.de zu finden.

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