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Feuerwehrleute üben den Umgang mit der Rettungsschere

Oben muss die B-Säule durchtrennt werden
Oben muss die B-Säule durchtrennt werden
Pohlheim | Von acht Uhr früh bis sechs Uhr abends übten am Samstag 24 Pohlheimer Feuerwehrleute unter der Leitung von zwei Spezialisten der Fa. Weber Hydraulik den Umgang mit der "Rettungsschere". Mit diesem Werkzeug werden eingeklemmte Opfer von Verkehrsunfällen aus ihrem Fahrzeug befreit. Vom ADAC wurden dazu fünf sorgfältig präparierte Unfallfahrzeuge bereitgestellt, mit denen unterschiedliche Szenen realistisch nachgebaut wurden. Als Unfallopfer dienten Dummypuppen, die es zu bergen galt.

Was der Laie als "Rettungsschere" bezeichnet, ist in Wirklichkeit ein ganzer Satz von Hydraulikwerkzeugen. Mit der eigentlichen Schere wird das Blech aufgeschnitten. Mit der Spreize werden z.B. Türen aus dem Rahmen gehebelt oder Lenkradsäulen vom Opfer weggezogen. Mit den Rettungszylindern werden schließlich die Öffnungen aufgeweitet, durch die das Opfer geborgen wird. Die neuen Werkzeuge werden mit 700 bar Druck betrieben, damit schafft die eigentliche Schere eine Schließkraft von 100 Tonnen, kräftig genug um die B-Säule eines stabilen Offroaders in wenigen Sekunden zu knacken. Das Antriebsaggregat dazu ist auf dem Einsatzwagen montiert, kann aber herausgenommen werden, wenn die zwanzig Meter langen Hydraulikschläuche nicht bis zum Unfallort reichen.

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Aber nicht nur das Zerschneiden und Aufstemmen des Fahrzeugs will gelernt sein, denn Zweck der Maßnahmen ist ja die Bergung von Unfallopfern. Bevor man also mit dem massiven Gerät das Fahrzeug öffnet, muss das Opfer sorgfältig mit Schlaufen fixiert werden.

Die Hydraulik besorgt zwar das Schneiden und Stemmen, doch die rund 20 kg schweren Werkzeuge müssen teilweise über Schulterhöhe gestemmt werden. Ganz ohne Muskeln geht es also nicht. "Dazu gehen wir jeden Montag ins Fitnessstudio", sagt Wehrführer Ulrich Kuhn, "und im Hallenbad haben wir freien Eintritt."

Rund hundert Einsätze fährt die Pohlheimer Wehr im Jahr, etwa 80 davon gelten technischer Hilfe, wie eben Bergungsaufgaben. Ihr Einzugsgebiet umfasst die Pohlheimer Gemeinden sowie die A5 zwischen den Abfahrten Fernwald und Butzbach.

15 000 EUR kostet jeder der beiden Rettungsätze. Während das Gerät von der Stadt Pohlheim finanziert wird, müssen die 2000 EUR für den Lehrgang von der Feuerwehr selbst bezahlt werden. Denken Sie daran, wenn Ihre Feuerwehr gelegentlich mit der Bitte um eine Spende an Sie herantritt.

Oben muss die B-Säule durchtrennt werden
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Das schwere Gerät braucht hier zwei Mann
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Das Opfer war vor dem Öffnen des Fahrzeugs gesichert worden
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Bodennahes Schneiden geht ganz schön ins Kreuz
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Kommentare zum Beitrag

Carsten Kestawitz
245
Carsten Kestawitz aus Lich schrieb am 17.08.2010 um 17:51 Uhr
Sowohl für den Laien als auch für den Fachkundigen ein sehr guter, informativer Bericht.
Nur eine Sache "störte" mich mehrfach in diesen Zeilen.
Es wird immer das Wort "geborgen" benutzt - wobei dieses nur bei Sachgütern oder verstorbenen Personen genutzt wird. Lebende Personen werden gerettet.
Ich gehe einfach davon aus, dass es sich hier um die Dummys handelt und diese "geborgen" werden ;-)

Kameradschaftliche Grüße
Kesti
11
Rudolf Dölling aus Pohlheim schrieb am 17.08.2010 um 17:53 Uhr
Hallo Kesti,

ich werde es beherzigen :-)
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Rudolf Dölling

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Interessensgebiet: Pohlheim
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