Bürgerreporter berichten aus: Pohlheim | Überall | Ort wählen...

Bouffier ruft Kommunen zur Zusammenarbeit auf

Gerhard Möller (von links), Anita Schneider, Professor Siegfried Quandt, Claus Spandau, Volker Bouffier und Karl-Heinz Schäfer diskutierten in Watzenborn-Steinberg über Interkommunale Zusammenarbeit.   © Stefan Weisbrod
Gerhard Möller (von links), Anita Schneider, Professor Siegfried Quandt, Claus Spandau, Volker Bouffier und Karl-Heinz Schäfer diskutierten in Watzenborn-Steinberg über Interkommunale Zusammenarbeit. © Stefan Weisbrod
Pohlheim | Wie kann die Zusammenarbeit mehrerer Kommunen aussehen und in welchen Bereichen kann sie praktiziert werden? Insgesamt beschäftigten sich bei der Tagung in der Pohlheimer Volkshalle rund 150 Teilnehmer aus etwa 120 hessischen Kommunen mit diesen Fragen.

An einer von Professor Siegfried Quandt vom TransMIT-Zentrum für Kommunikation, Medien und Marketing moderierten Podiumsdiskussion beteiligten sich der Hessische Minister für Inneres und Sport, Volker Bouffier, Gießens Landrätin Anita Schneider, Pohlheims Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer, der Fuldaer Oberbürgermeister Gerhard Möller und der Leiter des 2009 gegründeten Kompetenzzentrums für Interkommunale Zusammenarbeit und ehemalige Bürgermeister von Laubach, Claus Spandau.

Spandau sagte, dass durch Kooperationen, etwa durch ein gemeinsames Standesamt oder auch gemeindeübergreifende Bauhöfe mehrerer Kommunen, zwar Geld gespart werden könne, dies jedoch nicht das Allheilmittel zur „Rettung eines Haushaltes“ sei. Möller und Schäfer waren sich einig, dass die Zusammenarbeit in einigen Bereichen, etwa bei spezialisiertem Personal, durchaus als sinnvoll erachtet werde. Nicht nur zwischen Städten und Gemeinden, auch zwischen Landkreisen könnten Kooperationen funktionieren, meinte Schneider. Ein Beispiel dafür sei der Lahntal-Tourismus-Verband, dem unter anderem die mittelhessischen Kreise Gießen, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill angehören.

Mit Spannung wurden die Äußerungen Bouffiers erwartet. Interkommunale Zusammenarbeit solle freiwillig bleiben, sagte der Minister. Allerdings appellierte er an die Vertreter der Städte und Gemeinden, „Notwendigkeiten frühzeitig zu erkennen“ und Sparpotenziale auszuloten. So könnte die Diskussion um eine Gebietsreform „in vernünftige Bahnen“ gelenkt und verhindert werden, „dass irgendwann die Notwendigkeit zu weitgreifenden Veränderungen gesehen wird“. Er meinte damit eine „von oben“ diktierte Gebietsreform.

Bouffier erinnerte an die Stadt Lahn, die 1977 im Rahmen der damaligen Reform aus den Städten Gießen und Wetzlar sowie einigen weiteren umliegenden Orten gebildet wurde und aufgrund des Widerstands vieler Einwohner nur zweieinhalb Jahre später wieder aufgelöst wurde. „Das Problem war, dass den Menschen mit den Namen ihrer Heimatstädte auch ein Teil ihrer Identität genommen wurde“, sagte er. „Hätte die Stadt ‚Gießen-Wetzlar‘ geheißen, da bin ich überzeugt, würde es sie noch heute geben.“ Für die Menschen sei der Begriff „Heimat“ sehr wichtig, meinte er in diesem Zusammenhang. „An dieser Stelle muss man ganz sensibel sein.“

Gleichwohl sei es den Menschen egal, wer wo einen Bescheid bearbeitet. Zusammenarbeit könne es demnach unter anderem im Bereich des Personals geben. Interkommunale Zusammenarbeit biete die Möglichkeit zu „hoher fachlicher Kompetenz bis in die Tiefe“. Nicht jede Kommune brauche einen eigenen IT-Spezialisten, jedoch ist es von Vorteil, wenn sie auf einen zurückgreifen könne, wenn es nötig ist, nannte der designierte Ministerpräsident ein Beispiel. Abschließend rief der CDU-Mann die Kommunalpolitiker auf, in Sachen gemeindeübergreifender Zusammenarbeit mutig zu sein: Ein Denken à la „Das haben wir schon immer so gemacht, das machen wir auch weiter so“ dürfe es nicht geben.

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Für tatkräftige und langjährige Mitarbeit in der Verwaltung: Blumen als Zeichen des Dankes, der Wertschätzung und der guten Wünsche. Bild: Rainer Sturm / pixelio
Landrätin bedankt sich bei Jubilaren und Ruheständlern
„Sie haben nicht nur jahrelang mitgearbeitet, sondern die...
Landrätin Anita Schneider und Gudrun Müller-Mollenhauer, zuständig für die Dorf- und Regionalentwicklung für Gießen und Lahn-Dill,  ermuntern Orte im Landkreis Gießen zur Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Bild: Landkreis Gießen
„Unser Dorf hat Zukunft“ startet zum 36. Mal
„Dieser Wettbewerb hat eine lange Tradition“, sagte Landrätin Anita...
Drei Tage lang setzten sich 20 engagierte Jugendliche intensiv mit dem Thema Schülervertretung auseinander. Veranstaltet wurde der Workshop in der Wetzlarer Jugendherberge vom Jugendbildungswerk des Landkreises Gießen. Bild: Landkreis Gießen
Mitbestimmung und Demokratieförderung: Landkreis stärkt Schülervertretung durch dreitägiges Seminar
Jugendliche mit politischem Interesse brauchen Hintergrundwissen, um...
FW Fraktionsvorsitzender Ulrich Sann (links) und sein Stellvertreter Andreas Schuch (rechts) wurden von Stefan Lück über einen ökologisch hochwertigen aber insgesamt kostengünstigen Parkplatzbelag vor seinem Gartencenter bei Friedberg-Ockstadt informiert.
Ökologische Verkehrsfläche in versiegelungsfreier Bauweise bei "Pflanzenwelt Lück" seit 16 Jahren problemlos in Benutzung
- (fw). Der Fraktionsvorsitzende der FREIEN WÄHLER (FW) Pohlheim,...
Der letztjährige Kirmeswatz samt Festdamen
„Tragerlfreunde“ Dorf-Güll feiern am 30. + 31.7. Seebornfest
Die „Tragerlfreunde“ Dorf-Güll haben sich seit Ihrer Gründung im Jahr...
Staatssekretär Gunther Adler sowie die Vertreter des Landkreises Gießen, Landrätin Anita Schneider, Masterplanmanager Björn Kühnl, Stabsstellenleiter Manfred Felske-Zech.
Vorreiter beim Klimaschutz: Landkreis Gießen ist Masterplan-Kommune. Bundesumweltministerium fördert 22 Kommunen
22 Kommunen in ganz Deutschland werden mit Förderung des...
Breitband-Ausbau im Landkreis: Vertragspartner Telekom stellt Zeitplan für nächste Projektphase vor
„Wir haben schon viel bewegt mit der Breitband Gießen GmbH und dem...

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Stefan Weisbrod

von:  Stefan Weisbrod

offline
Interessensgebiet: Gießen
Stefan Weisbrod
1.432
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
46ers zittern sich zum ersten Playoff-Sieg
Die Gießen 46ers sind erfolgreich in die Pro-A-Playoffs gestartet: Am...
Das Team ist neu, aber die Fans bleiben treu: Am Samstag werden sie die 46ers lautstark gegen Leverkusen unterstützen. © Stefan Weisbrod
46ers starten am Samstag in ihre erste Zweitliga-Saison
47 Jahre lang war der Gießener Basketball erstklassig. Seit Gründung...

Weitere Beiträge aus der Region

Toller Klavierabend mit Amalia Safaryan
Wo sonst nur Chorgesang ertönt, sorgte am Mittwochabend die Pianistin...
besonderes Flair im Burghof
"Advent in der Burg"
Grüningen - Zum „Advent in der Burg“ hatten Grüninger Vereine...
Chorifeen und Männer in Mix-Dur 2014
„Machet die Tore weit!“
„Machet die Tore weit!“ Lautet der Titel des geistlichen Konzertes im...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.