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„Google“-Fax kostet 2541 Euro

So sieht das vermeintliche "Google"-Fax aus
So sieht das vermeintliche "Google"-Fax aus
Pohlheim | 01.11.2008

Wenn Ihnen dieser Tage ahnungslos ein Fax der Firma yellowpage.ag ins Haus flattert, dann sollten Sie genau hinsehen. Denn wer es ergänzt und unterzeichnet, ist ganz schnell ein stattliches Sümmchen los. Die Absenderfirma mit angeblichem Sitz in London versendet derzeit hunderttausendfach Faxe an Gewerbetreibende, mit der Bitte die vorliegenden Basisdaten für einen Regionaleintrag zu korrigieren bzw. zu ergänzen. Die Anmeldung bei der Internet-Suchmaschine Google „erfolge ohne zusätzliche Kosten“.

Wer hier auf das groß über dem Fax platzierte Logo der bekannten Suchmaschine „Google“ hereinfällt und nicht genau das Kleingedruckte liest, unterschreibt leichtfertig einen automatisch verlängernden Zweijahresvertrag mit monatlichen Kosten von 89 Euro zuzüglich Umsatzsteuer. Zahlbar jeweils jährlich im Voraus. Das kann für manches Kleinunternehmen zur echten Belastung werden, steht den Kosten von über 2500 Euro doch kaum eine nennenswerte Leistung gegenüber.

Denn neben dem Eintrag in der nahezu unbekannten Branchensuchmaschine „yellowpage.ag“ trägt der Auftragnehmer laut Vertrag gerade mal die
Mehr über...
Yellowpage (1)Google (16)Fax (1)Daten (4)Betrug (33)Adressbuch (1)
angegebenen Daten kostenlos bei Google ein. Dies kann man übrigens jederzeit auch selbst bei Google tun – und der Basiseintrag ist ohnehin kostenlos. Aber natürlich hat Google mit diesem ominösen Fax nichts zu tun und yellopage.ag bedient sich hier geschickt der Wirkung solch einprägsamer Marken.

Da in der Regel keine Geschäftsbeziehung besteht, handelt es sich auch noch um unerlaubte Faxwerbung, über die man die Bundesnetzagentur informieren sollte:
www.bundesnetzagentur.de/media/archive/12083.pdf

Wer unterschrieben hat und dagegen klagen will, kann sich allerdings schon mal ein Ticket in die britische Hauptstadt kaufen, denn das Vertragswerk unterliegt zudem englischem Recht und der Gerichtsstand ist London, auch wenn der Hauptsitz der Firma auf Aruba, einer autonomen Karibikinsel des Königreichs der Niederlande, liegt.

Laut Amtsprache ist Aruba "Eine glückliche Insel" - Warum wohl?

Ist das Kind ist schon in den Brunnen gefallen? Dann informieren Sie sich hier, wie man sich gegen solche Ansprüche möglicherweise zur Wehr setzen kann:

www.adressbuchbetrug.info



Viel Erfolg

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von:  Andreas Buß

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