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Kindersparbüchse nicht überall willkommen...

von Andreas Bußam 14.01.20102325 mal gelesen10 Kommentare
Achtung Elch! (Kinderspardosen unerwünscht)
Achtung Elch! (Kinderspardosen unerwünscht)
Pohlheim | Pohlheim - 14.01.2010

Ach wie schön waren noch die Zeiten, als man als "Minisparer" in Höhe von 1,08 Metern mit der mühsam gefüllten Sparbüchse im Geldinstitut seines Vertrauens gerne gesehen und auch immer willkommen war, handelt es sich doch um die Kunden von morgen. Herzliche Wünsche, Luftballons, Gummibärchen, Malstifte usw. - und das nicht nur zum Weltspartag. Der Besuch war immer etwas besonderes und jeder Dreikäsehoch fühlte sich gleich, wie ein echter Erwachsener.

Doch die schönen alten Zeiten sind bei der größten Schwedischen Bank (Filiale Gießen, Am Lindenplatz), laut einer verduzten Mutter aus Pohlheim, offenbar vorbei. Bei dem Versuch die von der Bank eigens an die vier und siebenjährigen Kinder einer Familie ausgegebenen grünen Sparbüchsen in angesagter Elch-Form einzuzahlen, erlebten die Kinder eine unschöne Überraschung.

"Die Spardosen, wie überhaupt alle Münzeinzahlungen, werden ausnahmslos nur noch montagvormittags entgegengenommen. Dies gelte auch für die Kinder-Elche", teilte ihnen die Angestellte am Schalter mit.

"Es ist schon schwer, so etwas als Kunde und Erwachsener zu verstehen
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und erst recht den verduzten Kindern zu erklären, obwohl die gesamte Schalterhalle kundenleer war, mussten wir wieder unverrichteter Dinge abziehen", wunderte sich die junge Mutter. "Besonders skurril wurde die Angelegenheit aber erst, als man uns "freundlicherweise" gleich das passende Münzrollpapier mit nach Hause gab, denn das ersparte Kinderkleingeld könne nur sortenrein und fachmännisch gerollt angenommen werden, montagmorgens, versteht sich,"

Als dann beim Verlassen des Geldinstitutes eine andere Mitarbeiterin fürsorglich fragte, ob denn die Kinder schon ausreichend versichert seien, ob es Altersvorsorge oder Sparpläne gebe, versprach ihr die Mutter: "Sicherlich auch zukünftig nicht hier".

Laut Aussage des Filialleiters, der den Vorgang sehr bedauerte, handelt es sich um einen Einzelfall. Natürlich könnten jederzeit die Kinderspardosen auf die Konten eingezahlt werden. Große Bareinzahlungen von Geschäftskunden seien aber, aufgrund der Personalbesetzung, nur montagmorgens erwünscht, da im Haus keine Geldzählmaschine vorhanden sei und es sonst zu langen Wartezeiten kommen könnte.

Das Fazit der Pohlheimer Familie: "Ob die Kinder in solch einer Bank jemals ein vergleichbar gutes Gefühl wie früher als Minisparer erleben werden (ganz abgesehen von den Luftballons) ist fraglich. Für uns Erwachsenen zeigt dies einmal mehr, dass vor lauter Vorgaben, Richtlinien und Arbeitsanweisungen das Individuum, der (zukünftige) Kunde aus dem Fokus fällt. Etwas mehr Fingerspitzengefühl und Kundenservice kann man ja sicherlich erwarten."

Achtung Elch! (Kinderspardosen unerwünscht)
Achtung Elch!... 
Bei der Ggrößten schwedischen Bank ausgedient: Die Kinderspardose.
Bei der Ggrößten... 

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Kommentare zum Beitrag

Ingrid Wittich
20.207
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 12.01.2010 um 21:30 Uhr
Ich war schon oft in Schweden und kann mir deshalb nicht vorstellen, dass diese Sache dort passiert wäre. In Gießen hat die Bank wohl deutsches Personal. Na ja!
Christian Momberger
11.030
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 13.01.2010 um 00:37 Uhr
Also das mit dem Geld Rollen kenne ich auch von meiner Bank (eG aber nicht Volksbank). Ist schon seit Jahren so. Wohl weil sie in der Gießener Zweigstelle keine Geldzählmaschine haben. Und andere Banken nehmen teilw. sogar Geld dafür, wenn sie das Geld durch ihre Zählmaschine laufen lassen (müssen). Tja, heute geht es nur noch im Profit und nicht mehr ausschließlich um den Kunden. Wobei ich sagen muss, ich bin mit meiner Bank sonst sehr zufrieden.
Christian Momberger
11.030
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 14.01.2010 um 21:03 Uhr
Kann mir mal wer erklären, warum der Artikel immer wieder mal weg und dann wie neu da ist? Was ist hier los?
Ingrid Wittich
20.207
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 14.01.2010 um 22:15 Uhr
Verstehe ich auch nicht. Könnte es sein, dass da ein Absatz dazu gekommen ist?
Christian Momberger
11.030
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 14.01.2010 um 22:18 Uhr
Ja so ist es. Die betroffene Bank wurde seitens der GZ wohl um eine Stellungnahme gebeten.
Ingrid Wittich
20.207
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 14.01.2010 um 22:30 Uhr
Dachte ich mir. Der Absatz mit "Einzelfall" ist neu. Wollen wir hoffen, dass es so war.
Michael Guenter
1.172
Michael Guenter aus Lich schrieb am 15.01.2010 um 10:11 Uhr
Die Sparkasse Giessen, Filiale Lich, ist da kundenfreundlicher. Sie hat eine Geldzählmaschine aufgestellt, an der die Kunden eigenständig ihr Kleingeld zählen lassen können, kostenlos. Bei Sparkassen-Spardosen, die aufgeschlossen werden müssen, ist man dort bestimmt jederzeit bereit, sie zu öffnen, gerade bei Kindern, den zukünftigen Kunden.
Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 15.01.2010 um 10:25 Uhr
Sehr gut kombiniert, Herr Momberger. Wir hatten Herrn Buss gebeten, da doch nochmal die Gegenseite zu hören.
Ingrid Wittich
20.207
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 15.01.2010 um 15:17 Uhr
Ein Bekannter hat mal Ähnliches erlebt. Ein Kunde (kein Kind!), der Münzgeld einzahlen wollte, wurde auf einen anderen Tag verwiesen, da man dann über eine Geldzählmaschine verfüge. Diese Dinger sind wohl recht teuer und nicht jede Filiale hat eine. Gut, das ist akzeptabel. Für eine Kindersparbüchse könnte man jedoch vielleicht eine Ausnahme machen. Es werden sicher nicht jeden Tag zig Kinder mit Spardosen vor dem Schalter stehen. Was das in fast dem gleichen Atemzug genannte Versicherung- usw.-Angebot betrifft, so war das in diesem Moment reichlich unsensibel. Allerdings stehen Bankangestellte heutzutage ziemlich unter Druck, Verträge sprich Geldgeschäfte machen zu müssen und Spardosengeldzählen bringt da nicht viel ein. Ganz zum Schluss noch: vielleicht sollte man Angestellte nicht nur zu Schulungen schicken, wo sie lernen, wie und welche Verträge man abschließen kann, sondern auch, wie man mit Menschen umgeht. Kunden sind schließlich welche.
Christian Momberger
11.030
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 15.01.2010 um 18:44 Uhr
Hallo Frau Glinke,

die Info hatte ich auf meine Nachfrage von Herrn Buss erhalten. ;-)
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Andreas Buß

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