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Wenn jetzt die „Kastanien aus dem Feuer geholt“ werden…

Ein unvergleichliches Röstaroma
Ein unvergleichliches Röstaroma
Pohlheim | 20.10.2008
…so bedeutet das noch heute, jemand anderem einen riskanten Gefallen zu tun – und dies nicht selten ohne Dank.

Das alte Sprichwort aus dem 17. Jahrhundert geht dabei zurück auf die Fabel "Der Affe und die Katze" des französischen Dichters La Fontaine, in der der Affe Bertrand die Katze Raton überzeugt, ihm die gerösteten Edelmaronen vom offenen Feuer zu stehlen - und Bertrand die Kastanien allein vertilgt, ohne Raton eine abzugeben . . .

Die Redewendung bezieht sich allerdings nicht auf herkömmliche Kastanien, sondern auf Maronen – also jene schmackhaften Edelkastanien, die in der jetzigen Herbstzeit und auf Weihnachtsmärkten unter freiem Himmel geröstet vielerorts nicht wegzudenken sind.

Ein leckerer Freiluftimbiss, der mehr als vielfältig ist: heiß geröstet, glasiert, als Maronenpüree, zur Weihnachtsgansfüllung, zum Halloween-Truthahn, in Cognac eingelegt, als Kastanienbier in der Schweiz oder auf Korsika bekannt, für Desserts, Suppen, Maronenspätzle und Marmeladen. Sogar zum Kuchen backen eignet sich das daraus gewonnene Kastanienmehl, das im Übrigen glutenfrei ist und somit für Zöliakie-Patienten eine bereichernde Alternative darstellt.

Mehr über...
Zöliakie (1)Weihnachtsmarkt (181)Spätzle (6)Sprichwort (9)Rezept (89)Marroni (1)Marone (1)Katze (476)Kastanie (10)Grill (5)Glutenfrei (2)Feuer (45)Affe (22)
Wer Esskastanien einmal selbst herstellen und verzehren möchte – das macht mit Kindern noch mal soviel Spaß – kann jetzt im Oktober viele der reifen, leckeren Früchte um die imposanten Kastanienbäume herum finden und sammeln.

Die Edelkastanien hingegen fallen nicht von selbst vom Baum und sind dann erst richtig reif, wenn die Stachelhülle etwa Ende November aufspringt. Dann müssen sie gepflückt werden und eventuell getrocknet, falls sie länger haltbar bleiben sollen.

Zubereitung:
Die Nussfrüchte müssen vor dem Rösten von ihrer stacheligen Hülle befreit und an der Spitze kreuzweise eingeritzt werden, damit die Luft entweicht, sonst muss man sich beim Röstvorgang auf ein kleines „Feuerwerk der Schalensprengung“ einstellen. Dann röstet man die Früchte im Ofen oder auch auf dem Outdoorgrill etwa 15-20 Minuten lang. Ein unvergleichliches Aroma macht sich breit. Die enthaltene Stärke wandelt sich dabei in Zucker um und gibt den Maronen ihren süßen Geschmack. Beim anschließenden Schälen der etwas abgekühlten Früchte sollte man auch die bittere braune Innenhaut abziehen.




Maronen-Spätzle für 10 Personen

Teig
360 g Weizenmehl, Typ 550
180 g Kastanienmehl/Maronenmehl
300 g Vollei (etwa 6 Stück)
100 g Quark, halbfett
80 g Vollmilch
10 g Salz
etwas Zimt, gemahlen
2 g Backpulver

Kastanien als Spielfiguren für Kinder
Kastanien als Spielfiguren für Kinder
Weitere Zutaten
80 g Butter
Salz

Zubereitung:
- Weizenmehl sieben
- Vollei und Quark in einer Schüssel gut verrühren
- Weizenmehl, Kastanienmehl, Milch, Salz, Zimt und Backpulver beigeben
- Rasch zusammenarbeiten und zu einem sehr glatten, nicht zu dünnen Teig schlagen, bis er luftige Blasen wirft
- Durch eine Spätzlepresse in kochendes Salzwasser drücken
- Sobald die Spätzle an die Oberfläche steigen herausnehmen, in Eiswasser abkühlen und abtropfen lassen
- Maronenspätzle in einer Pfanne in Butter kurz anschwenken, zusätzlich gehackte, gegarte Kastanien beigeben und
abschmecken

Guten Appetit







Bildquelle: www.pixelio.de (2x knipseline, 1x Thommy Weiss)

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