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Kurzreview: Segelflugsimulator "Condor"

Pohlheim | Kurzreview: Segelflugsimulator "Condor"





Es wurde uns viel versprochen: Von SFS-PC, von Sailors of the Sky, von Silent Wings... immer wieder hat sich bei uns der FS2004 durchgesetzt. SFSPC ist einfach veraltet gewesen, SotS machte keinen Spaß, Silent Wings war zu teuer, keiner von denen bot Multiplayer. Nun sollte sich das ändern...

Der Simulator
Condor ist „der Neue“. Und er hatte es wahrlich schwer, gegen einen High-End-Segelfluggetunten FS2004 anzukommen – aber er hat es geschafft.
Auf einer ansprechenden Benutzerebene, jedoch in der englischen Sprache, aber gut verständlich, werden die Einstellungsoptionen geboten.
Von dem freien Flug über die Flugschule bis hin zum Multiplayerflug ist alles möglich, es steht eine unbegrenzte Anzahl an Pilotenprofilen samt Logbuch zur Verfügung und nach jedem Flug steht das Debriefing an.



Die Flugzeuge
Die Flugzeuge der Standard-, Renn- und offenen Klasse von den drei namhaften Herstellern Alexander Schleicher GmbH & Co. Segelflugzeugbau, Schempp-Hirth Flugzeugbau GmbH und der ehemaligen Rolladen Schneider Flugzeugbau GmbH in einer unschlagbaren Detailtreue
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sind bereits eine Klasse für sich. Ausgerüstet einem „virtuellen Cockpit“ und einem Piloten, der bei Wölbklappenbetätigung die Hand an den Wölbi-Hebel hebt und wieder senkt, nachdem gerastet wurde, einem sehr guten akustischen Variometer und einem Pocket-PC mit Moving Map und Endanflugrechner-Funktionen, wird das Cockpit zu einem äußerst angenehmen Arbeitsplatz für den Piloten, in dem man sich schnell zurecht findet und wohl fühlt.



Die Flugdynamik
Wie schon die Flugzeuge ist auch die Flugdynamik einzigartig – das Flugzeug reagiert geschmeidig und realistisch auf Steuerinputs, die Wölbklappen wirken wie in der Realität und man hat nicht mehr, wie im FS2004, das Gefühl eine Cessna mit Discus-Cockpit und -Modell zu fliegen.

Trudeln ist ebenso möglich wie ein effektiver Slip und nicht zuletzt sind die Flugleistungen realistisch umgesetzt.

Das Wasserballast-System
Ausgeklügelt und durchdacht sind das Wasserballast-System und die Schwerpunkteinstellung. Hatte man im FS2004 lediglich die Möglichkeit das Ablassen von „Wasserballast“ sichtbar zu machen, hat der Wasserballast im Condor einen Einfluss auf die Flugdynamik – und zwar wie in der Realität einen nicht unerheblichen.
Man merkt die höhere Masse sowohl beim Kurbeln als auch beim Schlepp, beim Schnellflug ist man den Kollegen ohne Wasser um einen realistischen Grad überlegen.
Trotzdem sollte man eines nicht die Schwerpunkteinstellung vergessen – sonst wird aus der schwersten ASW22 ein alter Gummiadler mit wesentlich geringerer Leistung!



Die Szenerie
Zwar ist die Szenerie noch im Erststadium und vom Landclass her noch nicht mit den Möglichkeiten des FS2004 vergleichbar, dennoch übertrifft sie in Qualität und Leistung alle anderen Segelflugsimulatoren um Längen.
Mir persönlich gefällt vor allem die hohe Baumdichte sowie die Umsetzung der ersten 3D-Objekte sehr gut.
Insgesamt ist die Szenerie schon sehr gut gelungen, auch wenn hier noch einiges getan werden kann.

Die Eigenheiten des Segelflugs – Die Startart
Ein Segelflugzeug hat keinen Motor. Meistens jedenfalls nicht.
Im Condor-Simulator hat keines der Flugzeuge einen Klappmotor, sodass man mit Hilfsmitteln starten muss: Entweder lässt man sich von einer Seilwinde hochziehen, oder man wird von einem Motorflugzeug geschleppt.
Beide Startarten sind im Simulator sehr realistisch umgesetzt und sehr gut fliegbar!

Der Windenstart
Zum Windenstart ist nicht viel zu sagen, es ist kein Vergleich mit dem Behelfs-Windenstart des FS2004 oder dem des SFSPC.
Alle Faktoren sind übereinstimmend mit denen der Realität.



Der F-Schlepp-Start
Das Schleppflugzeug fliegt individuelle Routen, das Seil sowie der Seildurchhang sind realistisch dargestellt.
Qualitativ sind die beiden Schleppflugzeuge (Piper PA-25 Pawnee und Piper PA-18 Super Cub) ebenso detailliert wie die Segelflugzeuge, sie können jedoch nicht selber geflogen werden.



Das Wetter & die Thermik
Das Wettermodell des Condor ist genial. Realistische Wolken, einstellbare Untergrenzen und die Thermik von sehr stark bis sehr schwach und sehr weit bis sehr eng sowie deren Variationen sind gut und realistisch umgesetzt, ebenso wie die Steigwerte in realistischen Bereichen.

Das Wettermodell an sich ist durchaus mit dem des FS2004 vergleichbar, jedoch aufgrund der Segelflugfähigkeit bestimmt noch etwas aufwändiger.

Die Steuerung
Gesteuert wird der Simulator über einen Joystick oder die Maus. Force Feedback ist möglich, die Rückmeldung des Simulators an den Stick ist sehr gut. Fliegen mit der Maus ist nur eine Behelfslösung, jedoch ebenfalls möglich.

Das Fazit
Der Simulator ist einfach klasse. Es macht einen höllischen Spaß, und es ist nicht vergleichbar mit FS2004!
Die Streckenführung selber zu stecken, das Wertungssystem sowie das online fliegen über die Multiplayeroption und die wahlweise Veröffentlichung der offenen Spiele auf der Server Liste von Condor im Internet ist einzigartig.
Hier kommt Segelflugfeeling auf, und es ist mit Sicherheit ein Training für das gemeinsame Streckenfliegen und den Teamflug.

Condor steckt zwar noch in den Kinderschuhen, ist für Version 1.0.2 aber schon sehr ausgereift.

Die 39,99€ für den Download oder 49,94€ als CD-Version sind gut angelegtes Geld und auf jeden Fall eine Investition wert.


Mehr Infos auf der Condor-Webseite.

www.condorsoaring.com

 
 
 

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