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"Existenzgründung im ländlichen Raum" - TransMIT - Gesellschaft für Technologietransfer mbH

Seminarteilnehmer - Existenzgründung im ländlichen Raum
Seminarteilnehmer - Existenzgründung im ländlichen Raum
Pohlheim | Gießen - Zum „Tag der Regionen 2019“ hatte die Gesellschaft für Technologietransfer mbH (TransMIT) am Freitag Bürgermeister und kommunal – gemeindliche Entscheider zu einer mehrstündigen Seminarveranstaltung in ihr Haus im „Europaviertel“ in Gießen eingeladen. Drei Professoren und drei Bürgermeister berichteten jeweils etwa 20 Minuten aus ihren speziellen Forschungs- und Erfahrungsbereichen zum Hauptthema „Existenzgründung im ländlichen Raum“ mit anschließenden Aussprachen.

Nach der Begrüßung der Gäste durch den Leiter des TransMIT Projektbereichs für Versorgungsforschung, Prof. Dr. Wolfgang George, eröffnete Harald Semler, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes (HSGB), mit seinem Vortrag den wissenschaftlich, informativen Teil des Seminars. Semler war über zwanzig Jahre Bürgermeister, davon zwölf Jahre in Bischoffen, weitere neun Jahre in Wetzlar und nun beim HSGB. Aus seiner Erfahrung heraus stellte er besonders das „Lustprinzip“ in den Vordergrund. „Ich bekomme Lust in eine Kommune zu ziehen, wenn ich Gutes darüber höre. Die Lust zum Bleiben bekomme ich, wenn ich mich dort wohl fühle“.

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Prof. Dr. Christian Diller vom Institut für Geographie der JLU Gießen untersucht die „Studierendenmobilität vor und nach der sogenannten Bologna – Reform“. Lebensqualität und Annehmlichkeiten spielten wichtige Rollen bei der Entscheidung für das Wohnen und Lernen in einer ländlichen Umgebung. Ansonsten „drängen“ Studierende in die Stadt.

Prof. Dr. Hennemann, auch vom Institut für Geographie aus dem Bereich Wirtschaftsgeografie befasst sich mit der Erhaltung fester lokaler Wirtschaftsstrukturen und der Initiierung neuer Strukturen. Dazu formulierte er fünf Thesen.

Bürgermeister Thomas Scholz aus Mengerskirchen im Westerwald berichtete von Erfolgen gegen den negativen Trend und ebensolcher Prognosenaus seiner Gemeinde. In den letzten Jahren kooperierte er mit der TransMIT GmbH und stellte sich gegen den Negativtrend. In den Jahren 2014 und 2015 unterzog sich seine Gemeinde mit fünf Ortsteilen und 5800 Einwohner einer Vitalisierungsanalyse durch Prof. Dr. Wolfgang George, dem Leiter des TransMIT-Projektbereiches für Versorgungsforschung. Die Gründungsmöglichkeiten im ländlichen Raum bildeten und bilden hierbei einen wesentlichen Aspekt und daraus folgte 2016 die Eröffnung des „Gründerzentrums Westerwald“ (GZW). Die zehnte Gründung befindet sich aktuell in der Begleitung und 30 neue Arbeitsplätze wurden im GZW geschaffen.

Zu den Themen erfolgten Aussprachen
Zu den Themen erfolgten Aussprachen
Als weiterer „Praktiker“ folgte der Bürgermeister der Stadt Wanfried, Wilhelm Gebhard, als Referent aus der östlichsten hessischen Kommune. Er erläuterte Maßnahmen, mit denen er den Schwund der Einwohnerzahlen durch den demographischen Wandel reduzieren konnte. Eine Vielzahl von teils ungewöhnlichen Maßnahmen und guten Ideen halfen in den letzten zehn Jahren, dem negativ Trend erfolgreich entgegen zu wirken. Diese positive Bevölkerungsentwicklung widerspreche sämtlichen Prognosen, die für seine Stadt bekannt seien. Wie lange dieser gute Trend anhalten werde, lasse sich nicht konkretisieren. Die begleitende mediale Präsenz in großen deutschen Zeitungen, sowie die Radio- und Fernsehberichterstattung hätten in dem vergangenen Jahrzehnt das Interesse bundesweit bis in die europäischen Nachbarländer auf Wanfried gezogen.

Den abschließenden Vortrag hielt der Gastgeber, Prof. Dr. Wolfgang George. Er betonte: „Existenzgründungen im ländlichen Raum sind eine bis heute dem Zufall überlassene Ressource!“ Neue Existenzgründungen müssten zielgerichtet und nicht zufällig geschehen. In der Praxis bedeutet dies, das genau ermittelt werden muss, was vor Ort gebraucht werde und welches „Know-How“ zur Verfügung gestellt werden müsse. Die öffentliche Gemeinde könne den Prozess initiieren und klug moderieren. Was ein Einzelner alleine nicht erreichen könne, wäre in einem kooperativen Handlungsformat eher möglich. Solch ein Projekt des „Gemeinsinnes“ gelänge nach Einschätzung des Referenten am ehesten über die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft.

Seminarteilnehmer - Existenzgründung im ländlichen Raum
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Zu den Themen erfolgten Aussprachen
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Prof. Dr. Wolfgang George, TransMIT
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Harald Semler, Geschäftsführer Hessischer Städte- und Gemeindebund
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Prof.Dr. Christian Diller, JLU Gießen
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Prof. Dr. Stefan Hennemann, JLU Gießen
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Wilhelm Gebhard, Bürgermeister Stadt Wanfried
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Thomas Scholz, Bürgermeister Mengerskirchen
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Literatur zum Thema
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von:  Ulrich Sann

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