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Klimaveränderung - Große Insekten in Holzheim beobachtet: "Große Lehmwespe" und "Große Blaue Holzbiene"

von Ulrich Sannam 22.08.2019811 mal gelesen3 Kommentare
Große Lehmwespe
Große Lehmwespe
Pohlheim | HOLZHEIM - Carolin Sann beobachtete vergangene Woche auf ihrem Grundstück in Holzheim zwei Insekten, die sie bisher nicht kannte. Sie fotografierte die beiden Insekten und mit Hilfe von Bestimmungsbüchern und Informationen aus dem Internet konnte sie die beiden Insekten identifizieren.

Zum einen handelt es sich um die „Große Lehmwespe“, die größte solitäre Faltenwespe Mitteleuropas. Das zweite Insekt war eine „Große Blaue Holzbiene“ und diese zählt zu den größten Vertretern der Bienen in Mitteleuropa, ähnelt aber sehr stark einer Hummel.

Beide Arten waren bisher eher in den warmen südlichen Regionen Europas beheimatet.

Offensichtlich trägt die Veränderung des Klimas dazu bei, dass sich diese beiden Insektenarten mittlerweile auch in den nördlicheren und früher zu kalten Regionen ausbreiten.

Beide Arten werden bei Wikipedia beschrieben:

Große Lehmwespe

Die Große Lehmwespe (Delta unguiculatum), auch Delta-Lehmwespe genannt, ist ein Hautflügler aus der Familie der Faltenwespen (Vespidae). Sie ist die einzige Art ihrer Gattung in Europa.
Weibchen erreichen eine Körperlänge von 20 bis 26 Millimetern, Männchen werden 16 bis 20 Millimeter lang.

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Damit ist die Art die größte Solitäre Faltenwespe Mitteleuropas. Ihr Körper ist schwarz und teilweise dunkelrot gefärbt, der Hinterleib trägt breite gelbe Binden. Aufgrund ihrer Färbung und Größe, auch ihres Verhaltens, ist sie leicht zu bestimmen.

Die Große Lehmwespe kommt von Südeuropa bis nach Kleinasien vor, wobei die nördliche Grenze ihrer Verbreitung durch den Süden Deutschlands verläuft. Sie besiedelt vorrangig den Siedlungsbereich des Menschen (Synanthropie) und ist an sonnigen Mauern und frei liegenden Steinen zu finden.

Die Tiere fliegen in einer Generation von Anfang Juni bis Ende August. Die Weibchen legen ihre Lehmnester an Steinen und Mauern, bevorzugt an hellen, rauen Oberflächen an.

Die Nester findet man an Gebäuden bis in etwa 15 Meter Höhe. Sie bestehen aus bis zu sieben Zellen, die zum Abschluss mit einem lehmigen Mörtel überdeckt werden. Die Form des Nestes erinnert an einen getrockneten Lehmklumpen. Da die Nester in der Nähe des Menschen angelegt werden, sind sie von mutwilliger Zerstörung stark betroffen.

Die Larven werden jeweils mit zwei bis drei Raupen von Spannern oder Eulenfaltern versorgt. Die Larven ernähren sich etwa 12 Tage von ihrem Nahrungsvorrat und verpuppen sich in einem Kokon.

Große Blaue Holzbiene
Große Blaue Holzbiene
Große Blaue Holzbiene

Die Große Blaue Holzbiene, auch Blauschwarze oder Violettflügelige Holzbiene (Xylocopa violacea), ist eine Biene aus der Gattung der Holzbienen (Xylocopa) innerhalb der Familie der Apidae.

Die Art ist auf Grund ihres Wärmeanspruchs in Kombination mit geeigneten Nistmöglichkeiten in Deutschland in der Roten Liste gefährdeter Arten auf der Vorwarnliste geführt (Kategorie V). In manchen Bundesländern war sie, wie auch in der Schweiz, als gefährdet und zum Teil, wie etwa in Baden-Württemberg, sogar als „stark gefährdet“ eingestuft worden. Seit den Erhebungen im Rahmen des Stuttgarter Wildbienen-Katasters hat sich diese Kategorisierung jedoch als unbegründet erwiesen.

Mit 20 bis 28 Millimeter Körperlänge zählen die Tiere zu den größten Vertretern der Bienen in Mitteleuropa. Ihr Körper ist tiefschwarz und hat eine hummelähnliche Erscheinung, der ansonsten blauschwarze Thorax ist am Rücken grau gefärbt. Auch die Flügel sind sehr dunkel und weisen einen auffälligen blauen Schiller auf. Der Körper ist relativ kurz behaart.

Die Weibchen können in Mitteleuropa im Feld nicht von Xylocopa valgaunterschieden werden. Die ähnlichen Männchen weisen einen braunroten Ring vor der etwas abgeknickten Fühlerspitze auf und können damit gut bestimmt werden. In Südeuropa kann die Art mit mehreren ähnlichen Arten der Gattung verwechselt werden. Die Art kommt in Süd- und Mitteleuropa bis in Höhen von rund 500 Meter vor. In Mitteleuropa scheint ihr Auftreten auf wärmebegünstigte Lebensräume beschränkt. Dort tritt die Art mitunter häufig auf; ansonsten wird sie selten gemeldet.

Im Mittelmeerraum ist die Große Holzbiene eine der häufigsten Bienenarten. Sie besiedelt sonnige Lebensräume mit ausreichend mürbem Totholz als Nistmöglichkeit, insbesondere Gärten und Streuobstwiesen am Rande von menschlichen Siedlungen. In Mitteleuropa fliegt die Art ab August und nach der Überwinterung von April bis Juli. Die Paarung erfolgt im Frühjahr, nachdem beide Geschlechter überwintert haben.

Die Weibchen beginnen im April/Mai mit dem Anlegen ihrer Niststätten. Diese werden in Totholz genagt. Die Trennwände zwischen den Brutzellen werden aus einer Mischung aus Speichel und Holzspänen angelegt. Die Tiere ernähren sich und ihre Entwicklungsstadien vom Nektar und Pollen einer großen Bandbreite verschiedener Blüten wie etwa von Lippenblütlern, Korbblütlern, Raublattgewächsen und Schmetterlingsblütlern.

Im Frühjahr ist diese auffällige Biene ein regelmäßiger Besucher an den wohlriechenden Blütentrauben von Chinesischer Wisteria (Wisteria sinensis) und auch an denen der ähnlich häufig gepflanzten japanischen Schwesterart W. floribunda. Die Entwicklungszeit vom Ei bis zum fertig ausgewachsenen Tier beträgt zirka 10 Wochen.

Weitere Informationen zum Thema:

Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen“

Mehr Informationen bietet die 2015 neu überarbeitete Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen – Kein Grund zur Panik“ aus der Reihe „NABU aktiv“. Neben Tipps zu Konfliktfällen gibt es auf 44 Seiten ausführliche Infos zu Nisthilfen und zum insektenfreundlichen Garten.

Große Lehmwespe
Große Lehmwespe 
Große Blaue Holzbiene 1
Große Blaue Holzbiene 

Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
10.321
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 22.08.2019 um 13:16 Uhr
gleiches gilt für die wespenspinne. sie ist südeuropäerin. verbreitungsgebiet bis ostdeutschland. der klimawandel macht es möglich. für einheimische arten z.b. die vierpunktkreuzspinne gibt es konkurenz.
Bernd Zeun
11.356
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 24.08.2019 um 10:42 Uhr
Das ist für die Wespenspinne nicht ganz richtig. Die Gattung Wespenspinnen (Argiope) gibt es mit zahlreichen Arten praktisch weltweit. Im Mittelmeerraum kommt die Schwesterart A. lobata vor. Meine ältesten Fotos der bei uns vorkommende Art A. bruennichi stammen aus den 70er Jahren und der Schriftsteller Joseph Roth beschrieb "Argiope, die Tigerspinne" 1924 sehr hübsch "Argiope sitzt in der mathematisch berechneten Mitte eines vieleckigen Netzes, das wie eine geometrische Figur aussieht und sehr sauber gesponnen ist. Argiope erwacht des Morgens, der Tau der Sommernacht liegt auf ihren Gliedern und zittert an den Fäden des Netzes. Sie muss es säubern. Sie schüttelt es fleißig. Die Trautropfen fallen zu Boden. Wenn die Sonnenstrahlen das Netz Argiopes erreicht haben, können sie sich nicht mehr in den Tautropfen spiegeln. Sie können nur die blanken Fäden rötlich und violett erglänzen lassen, dass sie wie wunderbare chinesische Seidenfäden aussehen ..."
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