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Wildkräuter in der Küche, Tipps zur Verwendung bei der Kräuterwanderung des OGV Watzenborn-Steinberg

Pohlheim | Zur naturkundlichen Wanderung an Fronleichnam begrüßte der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Watzenborn-Steinberg e.V., Heinz Otto Schmidt, um neun Uhr viele interessierte Gäste und Fachfrau Susann Hainer, die anschließend mit qualifizierten Ausführungen die Wildpflanzen am Wegesrand erläuterte. Schon nahe am Ausgangspunkt der Wanderung, der Schutzhütte am Pohlheimer Wald, „servierte“ die Fachfrau die ersten Wildkräuter.

So zum Beispiel den von Menschen eher als Unkraut eingestuften Löwenzahn. Dieser ist von der Blüte über die Blätter bis zur Wurzel genießbar. Aus Blüten und Zucker lässt sich „Löwenzahnhonig“ zubereiten. Die Blätter des Löwenzahns schmecken als Salat erfrischend herb und sind gleichzeitig Heilpflanze und Delikatesse in der Küche. Die Wurzeln dieser vielfältigen Pflanze kann man ausgraben und frisch, sehr fein gewürfelt in Salatsoßen verwenden. Getrocknet und fein gemahlen ergibt die Wurzel ein kräftiges Gewürzpulver. Früher wurde aus den getrockneten Wurzeln ein Kaffee ähnliches Getränk zubereitet.

Entsprechende Anwendungen erlauben Brennnesseln, die stellenweise in Kolonien
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üppig am Wegesrand wuchern. Sie sind weitaus mehr als lästiges Unkraut mit Schmerzen auslösenden Brennhaaren aus Kieselsäure, gefüllt mit Ameisensäure an ihren Blättern. Ihre chemischen Verbindungen machen sie zu einem wichtigen Heilkraut gegen Harn-, Nieren- und Gelenkleiden. Ebenso schmecken Brennesseln als Küchenkraut in einer Brennnesselsuppe, als Spinat oder in Smoothies. Darüber hinaus bilden Brennnesseln für verschiedene Schmetterlingsarten die einzige Nahrungsgrundlage. Ohne Brennesseln können diese Schmetterlingsarten nicht leben.

Kräuter wie Mädesüß, Gänsefingerkraut, Klatschmohn, Odermennig, Schafgarbe, Knoblausrauke, Bärenklau, Erdbeerfingerkraut und weitere verschiedene Arten wuchsen am Wegesrand und wurden von Susann Hainer ausführlich beschrieben und ihre Wirkungen als Heilpflanzen oder als Nahrungsmittel erläutert.

Manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich viele Notizen gemacht und stellten Fragen zu den verschiedenen Wildpflanzen. Wer nach dieser Kräuterwanderung selber Lust auf das Sammeln von Kräutern bekommen hat, sollte einen „Kräuterführer“ benutzen, damit die gewünschten Kräuter im Sammlerkorb landen und keine sehr ähnlichen, giftigen Doppelgänger in Speisen gelangen.

So findet man bei
Kräuterfrau Susann Hainer und Vorsitzender Heinz-Otto Schmidt
Kräuterfrau Susann Hainer und Vorsitzender Heinz-Otto Schmidt
den Doldengewächsen zum Beispiel neben dem ungiftigen Wiesenkerbel den zum Verwechseln aussehenden äußerst giftigen Verwandten „Gefleckter Schierling“. Hilfe zur Unterscheidung dieser „Doppelgänger“ findet man in dem Buch von Ursula Stumpf: „Heilpflanzen und ihre giftigen Doppelgänger“.

Besonders warnte Susann Hainer vor dem Riesenbärenklau, der dem Wiesenbärenklau ähnelt, aber deutlich größer wird. Der Riesenbärenklau enthält wesentlich mehr Furocumarin als der Wiesenbärenklau. Gelangt das Furocumarin bei Berührung auf die menschliche Haut, führen sie in Kombination mit UV-Licht durch Sonnenbestrahlung zu schweren Verbrennungen und schmerzhaften Verätzungen der Hautoberfläche. Die durch Riesenbärenklau verursachten Verletzungen heilen nur sehr langsam ab und können Narben hinterlassen

Zum Abschluss der informativen Wanderung servierten Mitglieder des OGV kühle Getränke und Mittagessen im Funktionshaus des Vereins. Hier mixte die Kräuterfrau für die Teilnehmer der Wanderung „grüne Smoothies“ mit Brennensseln und verschiedenen Säften. Überrascht waren viele Teilnehmer vom guten Geschmack des „grünen Getränks“ mit Wildkräutern und bedankten sich für die guten Hinweise und Erklärungen zu Wildkräutern.

Kräuterfrau Susann Hainer und Vorsitzender Heinz-Otto Schmidt
Löwenzahn am Wegesrand
roter Mohn in der Wiese
Wiesenbärenklau nicht mit dem Riesenbärenklau verwechseln
Wildblumensträußchen
Informationen kurz notieren
Literatur zum Thema Wildpflanzen
leckere Smoothies zur Verkostung von Susann Hainer frisch zubereitet
Leberkäs mit Senf, Rettich- und Kartoffelsalat
Rezepte
Literatur

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