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Ein bis zwei „Long Island Ice Tea“ und der Führerschein ist "futsch"!

von Ulrich Sannam 03.06.201830254 mal gelesen3 Kommentare
Pohlheim | „Unser bester Sommer – so fruchtig wie nie - so lecker wie nie – so spritzig wie nie - so heiß wie nie!“, diese Superlativen las ich heute in einer der Werbebroschüren, die mir am Wochenende kostenlos zugestellt wurden.

Just in dieser mit Superlativen gefüllten Broschüre werden verschiedene Coktailrezepte beschrieben und die notwendigen Zutaten auf der jeweils einem Rezept zugeordneten Doppelseite „mit Sommergefühlen im Glas“ angeboten und beschrieben. Neben alkoholfreien Rezepturen finden sich alkoholarme, aber auch alkoholreiche Mixturen.

Bei der Doppelseite mit dem „Long Island Ice Tea“ erwartete ich eine Anleitung für einen alkoholfreien „Ice Tea“ (Eistee), da die alkoholische Variante im Namen häufig einen kleinen Unterschied aufweist: „Iced Tea“.

Das Rezept für die alkoholhaltige Variante beinhaltet 20 ml (Milliliter) Wodka mit 40 Prozent Alkohol, 20 ml Gin mit 47,3 Prozent Alkohol, 20 ml Orangenlikör mit 40 Prozent Alkohol, 20 ml Tequila mit 40 Prozent Alkohol und 20 ml Rum mit 35 Prozent Alkohol. In der Summe sind das 100 ml Flüssigkeit mit anteiligen 40 ml reinem Alkohol (Ethanol). Verfeinert
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wird die Mischung der Alkoholika durch 30 ml Limettensaft und 50 ml einer braun gefärbten („Teefarbe“), süßen Limonade. Das Flüssigkeitsvolumen beträgt nun 180 ml. Serviert wird das Mischgetränk mit Eiswürfeln. Durch Schmelzwasser der Eiswürfel wird das Flüssigkeitsvolumen weiter vergrößert, sodass letztendlich pro Portion etwa 200 ml kühler „Long Island Ice Tea“ genossen werden.

Trinkt ein 60 kg schwerer Mensch, ein Glas dieses „köstlichen Ice Tea“, so wird der Alkoholgehalt im Körper auf ungefähr 1,0 Promille ansteigen und anschließend langsam absinken. Der 80 Kilogramm schwere Mensch hätte ungefähr 0,75 bis 0,8 Promille und bei einer Person mit 100 Kilogramm Körpergewicht würden ungefähr 0,6 Promille gemessen. Fahranfänger riskieren damit, wenn sie zufällig oder bei einem Unfall kontrolliert würden, eine Geldbuße, Punkte in Flensburg oder sogar Führerscheinentzug.

Da ein kleines Gläschen geeister Tee nicht wirklich den Durst löscht, könnte mancher Gast dazu neigen, einen weiteren „Long Island Ice Tea“ zu trinken. Die Promillewerte würden dann, je nach Körpergewicht, auf etwa 1,2 bis 2 Promille ansteigen. Alle „Gewichtsklassen“ wären fahruntüchtig und würden nach einer „erfolgreichen“ Kontrolle ihren Führerschein abgeben, Punkte kassieren und mindestens eine Geldstrafe bezahlen.

Alle würden sagen: „Ich habe doch nur zwei Gläschen Eistee getrunken“.

Sollte einer ihrer Familienangehörigen lallend, torkelnd und „vollbesoffen“ von Nachbars Gartenparty nach Hause kommen, dann hat er wahrscheinlich, wenn das Mischgetränk angeboten wurde, drei oder vier dieses wundervollen Eistees in seinen viel zu leichten und kleinen Körper gegossen.

Trinkt jemand gar fünf oder mehr dieser leckeren, eisgekühlten Cocktails, dann steht wahrscheinlich bald der Krankenwagen vor der Tür und holt den „Koma“-Patienten mit einer Alkoholvergiftung ab.

Also aufgepasst, nicht jeder „Eistee“ wird einem so alkoholfrei serviert, wie es der Name verspricht.

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Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.536
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 05.06.2018 um 06:33 Uhr
Ihnen ist bewusst das "Long Island Iced Tea" als Eigenname zu verstehen ist?
Ulrich Sann
454
Ulrich Sann aus Pohlheim schrieb am 05.06.2018 um 08:40 Uhr
Ja, ein Eigenname, den ich trotz des definierten hochprozentigen Inhalts, stärker mit einem alkoholfreien Getränk verbinde!
Florian Schmidt
4.536
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 05.06.2018 um 09:29 Uhr
Der Long Island Iced Tea ist auf Getränkekarten immer der entsprechenden Kategorie der Coctails oder Longdrinks zugewiesen und es befindet sich meisten auch die Zusammensetzung anbei.
Für eine Bloody Marie werden übrigens auch keine Frauen entsprechenden Vornamens zu Ader gelassen. Ein Russ besteht aus Weizenbier und Zitronenlimonade und ist kein Smoothie aus entsafteten Osteuropäern. Für einen Zombie verwendet man unter anderem Contreau, Rum und Grenadine zapft aber keine nach Voodoo Ritus erschaffenen Untote an. Mein Favorit, die Irish Car Bomb ist ebenso harmlos, es handelt sich viel mehr um ein Guiness mit eingelassenem Baileys Shot denn um eine USVB in oder an einem PKW.
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Ulrich Sann
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