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Haarausfall durch Stress: Wie sich Alltagsbelastungen auf den Haarwuchs auswirken

Pohlheim | Stressbedingter Haarausfall beginnt an der Haar-, aber auch an der Wortwurzel. Der Begriff ‚Stress‘ leitet sich nämlich vom lateinischen Wort „stringere“ ab, was so viel bedeutet wie ‚in Spannung versetzen‘. Der Organismus wird durch verschiedenste Einflüsse gespannt und aus dem Gleichgewicht gebracht.

So verhält sich das auch bei einem der Stresssymptome: Der ausfallenden Haarpracht. Körperliche und geistige Spannungen über einen längeren Zeitraum beeinflussen die Abläufe im Körper. Hier erfahren Sie, wie das konkret abläuft, welche Arten von Haarausfall dadurch ausgelöst werden und was Ernährung und Schlaf damit zu tun haben. Sie ahnen es schon: Eine ganze Menge.


Was führt konkret zum Haarausfall?

Körperliche Überanstrengung und anhaltender, chronischer, emotionaler Stress, der zu einem alltäglichen Dauerzustand geworden ist, sind typische Ursachen für Haarausfall. Durch Stress werden übermäßig Neurotransmitter und Botenstoffe ausgeschüttet und zu den Nervenfasern in den Haarwurzeln geschickt.

Es ist ganz normal, dass der Level an
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Botenstoffen schwankt, besonders in den verschiedenen Wachstumsphasen, aber wenn die Menge zu starken Veränderungen unterliegt, kommt es zu einer Entzündung der Haarfollikel. Die Wurzel wird dermaßen geschädigt, dass die Zellen absterben und das Haar ausfällt.

Auch verschiedene Krankheitsbilder fallen unter die Kategorie Stress. Zu Haarausfall kann es im Falle von Stoffwechselerkrankungen, Bulimie, Infektionskrankheiten, oder Vergiftungen kommen. Durch emotionalen Dauerstress kommt der Geist auch nicht mehr zur Ruhe, besonders nachts nicht, was zu schädlichem Schlafmangel führen kann. Da sich aber die Haarwurzeln im Schlaf regenerieren, wird ihnen diese Möglichkeit durch fehlenden Schlaf entzogen.


Welche Art von Haarausfall wird durch Stress ausgelöst?

Wie die Frage bereits suggeriert, gibt es in Ursache und Form unterschiedliche Arten von Haarausfall.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata) ist jener, der am ehesten mit der Ursache Stress einhergeht. Er bezeichnet einen entzündlichen Prozess, bei dem sich das Immunsystem gegen die Haarwurzeln wendet und diese absterben lässt. Dadurch entstehen gebündelt kahle Stellen.

Der diffuse Haarausfall betrifft eher das ganze Haupthaar gleichmäßig. Auch telogenes
Effluvium genannt, wird er durch Mangelerscheinungen, Hormonschwankungen, Infektionen, Schilddrüsenerkrankungen oder eben auch durch chronischen Stress verursacht. Wobei ja die drei erstgenannten Ursachen ebenso mit Stress assoziiert werden können.

Der androgenetische Haarausfall bezeichnet den erblich bedingten Haarverlust. Dieser kann natürlich per Definition Stress nicht als Ursache haben, kann aber natürlich durch diesen verstärkt werden.


Welche Rolle spielt die Ernährung?

Man könnte sich fragen, wie Stress und Ernährung zusammenhängen, aber diese Frage ist wirklich einfach beantwortet. Wenn man sich durch die endlose Kette an Terminen hetzt und meint keine Zeit für eine nahrhafte Mahlzeit zu haben, sind Mangelerscheinungen vorprogrammiert. Psychische und/oder physische Belastung resultiert mitunter ebenso in verringertem Appetit und Unterversorgung. In solchen Fällen einseitiger und nicht ausreichender Ernährung fehlen dem Körper wichtige Nährstoffe aus Lebensmitteln, wie etwa Mineralstoffe, Vitamine, Eiweiß, oder Eisen, was dem Haarwachstum alles andere als förderlich ist.

Auch zu viel des Guten ist, nun ja, eben
zu viel des Guten. Die Abbauprodukte von Adrenalin und Cortisol, die für den Haarausfall verantwortlich sind, werden nämlich vermehrt in Fettdepots abgespeichert. Da unter Adipositas leidende Menschen viel davon haben, werden auch mehr von den Botenstoffen gespeichert und Haarausfall gefördert. Dabei hilft nur Gewichtsabnahme mit Reduzierung des Fettgewebes.


Was tun bei Haarausfall? Entspannen Sie sich!

Die simpelste und zugleich am schwierigsten umzusetzende Mittel gegen stressbedingten Haarausfall ist: Entspannung, Abbau von Stress. Regelmäßige Bewusstwerdung der Situation, des Atems, Stressbewältigung und Entspannungsübungen bauen das Gezerre am Nervenkostüm ab.

Die erste Instanz in Sachen Entspannung und Regeneration ist der Schlaf. Denn nur wenn die Energiereserven aufgefüllt und das Stresslevel beglichen sind, kann ein neuer Tag beginnen, ohne sofort wieder neue Spannung aufzubauen, sobald man die Augen aufschlägt. Dabei helfen einfache, beruhigende Entspannungsübungen, die kontinuierlich erlernt (wie beim autogenen Training z.B.), oder direkt vor dem zu Bett gehen (etwa Gute-Nacht-Yoga-Sequenzen) durchgeführt werden.

Auch regelmäßiges Sporttreiben baut Stress ab, denn das Auspowern des Körpers und die Konzentration auf den Körper schalten die wirren und ruhelosen Gedanken ab, gleichwohl das selbstverständlich nur bei emotionalem Stress empfehlenswert ist. Steht der Körper ohnehin schon unter Druck, sollte man ihn nicht noch weiter strapazieren.

Der psychische Stress hingegen kann noch mit einer weiteren, sehr effektiven Methode bekämpft werden: der Meditation! Die scheinbar hohe Kunst, sich von jeglicher, geistigen Bindung zu befreien, ist – wie so oft – reine Übungssache. Denn die Fähigkeit, dass unser Bewusstsein in eine tiefe, entspannende Konzentration fällt, kann tatsächlich von jedem Anfänger durch regelmäßige Meditationsübungen erlernt werden.

Dabei bezieht man interessanterweise nicht nur den Geist mit ein, denn Geist und Körper sind bekanntermaßen stets miteinander verbunden. Daher können auch gezielte Yoga-Übungen helfen, sich auf eine intensive, ruhige Meditation vorzubereiten.

Ein in jedem Fall wertvoller Tipp, um die Konzentration von Bedrückendem, Stressbehaftetem abzulenken: Machen Sie vor allem Gleichgewichtsübungen, denn für ihr Gelingen braucht es ein Höchstmaß an Konzentration auf sich und den Körper.

Kräftiges, volles Haar ist nicht nur ein gesellschaftlich geprägtes Schönheitsideal, sondern auch Zeichen von Ausgeglichenheit und Gesundheit. Wird man aus der Bahn geworfen, und kippt diese Balance, kommt es zu körperlichen und seelischen Spannungen, kurz: Stress. Und auch die körpereigenen Stoffe reagieren darauf alles andere als vorteilhaft, mitunter eben auch für die Haarpracht, die man dann immer dünner werden sieht. Indem man das eigene Körpergefühl stärkt und zu Ruhe und Gelassenheit zurückfindet, ist oft schon viel für die Haarwurzel getan.

 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.424
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 30.01.2018 um 11:18 Uhr
Ob mit solchen Methoden die dringend notwendige Diskussion in Giessen (Giessen droht aktuell eine Klage wegen der Nichteinhaltung von Luftwerten - eventuell werden Dieselstinker dann gerichtlich aus der Innenstadt ausgesperrt) angeregt wird halte ich für sehr fraglich.

Nach Pressemeldungen überlegen sich einige der mit ihrem Logo dort "verewigten" Institutionen gegen die Hersteller bzw. Verteiler dieses gefälschten Flugblattes rechtlich vor zu gehen. Spätestens dann dürften einigen Damen und Herren das lachen vergehen.

Ich bin der Meinung eine breite gesellschaftliche Diskussion muss doch auch ins Laufen zu bekommen sein ohne mit einem Bein im Knast zu stehen.
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von:  Manfred Brunner

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Manfred Brunner
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