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Ist Leinöl wirklich so gesund?

Pohlheim | Leinöl gilt als äußerst gesundes Öl. Es wird durch Pressen von Leinsamen, den Samen der Leinpflanze, auch Flachs genannt, gewonnen. Früher konnte man die blauen Blüten überall in Deutschland sehen. Inzwischen sind die Pflanze und ihre Produkte etwas in Vergessenheit geraten, erleben aber in letzter Zeit ein Revival. Doch ist das Öl wirklich so gesund, wie oft behauptet wird? Und wenn ja, wie setzt man es am besten ein?


Optimales Verhältnis der ungesättigten Fettsäuren

Leinsamenöl wird aus Leinsamen hergestellt, die gemahlen und gepresst werden, um ihr natürliches Öl freizusetzen. Das so gewonnene Öl besteht zu mehr als 50 Prozent aus der alpha-Linolensäure (oder kurz: Linolensäure oder ALA), die der menschliche Körper in die äußerst gesundheitsfördernden Omega-3-Fettsäuren umwandelt. Somit enthält Leinöl mehr Omega-3-Fettsäuren als Seefische wie Makrele oder Hering. Leinöl enthält zwar auch Omega-6-Fettsäuren, allerdings wesentlich weniger als viele andere Lebensmittel - das Verhältnis Omega 3 zu Omega 6 ist so günstig wie bei kaum einen anderen Nahrungsmittel. Daneben finden sich in dem wertvollen Öl die Vitamine E und K sowie sekundäre Pflanzenstoffe, die den Körper vor der negativen Wirkung freier Radikale schützen können.

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Warum ist Leinöl so gesund?

Kurz gesagt, weil es glücklich macht, will man dem Buch „Leinöl macht glücklich“ von Hans-Ulrich Grimm glauben. Es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass das Öl bei psychischen Erkrankungen hilfreich sein könnte. Andere Studien lassen darauf schließen, dass Leinöl den Blutdruck senken und vor Herzerkrankungen schützen kann, indem es die Aktivität der Thrombozyten verbessert und vor Arterienverkalkungen schützt. Des Weiteren soll das Öl Entzündungen vorbeugen, da es durch den hohen Anteil an Omega 3 den Anteil an entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäuren, die wir täglich durch viele andere Lebensmittel aufnehmen, entgegenwirken und diesen ausgleichen kann. Außerdem wurde beobachtet, dass sich zu hohe Cholesterinwerte durch eine erhöhte Aufnahme von Leinöl verbessern, und es soll sogar das Wachstum von Krebstumoren hemmen können.


Nur für die kalte Küche und schnell aufbrauchen

Bereits ein Esslöffel Leinöl, den Sie Ihrem Essen zugeben, kann Ihren täglichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren decken. Wer sich einen gesundheitlichen Nutzen vom Leinöl verspricht, kann die Dosis auf maximal etwa 3 Esslöffel oder 30 Gramm steigern, was laut Studien die günstigste Dosis zur Prävention von Krankheiten darstellt. Einfach fürs Salatdressing verwenden, in einen Smoothie oder das morgendliche Müsli einrühren oder über fertige Speisen geben. Manche nehmen Leinöl auch pur ein und schwören auf die verdauungsfördernde Wirkung des Öls. Tipp: Probieren Sie mal Pellkartoffeln mit Kräuterquark und Leinöl. Sehr lecker und sehr gesund!

Nur bitte das Leinöl nicht erhitzen und mitkochen, denn dann würden die wertvollen langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die sehr hitzeempfindlich sind, in ihre Bestandteile zerfallen und das Öl würde seine gesundheitsfördernden Eigenschaften verlieren. Außerdem ist es wichtig, Leinsamenöl dunkel zu lagern und nach Anbruch im Kühlschrank aufzubewahren. Verbrauchen Sie es idealerweise innerhalb eines Monats nach Anbruch, um nicht Gefahr zu laufen, dass es durch Oxidation mit der Luft ranzig wird und einen bitteren Geschmack enthält, was bei empfindlichen Menschen zu Übelkeit führen könnte. Generell geht man von einer Haltbarkeitsdauer von 3 Monaten ab Abfüllung aus. Ist das Leinöl ranzig geworden, erkennt man das ganz leicht am unangenehmen Geruch. Übrigens kann Leinöl problemlos eingefroren werden; es bleibt trotz der Minustemperaturen flüssig und man kann die benötigte Menge jeweils direkt entnehmen.


Fazit: Mit Leinöl decken Sie Ihren Omega-3-Bedarf

Dass Omega-3-Fettsäuren für die Gesundheit unabdingbar sind, steht außer Frage. Wir alle brauchen ausreichend Omega-3-Fettsäuren, da ist sich die Wissenschaft einig. Gerade für Menschen, die keinen Fisch essen, stellt Leinöl eine gute Omega-3-Quelle dar. Bitte achten Sie aber darauf, hochwertiges, kalt gepresstes Bio-Leinöl zu kaufen. Eine gute Qualität ist bei Leinöl besonders wichtig, denn bei minderwertigen Produkten besteht die Gefahr einer zu hohen Schwermetallbelastung (Cadmium!). Alternativ können Sie natürlich auch zu Leinsamen greifen.

Ja, Leinöl ist tatsächlich eine gute Möglichkeit, den täglichen Bedarf an Omega 3 zu decken. Es ist zwar kein Allheilmittel, kann aber helfen, Krankheiten vorzubeugen und die Gesundheit zu erhalten.

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