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Spielhallen und Glücksspiel – Spaß oder Gefahr

Pohlheim | Als im letzten Jahr die neuen Gesetze in Kraft traten gab es in vielen deutschen Städten ein Spielhallensterben. Das in Kraft getretene hessische Spielhallengesetz hatte vielerorts Auswirkungen und auch in Hessen wurden viele der beliebten „Daddel-Tempel“ geschlossen. Gießen blieb davon allerdings weitgehend verschont, da außer in ein paar Grenzfällen alle Spielhallen den Mindestabstand zueinander und zu Bildungseinrichtungen hatten.

In der Öffentlichkeit genießen diese Spielhallen oft einen schlechten Ruf und werden gerne als eine Brutstätte für Kleinkriminelle gesehen. Viele der Spielhallen sind ein beliebter Treffpunkt. Das Angebot der Spielotheken geht mittlerweile weit über ein paar Spielautomaten hinaus. Nicht selten sind diese stilvoll eingerichtet, besitzen ein Bistro oder sind in einem Unterhaltungskomplex mit Disco und Kino untergebracht. Prinzipiell hat sich seit Jahrzehnten nichts daran geändert, dass es diese beliebten Treffpunkte gibt. Es ist auch unbestritten, dass es bei solchen Treffpunkten sicherlich die eine oder andere Situation gibt, in der sich die Besucher am Rande der Legalität bewegen oder diese auch überschreiten.

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Wir alle kennen jemanden, der in seinen jungen Jahren mal einen über den Durst getrunken hat und dann nach Hause gefahren ist, oder einen Joint geraucht hat. Irgendwie gehört so etwas ja auch mit zum Erwachsenwerden. Bei den meisten hatten diese „Eskapaden“ keinen allzu großen Einfluss auf den Alltag. Es bestand keine Suchtgefahr und alles ging „gut“ aus. Dennoch gab es schon immer einen kleinen Prozentsatz bei denen es nicht so glimpflich verlief. Aus welchen Gründen auch immer wurden einige abhängig und brauchten immer mehr von diesem Thrill. Oftmals sahen die Betroffenen das als letzten Ausweg aus einer Situation.

Die Spielsucht fällt in die selbe Kategorie. Es ist prinzipiell nichts Verwerfliches ein paar Euro in einen Spielautomaten zu werfen und die Walzen rotieren zu lassen. Die Chancen auf einen Gewinn sind um einiges höher als beim Lotto. Problematisch wird es jedoch, wenn man versucht ein finanzielles Problem auf diese Art und Weise zu beheben.


Suchtgefahr in Online Casinos

Was sich in den letzten Jahrzehnten verändert hat ist das Umfeld in denen gedaddelt wird. Neben den Spielhallen gibt es mittlerweile unzählige Online Casinos in denen viele Millionen Euro umgesetzt werden. Es ist für gefährdete oder verzweifelte Personen relativ einfach sich im Internet bei einem Casino anzumelden um dort seiner Sucht nachzugehen.

Ein Problem das sich durch die Spielsucht, und eigentlich jede Art von Sucht, wie ein roter Faden zieht ist die Suchtprävention. Zwar wurde 4 die Möglichkeit der Selbstsperre eingeführt, diese bringt aber nicht den gewünschten Erfolg. Zudem muss eine gefährdete Person diesen Schritt erst einmal gehen.


Spielerschutz im Online Casino

Wie von CasinoSpezialist, einem Internet Magazin, das virtuellen Spielbanken, Softwarehersteller und auch deren Produkte prüft und testet, bestätigt wurde gibt es bei guten Online Casinos mittlerweile ebenso Maßnahmen zum Spielerschutz. Unter anderem wird aufgrund des individuellen Spielerprofils und dessen Gewohnheiten auf einem komplizierten Rechenmodel basierend ein Kontrollfilter erstellt, der den Casinobetreiber darauf aufmerksam macht, wenn sich bestimmte Parameter ungewöhnlich stark verändern. Das kann eine höhere Risikobereitschaft, ein höherer Einsatz oder häufigerer Einzahlungen auf unterschiedliche Zahlungswege sein. Der Spieler wird dann von einem Betreuerteam auf diese Unregelmäßigkeiten angesprochen und bei Bedarf weitere Maßnahmen getroffen.

Interessanterweise fällt es den betroffenen Personen oft leichter online mit Casinomitarbeitern über Probleme zu sprechen als zu einer Suchtberatung im realen Leben zu gehen. Leider muss aber auch gesagt werden, dass nicht alle Online Casinos solche Programme haben. Es ist auch nur ein relativ kleiner Anteil der Online-Zocker, welche gefährdet sind. Es gilt jedoch genau diesen kleinen Teil zu schützen, oder gegebenenfalls zu helfen.


Verbote bringen nichts

Es hat sich gezeigt, dass einfache Verbote, wie sie aus der Politik immer gefordert werden nichts bringen. Seit Jahren ist das Ringen um eine neue Version des Glücksspielstaatsvertrags mehr mit einer schlechten Sitcom als mit einer realistischen Lösungsfindung zu vergleichen. Online Gambling unterliegt dem EU Recht. Somit ist man relativ machtlos gegenüber Online Casinos mit gültiger europäischer Lizenz. Zudem bewirbt der deutsche Staat seine eigenen Lotterien massiv, versucht aber private Anbieter als gefährliche Zockerhöllen darzustellen. Ein Schelm ist wer denkt, dass es dem Staat nur um Steuereinnahmen geht und ihn der Rest eigentlich gar nicht interessiert.


Italien und Schweden als Vorreiter für Online Casinos

Die Italiener sind für ihre Spiel- und Wettleidenschaft bekannt. Auch dort gibt und gab es Probleme zwischen staatlichen und privaten Anbietern. Die Lösung ist denkbar einfach. Es wurde beschlossen bis zu 120 Online Casino Lizenzen zu vergeben. Alle Lizenznehmer müssen nicht nur strenge Auflagen erfüllen, sondern auch mit den kontrollierenden staatlichen Stellen zusammenarbeiten. Ähnlich sieht es übrigens in Schweden aus. Hier läuft gerade die Bewerbungsphase für Lizenzen. Die Webseiten von Online Casinos und Sportwettenanbieter welche keine Lizenz besitzen werden in Schweden ab dem 1.Januar 2019 blockiert.

Beide Lösungen sind sicherlich ideal, aber sicherlich besser wie die „unendliche Geschichte“ um den deutschen Glücksspielstaatsvertrag.

 
 

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von:  Manfred Brunner

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