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"Repair-Café" erfolgreich gestartet!

Jochen Happel reparierte die kleine Uhr während die Besitzerin interessiert zuschaut.
Jochen Happel reparierte die kleine Uhr während die Besitzerin interessiert zuschaut.
Pohlheim | Beim Start des Pohlheimer „Repair-Café“ gab es nur strahlende Gesichter. Bereits 15 Minuten vor dem offiziellen Start herrschte bereits reger Betrieb an den vorbereiteten Werkzeugplätzen. Dabei reichten die „Repair-Angebote“ der ehrenamtlichen Bürger vom „Hosenflicken“ mit der Nähmaschine, über „Schmuck- und Uhrenreparatur“, „Metalltechnik“, „Musik- und Radiotechnik“ bis hin zur „Hausgerätetechnik“ im Mehrzweckraum der Limeswerkstatt in Garbenteich.

Nach anfänglichem „Gewusel“, wohin mit meinem Anliegen? kristallisierte sich doch recht bald heraus, an welchem Werktisch welches „Repair-Problem“ gelöst werden konnte. Es kam aber auch vor, dass sich der "Reparateur" in einen „Repair-Kunden“ verwandelte, damit ihm selbst an einem Nachbartisch Hilfe zuteil kam. Nach einer knappen halben Stunde kehrte dann an den sechs „Repair-Werktischen“ konzentrierte Ruhe ein, weil dort die Kunden die Fingerfertigkeiten und zielgerichteten Arbeiten der „Reparateure“ an ihren Gerätschaften bestaunten.

An den angrenzenden Kaffeetischen waren indes Gäste „ohne“ momentanen Reparaturbedarf mit Mitgliedern des Seniorenbeirates
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in Gespräche vertieft. Mit diesem Projekt ist womöglich eine weit größere und vielschichtigere Netzwerkdynamik angestoßen worden, als in der Vorplanung angedacht war. Denn bei genauem Hinsehen entdeckte man unter den „Reparaturen“ nicht nur Senioren, sondern auch junge Bürger die hier gerne ihr Wissen einbringen. Auch die Vorführung einer neuen Stricktechnik, bei der ein Sockenbund mit der „Elastischen Masche“ gestrickt wurde, lässt vermuten, dass an diesem Ort auch Wissenstransfer in Umlauf kommt.

Bürgermeister Udo Schöffmann, Erster Kreisbeigeordneter Hans Peter Stock, Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Gießen Frau Maren Müller-Erichsen und der Vorsitzende des Pohlheimer Seniorenbeirates Karl-Reinhard Philipp waren beeindruckt und erfreut zugleich, dass über 40 Pohlheimer Bürger zu diesem „Kick-Off“ gekommen waren. Dass dies natürlich auch den Hauptinitiator und Motor der Aktion, Jochen Happel in seiner Idee bestätigte und erfreute, war in den Gesprächen mit ihm an seinem Haushaltsgeräte-Reparaturtisch zu entnehmen.

Aufgrund der immensen Betriebsamkeit im „Repair-Bereich“ hatten die Ehrengäste (Bürgermeister, Kreisbeigeordneter und Aufsichtsratsvorsitzende) und Philipp auch kein Problem, ihre Gruß-, Dankes-und Motivationsworte
Christa Philipp zeigt geschickte Flicktechniken mit der Nähmaschine.
Christa Philipp zeigt geschickte Flicktechniken mit der Nähmaschine.
erst Mitte der zweistündigen Veranstaltung an alle Anwesenden zu richten. Ein besonderer Dank galt dabei dem Leiter der Limeswerkstatt Garbenteich, Herrn Jörg Langschied, für die Bereitschaft seinen Werkstätten mit seiner Klientel für dieses Projekt zu öffnen. Philipp gingen dabei auf die Wichtigkeit der Abfallvermeidung ein und erinnerten noch einmal an die vor Jahrzehnten, durch viel Bürgerengagement verhinderte Mülldeponie in Holzheim und das nach wie vor so wichtige Engagement im sozialen Miteinander, welches an dieser Stelle neue Impulse erhalten könne.

Mit der Stärkung am Kaffee- und Kuchenbuffet, welches die Lebenshilfe-Gießen gestiftet hatte, klang ein gelungener Start des 1. Pohlheimer Repair-Cafés aus.

Man darf also gespannt sein, was beim nächsten Termin am Dienstag dem 10. Oktober um 14:00 Uhr an gleicher Stelle so alles passiert.

Weitere Informationen:
Karl-Reinhard Philipp, Hubertusstraße 36, 35415 Pohlheim, Tel.: Nr. 06403- 963971 oder E-Mail: Reparieren-in-Pohlheim@vodafonemail.de

Jochen Happel reparierte die kleine Uhr während die Besitzerin interessiert zuschaut.
Jochen Happel reparierte... 
Christa Philipp zeigt geschickte Flicktechniken mit der Nähmaschine.
Christa Philipp zeigt... 
„Jung hilft Alt“ (Reinhard Mertsch aus Holzheim bekommt Hilfe von Jakob Happel aus W.-Steinberg)
„Jung hilft... 
Robert Hartung (Holzheim) reparierte den Radiowecker von Klaus-Dieter Schardt (Hausen) in 20 Minuten.
Robert Hartung... 
v.L. M. Müller-Erichsen, U. Schöffmann, H.P. Stock und K.-R. Philipp
v.L. M. Müller-Erichsen,... 

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.375
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 13.09.2017 um 18:07 Uhr
Mir ist schon bekannt, dass nach einem euphorischen Start einer neuen Idee oft danach eine Durststrecke sich eröffnet, wenn den Ideengeber und Erstaktiven klar wird, dass so eine Idee nicht unbedingt ein Selbstläufer ist, sondern immer wieder neue Anstösse gegeben werden müssen.

Nur einmal zu dem Fall, dass die "Macher" Langeweile bekommen, weil ihnen die "Bude eingelaufen wird" (also nichts zu bewerben und zu managen gibt) möchte ich auf den Satz: "(...) .... Mit diesem Projekt ist womöglich eine weit größere und vielschichtigere Netzwerkdynamik angestoßen worden, als in der Vorplanung angedacht war. Denn bei genauem Hinsehen entdeckte man unter den „Reparaturen“ nicht nur Senioren, sondern auch junge Bürger die hier gerne ihr Wissen einbringen. .... (...)" im Artikel eingehen.

Kleinreperaturen werden in anderen Kommunen von Bürger zu Bürger auch in anderen Organsiationsstrukturen (ich glaube das heisst neumodisch "in neuen Formaten") kostenfrei ausgeführt.

So zum Beispiel haben sich seit Jahrzehnten bundesweit die Tauschringe (Dienstleistungstausch von Privatpersonen auf Gegenseitigkeit, ohne Geld und mit einer Abrechnung auf Zeiteinheiten) etabliert. Hier helfen Mitbürger nicht nur, wenn eine Uhr kaputt ist, sondern auch wenn wegen momentaner krankheitsbedingten Ausfall der Garten zu verwildern droht und unbedingt gemäht werden muss. (Jetzt im Idealfall gesprochen - so sollte es zumindest sein, wenn in einem Ring genügend Mitbürger mit ihren Fähigkeiten mitmachen.) In unserer Gegend etwas rar gesäht, aber eine kleine Suchanfrage im Internet macht schlau.

Ich finde es sehr gut, wenn Bürger sich zusammen tun, Ideen weiterentwickeln, sich überlegen, wo Partner zum mitmachen zu finden sein könnten und dann "zu Tat schreiten". Und Partner gibt es immer wieder.

Es muss natürlich die Hilfestellung auch nicht per Zeitaufnahme auf Gegenseitigkeit sein. Bürgerschaftliche Hilfe kann auch "verschenkt" werden. Dazu hier ein etwas älterer Artikel aus der Onlineausgabe der GZ. Er ist aus einer Gemeinde nur ein paar Kilometer weiter.

http://www.giessener-zeitung.de/pohlheim/beitrag/104157/qhelfen-in-huettenbergq-hilft-tatsaechlich/

viel Erfolg - viele gute neue Ideen - viel Ausdauer
Günther Dickel
2.510
Günther Dickel aus Pohlheim schrieb am 13.09.2017 um 18:38 Uhr
Vielen Dank für die Hinweise und weitergehenden Anregungen!
Das Projekt "Hüttenberg hilft" habe ich ja mehrfach als Bürgerreporter begleitet. Werde mal nachfassen was daraus geworden ist ...
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Günther Dickel

von:  Günther Dickel

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Interessensgebiet: Pohlheim
Günther Dickel
2.510
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