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Lebenshilfe Gießen weiht Inklusives Wohnprojekt in der Fröbelstraße ein

von Linda Haukam 05.09.20171110 mal gelesenkein Kommentar
Pohlheim | „Mitleben - Wohnen wie andere auch“ - so heißt das neue Projekt der Lebenshilfe Gießen, das am vergangen Freitag bei schönstem Wetter offiziell eröffnet wurde. Nach langer Vorbereitung und intensiven Sanierungs- und Umbaumaßnahmen entstanden in der Fröbelstraße 76 elf barrierefreie Wohnungen, die von Menschen mit und ohne Behinderung bezogen wurden.
Ein Jahr nach Fertigstellung des Wohnhauses sind bereits zehn der elf Parteien vermietet. In vier Wohnungen haben jeweils acht Menschen, die zuvor in anderen Wohneinrichtungen der Lebenshilfe Gießen oder in ihrem Elternhaus lebten, ein neues Zuhause gefunden. Wer hierbei Unterstützung benötigt, bekommt diese fortan von dem "Unterstützten Wohnen", einem ambulant wirkenden Dienst der Lebenshilfe Gießen.
Die übrigen fünf Wohnungen wurden indes über den allgemeinen Wohnungsmarkt an WGs, Paare und Einzelpersonen vermietet. Der Grundstock für ein gemeinschaftliches Zusammenleben ist somit gesetzt und kann sich nun entwickeln - aus diesem Anlass wurde das Wohnprojekt nun auch offiziell eingeweiht.
Nach der Begrüßung durch Maren Müller-Erichsen, die Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Gießen, die als Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Hessen, das Gesamtprojekt mitinitiiert hat, überbrachte Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz ihre guten Wünsche für das Projekt.
Sie befürwortete es ausdrücklich, dass auch Menschen mit einem erhöhten Hilfebedarf in normaler Nachbarschaft in Gießen wohnen können und äußerte die Hoffnung, dass zukünftig noch weitere Projekte dieser Art ins Leben gerufen werden.
Thomas Knierim, Regionalmanager des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen und unter anderem zuständig für den Kreis Gießen, wies in seinen Grußworten darauf hin, dass das Wohnprojekt nicht nur ganz normales Wohnen für Menschen mit Behinderung ermögliche, sondern auch ein Ziel der Internationalen Behindertenrechtskonvention verfolgt: Jeder Mensch müsse unabhängig von seinem Handicap nach eigenen Vorstellungen wohnen und leben können.
Christine Hasenauer, Bereichsleiterin Wohnen der Lebenshilfe Gießen, bedankte sich bei Thomas Knierim für die großzügige Unterstützung durch den Kostenträger, bei dem für die Kernsanierung verantwortlichen Architekten Reimund Orth für die gute Zusammenarbeit in der Umbauphase sowie bei den Mitarbeitern, die mit großem Engagement für ein Gelingen des Projektes sorgen.
Zu den Hintergründen: Bereits 2010 rief der Landesverband der Lebenshilfe Hessen die Ortsvereinigungen auf, sich landesweit mit Pilotprojekten an der Projektidee „Mitleben“ zu beteiligen. Auch für Menschen mit einem höheren Hilfebedarf sollten ambulante Wohnangebote, möglichst mit inklusivem Charakter, entwickelt werden. Unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule Rhein/Main, stellten sich neun Ortsvereine in Hessen dieser Aufgabe. Die Gießener Lebenshilfe erwarb für ihr Wohnprojekt eine Haushälfte in der Dulles-Siedlung mit dem Ziel, ein Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen. Schon nach einem Jahr zeichnet sich ab, dass das von Aktion Mensch unterstütze Wohnprojekt Erfolg verspricht.

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