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Wo ist den hier Bad, Dusche und WC?

Die vor Schulklassen hinten von links: Rolf Ihle, Bastian Schmandt, Leni Weimar, Doris Ihle, Christa Magel, Hannelore Schmandt und Lisa Bender
Die vor Schulklassen hinten von links: Rolf Ihle, Bastian Schmandt, Leni Weimar, Doris Ihle, Christa Magel, Hannelore Schmandt und Lisa Bender
Pohlheim | Wenn sechsjährige Vorschulkinder in die Wohn- und Lebensräume ihrer Großeltern eintauchen, als diese so alt waren wie sie heute, gibt es Fragen über Fragen. Das mussten jüngst die Museumsführerinnen der Watzenborn-Steinberger Heimatsstube Ursula Burger, Christa Magel, Hannelore Schmandt und Leni Weimar erfahren, als die vier Vorschulgruppen des Montessori Kinderhauses aus dem Gießener Wartweg zu Besuch waren. Eine Tagesexkursion mit dem Linienbus von Gießen bis nach Watzenborn-Steinberg in der Ludwigstraße und zurück war dabei eher unspektakulär und verlief reibungslos.

Was die Gießener Kids aber alles rund um das Pohlheimer Stadtmuseum und in dessen Heimatsstube entdeckten, war schon erstaunlich. Lag doch da im Bett des Schlafzimmers eine „Wärmflasche aus Blech“ und unter dem Bett stand ein weißer „Henkeltopf“, der früher die nicht im Hause vorhandene Toilette ersetzte. Und in jedem Zimmer stand ein schwarzer Ofen mit Ofenrohr anstelle eines Heizkörpers. Auch ein Badezimmer oder Dusche waren im gesamten Haus nicht zu finden. Dafür stand in der Sommerküche ein großer offenerer Kessel, in dem je nach Bedarf
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mal Honig oder beim Schlachten die Wurst und einmal wöchentlich die Wäsche gekocht wurde. Darin wurde aber auch samstags das Badewasser heiß gemacht, damit die gesamte Familie, von den Kindern bis zum Opa, im großen Bottich neben dem Kessel, hintereinander „baden“ konnten. Aber auch die „Küchenmaschinen“ wie Fleischwolf, Bohnenschneider, Kaffeemühle bis hin zum „Kopf-Ketzel“ mit dem die Frauen die großen Kuchenbleche auf dem Kopf aus dem Backhaus heimtrugen, versetzte die kleinen Besucher in Staunen. Die größeren landwirtschaftlichen Maschinen in der großen Scheune hingegen fand man weniger interessant. Das „Kinderleben“ ihrer Großeltern zu Hause war es, was die Stadtkinder in ihren Bann gezogen hatte. Diese starke Neugierde hatte zuvor bereits Doris Ihle bei ihren wöchentlichen Besuchen als „Lesetante“ in der Kita ausgelöst. Als Mitglied im Team „Heimatsstube“ wusste Sie daher sehr wohl, welcher Bogen im Vorhinein zu spannen war, um diese Tagesexkursion zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen. Dass ihr Ehemann Rolf dabei für das leibliche Wohl der „Mini-Exkursion“ in der Hofküche sorgte, erfreute die Kids, die Museumsführerinnen und das pädagogische Begleitpersonal Bastian Schmandt und Lisa Bender vom Gießener Montessori Kinderhaus gleichermaßen. Nach einer kleinen Spielpause im großen Hof des Heimatmuseums ging es voller Eindrücke um 13:04 Uhr mit der Buslinie 375 von der nahegelegenen Bushaltestelle „Rathaus Watzenborn-Steinberg“ zurück nach Gießen.
Hinweis: Am Sonntag, dem 2. Juli ist das Museum in der Pohlheimer Ludwigstraße 22, in dem derzeit auch eine Bilderausstellung von Franz Bayer zu sehen ist, von 15:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Die vor Schulklassen hinten von links: Rolf Ihle, Bastian Schmandt, Leni Weimar, Doris Ihle, Christa Magel, Hannelore Schmandt und Lisa Bender
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In der Sommerküche wurde im Kessel „Hoink-Rührer“ gedreht und vieles entdeckt.
In der Sommerküche wurde... 
In der Puppenstube bei großen und kleinen Puppen und interessanten Puppenhäusern
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Stärkung bei leckerem Frühstück in der großen Hofküche
Stärkung bei leckerem... 
in der Hausküche wie auch in anderen Wohnräumen gab es viel zu entdecken. Leni Weimar erläutert hier Details der Essenzubereiten in der Küche. Der Ketzel für den Kuchen auf dem Kopf machte sichtlich Freude.
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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
9.324
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 28.06.2017 um 10:24 Uhr
klasse, lebendiger geschichtsunterricht der spass macht.
Günther Dickel
2.643
Günther Dickel aus Pohlheim schrieb am 28.06.2017 um 10:41 Uhr
Ja, das kann man wohl sagen. Denn es hat allen (Erzählerinnen und Kids) großen Spaß gemacht und hat bestimmt auch nachhaltige Wirkung.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Günther Dickel

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Interessensgebiet: Pohlheim
Günther Dickel
2.643
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