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Wie lange kann die Landwirtschaft noch die Welt ernähren?

Karsten Schmal (Präsident des Hessischen Bauernverbandes im Referat)
Karsten Schmal (Präsident des Hessischen Bauernverbandes im Referat)
Pohlheim | Im Mittelpunkt der diesjährigen Vertreterversammlung des Bauernverbandes Gießen/Wetzlar/Dill e.V. stand das Fachreferat „Wo bleiben die verlässlichen Rahmenbedingungen für eine zukünftige Landwirtschaft?“ Über das der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, persönlich referierte.
In den zuvor erteilten Geschäftsberichten vom Verbandsvorsitzenden Manfred Paul und Geschäftsführer Martin Sames erinnerten diese noch einmal an die vielfältigen Ereignisse, Neubestimmungen, Herausforderungen, Erlössituationen, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Initiative „Bauernhof als Klassenzimmer“, welche die Landwirte in der hiesigen Region besonders beschäftigen. Als mustergültig und zukunftsweisend wurden die Öffentlichkeitsaktionen wie Hoffeste, Betriebsbesichtigungen, Hofläden und Seminartage für von Pädagogen hervorgehoben und den durchführenden Betrieben von Sames ein großes Lob ausgesprochen.

Scharf kritisiert wurde die von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, gestartete Kampagne „Gute Umwelt - Gesund für alle“. Die hierbei kreierten neuen „Bauernregeln“ wie z. B.: „Steht
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Tiere (589)Nahrung (5)Menschen (192)Leben (67)Landwirtschaft (100)Ernährung (70)Erde (12)
das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein …“, würden einen ganzen Berufsstand incl. der Bauernfamilien mehr als verunglimpfen. Mit dieser Kampagne erwecke dieses Ministerium den Eindruck, die intensive Landwirtschaft belaste per se, Böden und Natur und würde das Tierwohl nicht beachten. Da dies nichtzutreffend sei, habe der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, in einem Brief an Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks darauf hingewiesen, dass die Landwirte ein ureigenes Interesse daran hätten, naturverträglich, umwelt- und ressourcenschonend, tiergerecht und nachhaltig zu arbeiten. Am Beispiel der jüngst dreimonatigen „Aufstallung“ der Freiland -Hühner, -Gänse und -Puten, mussten die Landwirte umsetzen was auferlegt wurde, hatten jedoch die damit einhergehenden Auswirkungen wie Tierverluste, Stallhygiene, Kannibalismus, geringeren Eierertrag und Ei-Preissenkung selbst zu tragen. Die seit 2015 gestartete Aktion „Rücksicht macht Wege breit“ könne auch Beispielgeber sein, für ein konstruktiveres und zielgerichtetes Konfliktmanagement zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen.

Im anschließenden Referat ging der hessische Bauernverbands Präsident, Schmal, ebenfalls auf dieses Thema
Die alten und neuen Vorstandsmitglieder v.L. Mathias Fritz, Peter Fay, Anneliese Jung und Ingo Schmalz) Umrahmt von Karsten Schmal li. und Manfred Paul re.
Die alten und neuen Vorstandsmitglieder v.L. Mathias Fritz, Peter Fay, Anneliese Jung und Ingo Schmalz) Umrahmt von Karsten Schmal li. und Manfred Paul re.
ein und fügte an, dass mit solch überzogener Umwelt-und Klimaschutzpolitik die „Bauern aus dem Land vertrieben würden“ und die gesamtglobalen Herausforderungen der künftigen Welt Ernährung keine Berücksichtigung finden. Auch die mit über 1 Million Euro Steuergeld finanzierte Kampagne des Umweltministeriums, kritisierte er scharf. Wie dramatisch sich die künftigen Ernährungsengpässe bei steigender Weltbevölkerung entwickeln wird, wurde in seiner Vortragsfolie „Weltbevölkerung zu verfügbarer Ackerfläche“ 1970 – 2013 – 2050 deutlich. Nimmt doch in diesem Zeitraum die Weltbevölkerung von 3,7 auf 9,5 Milliarden zu und die zur Verfügung stehende Ackerfläche pro Kopf von 3800 auf 1500 Quadratmeter ab. Noch beängstigender wurde die Situation im Vergleich von Bevölkerungsdichte, zu den nutzbaren Flächen auf der Erde. Da Deutschland zu den wenigen „grünen Flächen der Erde“ zählt, auf denen Nahrungsmittel erzeugt werden können, habe Deutschland auch Nachhaltig eine Mitverantwortung für die Welternährung. Daher sei es wichtig, dass die Vielfalt der globalen Herausforderungen mit der Machbarkeit vor Ort in jedem Betrieb, in Einklang gebracht würden. Auch in der öffentlichen Diskussion müssten die Themen wie: „Schweinehaltung“, „Milchwirtschaft“,
Manfred Paul (Vorsitzender des Bauernverbandes Gießen/Wetzlar/Dill e.V.)
Manfred Paul (Vorsitzender des Bauernverbandes Gießen/Wetzlar/Dill e.V.)
„Ackerbau“, „Düngung“, „Tierschutz“, „Gesundheit“ und „Wirtschaftlichkeit“ sachlicher behandelt werden. In der anschließenden Diskussions- und Fragerunde gab es noch jede Menge Erläuterung und konstruktive Hinweise, die der Präsident dankend aufnahm.

Den zuvor von Geschäftsführer Sames vorgetragene Bericht über den Jahresabschluss 2016 hatten die Kassenprüfern Sven Görlach (Eberstadt) und Ingo Hensel (Harbach) geprüft. Nach einstimmig erteilter Entlastung wurde auch die Haushaltsvorlage 2017 von der Vertreterversammlung einstimmig beschlossen. Bei den Vorstandsneuwahlen wurden Mathias Fritz (Odenhausen) und Peter Fay (Watzenborn-Steinberg) sowie Anneliese Jung (Holzheim) als Vertreterin der Landfrauen und Ingo Schmalz (Hungen) als Vertreter der Landjugend einstimmig wiedergewählt. Der neu gewählte Christoph Wenzel (Laufdorf) ergänzt nun das Kassenprüferteam-2018 Sven Görlach und Henning Schäfer. Bei der Wahl der Landesvertreter wurden wiedergewählt: Sebastian Balser-Kutt (Großen Buseck), Manfred Balser (Garbenteich), Gerd Reichert (Rüddingshausen), Peter Stark (Saasen), Heinz Becker (Muschenheim), Sven Görlach (Eberstadt) Ottmar Müller (Bellersheim), Andre Linker (Lumda) und Anneliese Jung (Holzheim).

Jahrestermine siehe: http://www.hessischerbauernverband.de/termine

Karsten Schmal (Präsident des Hessischen Bauernverbandes im Referat)
Karsten Schmal... 
Die alten und neuen Vorstandsmitglieder v.L. Mathias Fritz, Peter Fay, Anneliese Jung und Ingo Schmalz) Umrahmt von Karsten Schmal li. und Manfred Paul re.
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Manfred Paul (Vorsitzender des Bauernverbandes Gießen/Wetzlar/Dill e.V.)
Manfred Paul... 
Martin Sames (Geschäftsführer des Bauernverbandes Gießen/Wetzlar/Dill e.V.)
Martin Sames... 
ohne Worte ...
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