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Umweltfreundlich dank Sonnenkraft

Flugplatz der Segelfliegergruppe "Steinkopf" Pohlheim e. v. (links die alte Halle und rechts die neue Halle mit Solardach).
Flugplatz der Segelfliegergruppe "Steinkopf" Pohlheim e. v. (links die alte Halle und rechts die neue Halle mit Solardach).
Pohlheim | Als weltweit erster und einziger Betreiber der Kombination von Photovoltaikanlage und Elektrowinde sind die Pohlheimer Segelflieger dauerhaft autark von steigendem Strom- oder Kraftstoffpreisen. Nach der Anschaffung der Elektrowinde Typ ESW-2b im Jahre 2002 und des Hallenneubaus im Jahre 2005 installierten die Vereinsmitglieder eine Photovoltaikanlage auf dem Hallendach. Diese Anlage produziert jährlich etwa 12.800 Kilowattstunden Strom oder die Energie für 1.800 Doppelsitzer-Schleppstarts auf 350 Meter Höhe.
Finanziert haben die Pohlheimer diese Anlage über ein Darlehen bei der Umweltbank. Nach einer Betriebsdauer von ca. 10 Jahren wird die Anlage das Darlehen durch die Stromernte getilgt haben. Danach wird der Verein weitere 10 Jahre 46 Cent pro ins Netz eingespeiste Kilowattstunde erhalten.
Selbst in der Zeit nach der Subvention erhalten die findigen Segelflieger den dann aktuellen Strompreis auf ihrem Vereinskonto. Da die oberhessischen Solarstromflieger jährlich wesentlich mehr Strom erzeugen als sie verbrauchen, wird der Energieanteil in der Preiskalkulation für einen Windenstart immer bei Null Prozent liegen. Lediglich steigende Kosten für Schleppseile, Batterien oder Vorseilzubehör kann den Startpreis beeinflussen.
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Entgegen aller Erwartungen hat der nunmehr sieben Jahre und 6.000 Schleppstarts alte Autobatteriesatz in der Elektrowinde noch immer nicht ausgedient. Man nimmt allerdings an, dass in der nächsten oder übernächsten Saison die einkalkulierten 2.500 bis 3.000 Euro für die neuen Batterien fällig sind. Nötig sind die Batterien, um den erforderlichen Strom für einen Windenstart bereitzustellen. Nach jedem Start werden diese binnen 5 Minuten über ein 380 Volt Drehstromkabel wieder aufgeladen. Dieses Kabel wurde von den Mitgliedern in Eigenarbeit von der Halle bis hin zur Startposition an der Piste verlegt.
Besonders vorbildlich ist die Umweltbilanz. Mit jedem Elektrowindenstart, der in Pohlheim stattfindet, bleiben unserer Umwelt 2,33 Kilogramm Kohlenstoffdioxid erspart. Diese Menge würde durch das Verbrennen eines Liters Benzin freigesetzt. Seitdem bei den Pohlheimern der Strom selbst erzeugt wird, haben sie demnach 7,7 Tonnen Kohlenstoffdioxid im Windenbetrieb eingespart. Durch nahezu geräuschlose Windenschleppstarts - dank leisem Elektromotor - punktet der Verein besonders bei seinen direkten Nachbarn, Spaziergängern und Besuchern.
Windenfahrer Florian Engeln bei der Bedienung der Elektrowinde
Windenfahrer Florian Engeln bei der Bedienung der Elektrowinde
In der Segelfliegergruppe Steinkopf setzt man gezielt auf die Förderung der Jugend und des Segelflugbetriebs. Schon vor langer Zeit, als sich der Verein in einer Nachwuchsflaute befand, stellte man fest, das ein Windenflugbetrieb nur durch die enormen Impuls - ausgehend vom Schulbetrieb - funktionieren kann. Die Mitglieder hatten dieses Problem frühzeitig erkannt und durch sogenannte "Schnuppermitgliedschaften", gezielte Öffentlichkeitsarbeit und einer angenehmen Atmosphäre viele neue Flugschüler gewinnen können.
Damit sich die größtenteils jungen Flugschüler eine Flugausbildung auch langfristig leisten können, wird der Verein auch in Zukunft dank Solarstrom und Elektrowinde in der Lage sein, einen günstigen Windenstart zu ermöglichen.
Zur Zeit berechnen die Pohlheimer ihren Mitgliedern 3,00 Euro pro Windenstart, wobei die ersten 15 Minuten Flugzeit kostenlos sind. Jährlich entstehen durch ca. 1.000 Starts im Windenbetrieb Kosten von etwa 1.400 Euro, verursacht durch durch Batterieverschleiß, Seilzubehör, Stahlseilrücklagen und Ersatzteile. Dem gegenüber stehen aber Startgebühreneinnahmen von etwa 3.000 Euro. So bleibt noch ein großer Spielraum für Rücklagen.
Egal, ob man eine Elektrowinde betreibt oder nicht, so meinen die Mitglieder der Segelfliegergruppe "Steinkopf" Pohlheim, sei es für alle Segelflugvereine sehr lukrativ und zukunftssichernd, eine Solarstromanlage auf dem Vereinsgelände zu installieren. Finanzierungsrisiken sind jedenfalls auszuschließen, es sei denn, die Sonne würde sich langfristig nicht mehr blicken lassen.
Fliegerfreunde und interessierte Segelflugvereine sind am Wochenende bei schönem Wetter herzlich gerne eingeladen, sich den Windenbetrieb und die Solaranlage vorführen zu lassen.
Autoren: Florian Engeln / Markus Lenz

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