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Es ist geschafft! Der Hamburg Marathon 2009

Anmeldung auf der Messe
Anmeldung auf der Messe
Pohlheim | So jetzt liegt er hinter uns, der 24. Hamburg Marathon.
7 Monate Vorbereitung und Training, mental und physisch kommen zu einem grandiosen Höhepunkt. Da dies bereits mein 4. Marathon war, sollte man meinen, dies wäre nun Routine, aber weit gefehlt, jeder neue Start ist eine Herausforderung und ein kleines Abenteuer, doch vielleicht besser von Anfang an.

Am Anfang stand die Vorbereitung mit den Trainingspläne von Körperkonzept und die Artikel von Jupp haben darin ja schon einen guten Einblick gegeben. Nach einigem auf und ab in der Vorbereitung kommt dann die entscheidende Woche vor dem Marathon an dem man plötzlich nicht mehr trainiert sondern "tapert" also Kräfte sammelt und viel Pasta isst um bereit zu sein für den großen Tag.

Kollege und Freunde fragen auch die ganze Woche "bist du bereit?". Doch eigentlich weis man die Antwort nicht. Man hört in sich hinein, zwickt hier die Wade? War das gerade ein Stich im Knie? Ob ich wohl noch eine Erkältung bekomme? Dauernd hat man irgendein Zipperlein das einen beunruhigt, eine harte Woche.

Dank der tollen Vorarbeit von Dirk hatten wir nun ein Hotelzimmer, auch ein Bus war bestellt und die letzten Informationen zum Ablauf liegen in der Mailbox.

Mehr über...
Marathon (17)Hamburg (67)2009 (24)
Da dies für uns ein Familienevent werden sollte, und die "Cheerleader", sprich meine Frau und 3 unserer Töchter, für die Anstrengung am Sonntag motiviert werden mussten sind wir schon am Freitag mit dem eigenen Auto angereist und haben den Abend im Musicalhaus an der Neuen Flora verbracht. Tarzan schwang sich durch den Saal und in die Herzen der Familie. Ein echtes Highlight des Wochenendes, doch wir waren ja zum Laufen da.

Am Samstag ging es in die Stadt, erst zur Messe, Anmeldeunterlagen abholen. Chaos pur beschreibt das Treiben in den Messehallen wohl am besten, doch am Ende hat man dann doch alle seine Unterlagen.
Danach weiter in die Stadt, die "Cheerleader" mussten weiter bei Laune gehalten werden. Während 6 Frauen die Europa Passage unsicher machten haben sich Miro und ich in ein Cafe mit Blick auf den Jungfernstieg zurückgezogen, zu Pasta und Wasser, viel Wasser.

Am Abend noch einen kleinen Lauf mit der Gruppe von Körperkonzept die zwischenzeitlich angereist war, dann klang der Abend beim Nudelbuffet aus. (Habe ich schon erwähnt dass man irgendwann dann doch genug von Nudeln hat).
Abschließend gibt es noch letzte Laufanweisungen für jeden Individuell von Jürgen zusammengestellt und letzte Anweisungen zur Logistik von Dirk. Dann ab ins Bett.

Dieter Baumann unterstützt "das Zehntel" am Samstag
Dieter Baumann unterstützt "das Zehntel" am Samstag
Eine kurze Nacht, dann war er da, der Marathonsonntag. Der Wecker klingelt um 5:30h. Um 6:00h treffen sich alle beim Frühstück, 2 Brötchen mit Butter und Honig, mehr gibt es nicht heute Morgen denn das reicht als Grundlage. Im Laufproviant sind ja 4 Gels als Powernahrung für Unterwegs.

Um 7:30h treffen am Bus und noch einmal ein Gruppenfoto "vorher", denn so frisch werden wir heute alle nicht mehr aussehen. Um kurz nach 8 Uhr sind wir dann im Startbereich, die Aufregung steigt, wie kann man denn im Bus sitzen und schon einen 100er Puls haben!

So jetzt in den Startbereich, Toilettenhäuschen aufsuchen, kurz aufwärmen mit ein wenig Laufen und dann warten, warten, warten.

9 Uhr, es wird "an-geglast", also mit einer Schiffsglocke gebimmelt, denn wir sind ja auf der Reeperbahn morgens um 9 und da sind Waffen halt verboten. Wieder warten. Nach einigen Minuten geht es los, wir gehen langsam Richtung Start. Dann wird die Masse schneller und wir nähern uns dem Starttor. Nach etwas mehr als 6 Minuten überqueren wir die Startlinie. Unser Chip am Schuh lässt unsere persönliche Uhr starten und der Marathon beginnt.

Warten auf den Start
Warten auf den Start
Um uns herum sind die Massen. Wir drei die wir zusammen gestartet sind, Carmen, Miro und ich versuchen zusammenzubleiben, aber einfach ist das nicht. Nach nicht einmal 2 Kilometern haben wir uns im Getümmel verloren aber nun will sich eh jeder auf seinen Lauf konzentrieren.

Die ersten Kilometer fliegen nur so dahin, Puls und Tempo stimmen, die Stimmung an und auf der Strecke ist auch prima, nur die Temperatur die ist schon ein bisschen hoch.

Bei Kilometer 5 die erste Wasserstation. Es ist plötzlich wie im Krieg, alles driftet nach rechts, schafft sich Bahn um an einen oder zwei Becher Wasser zu kommen, dann wieder raus aus dem Getümmel - geschafft. Weiter geht’s. Bei Kilometer 10 kommen die Landungsbrücken. Hier steht alles voll Menschen, alle Brüllen und Toben, das ist irre und trägt einen natürlich. Schilder überall, nur wo ist meine Truppe? Ich kann sie leider nicht finden und schon bin ich durch.

Am Bahnhofstunnel sind keine Zuschauer, dafür machen die Läufer Stimmung, Laola Wellen, Klatschen und "Hummel Hummel" Rufe durchlaufen den Tunnel und erzeugen Gänsehaut.

Weiter geht’s über Jungfernstieg und Außenalster in Richtung Halbmarathonmarke. Die Zeit liegt im Plan, der Puls stimmt, aber es wird immer wärmer.

Im Startgetümmel
Im Startgetümmel
Kurz nach der Halbmarathonmarke dann die ersten Probleme. Ein Krampf in der rechten Wade. Was nun? Erst mal ruhig weiter, ein wenig das Tempo rausnehmen, ja so ist es besser.

Bei Kilometer 22 steht plötzlich und unerwartet meine Truppe mit Ihren "Frank, yes you can!" T-Shirts. Das gibt Auftrieb und ermuntert, also weiter geht’s.

Kilometer 26-28 sollten nun eine Herausforderung werden. Mittlerweile Krampf in beiden Waden, also wenn ich wieder auf meine Truppe bei KM 30 treffen, dann fahre wir alle mit der U-Bahn heim. "Warum bin ich eigentlich hier" geht einem ständig im Kopf rum. Ziele setzen, bei KM 30 wartet die U-Bahn, also halte durch.

Die stehen dann aber nicht bei KM 30 an der U-Bahn, sondern bei KM 31 weil da mehr Platz war. So wie die mich jetzt anfeuern kann man ja nicht aufhören, außerdem ist man eh an der U-Bahn Station vorbei, also weiterlaufen. Birgit begleitet mich ein Stück.

Dank genug trinken und kühlen der Waden lassen sich die Krämpfe jetzt wieder ertragen, es geht weiter und macht wieder Spaß. Bei KM 34 oder so hat sich Wilma an mich heran gekämpft. Nun "fighten" wir zusammen und zählen die Kilometer runter, 35, 36, wo bleibt denn die 37!
Jetzt durch den Klosterstern, was für eine Stimmung,
Unterwegs bei KM 22
Unterwegs bei KM 22
tausende angeheizt durch den NDR jubeln hier. Man fliegt wieder. Doch dann landet man hart, die Rothenbaumchaussee geht leicht aufwärts, fühlt sich an wie der Mont Blanc, Kilometer 38 komm doch endlich. Bei KM 40 stehen wieder meine Mädels, jetzt habe ich zwar Dauerkrampf in den Waden aber was soll's das Ziel ist nahe. Angespornt geht’s in den letzten Abschnitt, der netterweise wieder aufwärts geht, man das zieht sich jetzt aber.

Noch einmal rechts, einmal links, da liegt er vor einem der lange Zieleinlauf mit mehr als 600m. Ganz langsam kommt das Ziel näher, Arme hoch, jubeln und durch, geschafft, in 4:31:15.
Klar die Finishermedallie abholen und nun das Bier (alkoholfrei natürlich), ja wo gibt es denn das? Wer hat den die Ausgabe an die andere Seite des Zielbereichs gepackt. Als ob wir nicht schon genug gelaufen sind. Aber das schmeckt!!! Muss man mal erlebt haben.

Nun geht’s raus aus dem Finisherbereich, die Lieben suchen, die ebenfalls ihrem Marathon gelaufen sind.

Heute Abend schmeckt das Essen beim Italiener - übrigens keine Pasta! Und die nächsten Tage meiden wir die Treppen, ist doch klar.

Anmeldung auf der Messe
Anmeldung auf der Messe 
Dieter Baumann unterstützt "das Zehntel" am Samstag
Dieter Baumann... 
Warten auf den Start
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Im Startgetümmel
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Unterwegs bei KM 22
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Mit Ünterstützung das Tief überwinden
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Kilometer 40, ist das Heiß!
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Geschafft!!!!!
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Kommentare zum Beitrag

Simone Linne
5.040
Simone Linne aus Gießen schrieb am 29.04.2009 um 12:22 Uhr
Gratuliere! Vor so einer sportlichen Leistung ziehe ich den Hut! Groß!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Frank Ludwig

von:  Frank Ludwig

offline
Interessensgebiet: Pohlheim
Frank Ludwig
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