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"Saugen statt Baggern"

Der große „Saugbagger“
Der große „Saugbagger“
Pohlheim | Da staunte nicht nur der „Alte Meister“ Reinhold Seipp vom gleichnamigen TV-Fachgeschäft neben an, sondern auch Mütter mit ihren Kindern blieben stehen und waren sprachlos und fasziniert zugleich. Denn was sie hier am aufgebrochenen Bürgersteig in der Hauptstraße 54 in Leihgestern miterlebten, kannten sie nur vom eigenen Staubsauger zuhause. Bei genauerem Hinsehen jedoch, war auf dem „Müllwagen ähnlich großen Lkw“ in Großbuchstaben zu lesen: "Saugen statt Baggern".

Ähnlich einem Elefantenrüssel saugte ein Stahlrohr mit einem Durchmesser von ca. 25 cm, wie von Geisterhand gesteuert, den Baugraben leer. In sicherem Abstand von ca. 2 m stand der LKW-Fahrer der mittels einem um den Bauch hängenden Joy Stick das Stahlrohr im Graben auf die auszusaugende Erdmasse, Steine und Lehmboden steuerte. Seine Aufgabe bestand darin in den Bürgersteig einen Baugraben von 80 cm Breite und 90 cm Tiefe auf eine Länge von 3 Meter „aus zu saugen“, damit die im Erdreich verlegten Leitungen (Stromkabel, Telefonkabel und Wasserleitung frei zugänglich wurden. Dank der enormen Saugkraft waren die knapp 2,5 m³ Aushub innerhalb von 35 Minuten im Containerbauch des Lkw verschwunden. Denn auch an dieser Stelle wird die Deutsche Telekom das neue Breitbandkabel mit den bestehenden Leitungen verbinden.

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Während die Passanten noch immer ratlos und staunend an dem mit einem Bauzaun abgesicherten Baukrabben standen, hatte der LKW-Fahrer das Rohr am Saugrüssel entfernt, den Saugrüssel in die Ruheposition gesteuert und verabschiedete sich mit einem "Tschüss Leute", zu seinem nächsten Einsatzort nach Pohlheim.

Da ich selbst zu den staunenden Beobachtern gehörte, wollte ich unbedingt, über diese mir unbekannte Technik, mehr in Erfahrung bringen.

Und im Internet stieß ich tatsächlich auf ausführlichste Informationen über den „Saugbagger“. Auch „Die Maus“ berichtete bereits am 29. März 2015 in ihrer Kindersendung im WDR über den Saugbagger. Siehe auch: www.ardmediathek.de/tv/Die-Sendung-mit-der-Maus

Die Turbinentechnik des Saugbaggers arbeitet mit einem Saugdruck von 47.000 Pa, was einem Luftvolumen von 43.000 m³/h entspricht. Je nach Sauggut kann der Bagger bis in eine Tiefe von 15 Meter und aus einer Entfernung von 70 Meter Materialien absaugen. Wenn der im Lkw-Bauch verbaute Auffangbehälter mit 9 m³ Material gefüllt ist, wird dieser durch seitliches Kippen, auf der Deponie oder in einen bereitgestellten Container entladen.

Die Liste der Einsatzbeispiele ist lang und geht von der Freilegung von Gas- und Wasserrohrbrüchen über Entschlammung von Teichen bis zu Absaugungen von Gleisschotter im Gleisbau. Die sehr konstante Saugleistung kommt durch ein Zyklon-Luftführungssystem zustande und ist durch seine robuste Technik ohne großen Reinigungsaufwand im Dauerbetrieb einsetzbar. Die patentierte Filtertechnik sorgt zudem für staubfrei Abluft und erhöht damit den positiven Umweltnutzen dieser besonderen Technik.

Der große „Saugbagger“
Der große... 
v.L. Reinhold Seipp, der TV-Spezialist, staunte nicht schlecht, was hier abging. Daneben der LKW-Fahrer und Steuermann des Saugbagges.
v.L. Reinhold Seipp, der... 
Die freigesaugten Leitungen/Kabel und das Saugrohr
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Kommentare zum Beitrag

Karl-Ludwig Büttel
3.822
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 27.01.2016 um 16:24 Uhr
Danke für diesen Bericht, kannte ich so auch noch nicht.
Nicole Freeman
10.611
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 28.01.2016 um 08:57 Uhr
Klasse, das habe ich auch noch nicht zu sehen bekommen.
Danke für den Bericht
Günther Dickel
3.344
Günther Dickel aus Pohlheim schrieb am 28.01.2016 um 10:26 Uhr
Auslöser war der Hinweis meiner Schwiegertochter, dass im Ort ein "Saugbagger" tätig sei. Beim Spaziergang mit ihrer 20 Monate alten Tochter (meiner Enkelin) hatte der "Saugbagger" die Neugierde der Kleinen geweckt und Mama musste mit ihr daaa hin, daaa wo es brummt und interessant ist. Dank der Neugierde der kleinen Amelie wurde dann auch Opa neugierig und machte sich auf den Weg, auf die Suche nach dem Bagger.
Im ersten Moment dachte ich, ich habe hier eine technische Entwicklung verpennt. Rückfragen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ergaben jedoch, dass davon Keiner was wusste.

Daher dachte ich mir, es kann ja nichts schaden, wenn wir unsere Leser hierüber informieren und ein wenig schlauer machen.
Andrea Mey
10.906
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 28.01.2016 um 11:55 Uhr
Das ist ja wirklich interessant, danke für den informativen Artikel und die Bilder!
Peter Baier
10.322
Peter Baier aus Gießen schrieb am 28.01.2016 um 20:25 Uhr
Ähnliche Geräte benutzt man um Flachdächer bei einer Sanierung von Kies zu befreien. Dabei wird der abgesaugte Kies direkt in einen Container geblasen.
Hatte ich einmal am Hallenbad an der Ringallee gesehen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Günther Dickel

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Günther Dickel
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