Bürgerreporter berichten aus: Mücke | Überall | Ort wählen...

Buchtipp: Black Out - morgen ist es zu spät. Von Marc Elsberg

Mücke | Der Strom kommt aus der Steckdose. So weit, so gut! Und jetzt stellen Sie sich vor, der Strom fällt aus. In Ihrer Wohnung, Ihrer Straße, Ihrer Stadt, im ganzen Land, schließlich europaweit. Kein Licht, keine Heizung, kein Wasser, kein Benzin, die Lebensmittel werden knapp.
Es beginnt an einem Februartag in Mailand. Piero Manzoni hat einen Autounfall, weil plötzlich die Ampeln ausfallen. Im einem Krankenhaus, das Notstromaggregate besitzt, wird er verarztet , fährt mit einem Taxi in seine dunkle Wohnung und glaubt wie alle anderen, dass am nächsten Tag der Spuk vorbei ist. Ist aber nicht. Statt dessen entdeckt der IT-Experte, dass der im Sicherungskasten eingebaute „Smart Meter“, ein intelligenter Stromzähler, von außen manipuliert wurde. Die Polizei lässt ihn auflaufen und auch der örtliche Energieversorger glaubt ihm nicht. Mit Hilfe seines Nachbarn bekommt er Kontakt zur EU in Brüssel und zu Europol in Den Haag. Hinter den Angriffen auf das Energieversorgungsnetz stecken Terroristen. Doch bevor der Italiener die Leute von Europol halbwegs überzeugt hat von seiner Theorie, tauchen manipulierte Mails auf seinem
Mehr über...
Stromausfall (1)Buchtipp (411)
Laptop auf. Da er als ehemaliger Hacker und Teilnehmer an Demos polizeibekannt ist, wird er nun verdächtigt, einer der Drahtzieher zu sein. Obwohl er doch eigentlich helfen will, muss er fliehen. Nur eine junge Journalistin glaubt an ihn und rettet ihn einige Male aus schier ausweglosen Situationen.
Mit jedem weiteren Tag ohne Strom verschlimmert sich die Lage. Krankenhäuser müssen evakuiert werden, da ihre Notstromaggregate nicht für so viele Tage konzipiert sind, in Apotheken sind keine Medikamente mehr zu bekommen, Supermärkte sind leer gekauft oder geplündert und da in Atomkraftwerken der Sprit ausgeht für die Kühlung der Brennstäbe droht ihnen ein Super-GAU. Inzwischen sind auch in den USA die Stromnetze ausgefallen. Unterstützung kann nur noch von wenigen Ländern darunter China kommen. Und doch denkt ein NATO-General ernsthaft über einen Militärschlag gegen China nach, da man wegen einiger genutzter Serveradressen das Land für den Verursacher der Katastrophe hält.
Wie in knapp 2 Wochen das Chaos immer größer wird, wie sich die anfängliche Hilfe der Menschen untereinander in Aggressionen gegeneinander verwandelt, beschreibt der 1967 in Österreich geborene Elsberg in seinem Debütroman erschreckend anschaulich.
Als sich nach 12 Tagen langsam die Stromnetze wieder aufbauen, steht der finale Showdown zwischen Manzoni und dem Boss der Terroristen noch bevor.
Danach kommt der Strom zwar wieder aus der Steckdose, aber es wird Monate, gar Jahre dauern, bis alles wieder so ist, wie es einmal war. Falls überhaupt.
Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst und auch nicht vergessen sollte.
Ich für mein Teil werde versuchen, die Dinge zu besorgen, die das BBK, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, für einen längeren Stromausfall empfiehlt: Streichhölzer, Kerzen, ein batteriebetriebenes Radio, einen Campingkocher, 24 l Wasser pro Person, Brot …
Aber ohne Jux, ein von Elsberg beschriebenes Szenario ist durchaus möglich. Siehe "Abenteuer Forschung" mit Prof. Harald Lesch: http://www.youtube.com/watch?v=g0fR-o16bLk
Wollen wir hoffen, dass es nie eintritt.
Bibliographische Angaben: Marc Elsberg: Black Out. Blanvalet Verlag. 2013. Euro 9.99

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Buchtipp: „Mit Hanna nach Havanna“ von Theresia Graw
„Mit Hanna nach Havanna“ - das klingt irgendwie nett. So war es denn...
Lesehalbzeit im Juni
„Winter der Toten“ von John Connell zählt zum derzeit im Trend...
Gelesen : 3 x Tom Hillenbrand
Bei einer „SuBventur“, einer Art Inventur in meinem SuB (Stapel...
Buchtipp: „The Dry“ von Jane Harper
Ein englischer Titel, aber in deutscher Sprache. Supergut! Zum...
Buchtipp: 2 x Andreas Föhr
Schwarzwasser von Andreas Föhr ist der 7. Band der Reihe um die...
Meine zweite Lesehalbzeit Juli
Eieiei, nur drei in zwei Wochen. Geschuldet der Hitze und einer...

Kommentare zum Beitrag

Harald Herrmann
482
Harald Herrmann aus Mücke schrieb am 29.07.2013 um 16:48 Uhr
H. Peter Herold
27.084
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 29.07.2013 um 17:39 Uhr
Teilweise für "uns Alte" gut nachvollziehbar. Gar nicht so lange her, da hatten wir noch keinen Kühlschrank und haben die heißen Sommer trotzdem überlebt.
Ingrid Wittich
20.461
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 29.07.2013 um 18:08 Uhr
Wenn es dann "nur" der Kühlschrank wäre ...
H. Peter Herold
27.084
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 29.07.2013 um 18:24 Uhr
Ich weiß, wir verlassen uns viel zu sehr auf unsere tollen Errungenschaften. Gut wenn dann einem gezeigt wird, was wirklich sein könnte.
Harald Herrmann
482
Harald Herrmann aus Mücke schrieb am 29.07.2013 um 18:29 Uhr
Wir hätten nach drei Tagen "Mord und Totschlag!"

Kein Licht

Kein Wasser

Kein Sprit

Märkte würden gestürmt oder von Polizei und Militär bewacht

Das wären die härtesten Brocken bei einem Totalausfall!

keinerlei Nachrichten, weder Radio, Fernsehen, Zeitungen noch Internet - alles tot …
Margrit Jacobsen
8.839
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 29.07.2013 um 19:33 Uhr
Ja, Herr Herrmann, das wäre wohl so, leider. Wären wir überrascht über uns selbst....???
Ulrike J. Schepp
1.180
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 30.07.2013 um 01:27 Uhr
Mehr Endzeit-Romane gibt es hier:
http://autorin.eva-marbach.net/romane.htm
Alle können auch kostenlos online gelesen werden (unter "Mehr..." zu finden)
Harald Herrmann
482
Harald Herrmann aus Mücke schrieb am 30.07.2013 um 07:44 Uhr
Nun ja. das sind schon sehr surreale Themen, ich habe mal kurz in EMP hineingelesen, mich würde mal interessieren, ob es wirklich solche Freaks gibt, die sich auf derlei Szenarien einstellen …

Ich habe einige Jahre den freiwilligen Zivilschutzbeauftragten der Gemeinde abgegeben, die Bereitschaft, sich auf den Fall des Falles, damals mit dem Schutzraumbau, einzustellen ging bundesweit gegen null.

Auch ich selbst habe zu dieser Zeit keine Veranlassung gesehen, überleben zu wollen, um dann festzustellen, dass der wahre Überlebenskampf nach einem "Atomschlag" erst nach dem Verlassen des Schutzraumes beginnt und nicht zu gewinnen ist!
Ingrid Wittich
20.461
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 30.07.2013 um 11:49 Uhr
Ich hatte mal eine Science-Fiction-Phase und dabei auch etliche Endzeitromane gelesen. Die besten sind meiner Meinung nach, die Romane von James Graham Ballard: Der Sturm aus dem Nichts, Welt in Flammen, Karneval der Alligatoren und Kristallwelt.
Ein Buch, im Moment fällt mir nicht ein, wie Autor und Titel waren - ich komme aber wieder drauf - habe ich entsorgt, was ich selten mit Büchern tue. Es handelte von einer Invasion Außerirdischer, die die Erde als Farm für ihre Lebensmittel brauchen und alle Lebewesen ausgerottet werden. Es endete tatsächlich mit dem Ende der Menschheit. Das war mir dann doch zu heftig.
Die Marbach-Seite ist interessant. Da werde ich mich mal näher mit beschäftigen. Danke, Ulrike.
Von Hailey kenne ich nur Airport und Hotel. "Hochspannung" klingt gut und das Thema Strom war wohl doch schon immer aktuell.
Harald Herrmann
482
Harald Herrmann aus Mücke schrieb am 30.07.2013 um 12:44 Uhr
Hallo Ingrid,

das Thema war nicht nur aktuell, sondern - dies hat mich als gelernten Elektromechaniker, der sich mit Überwachungsgeräten auskennt fasziniert - auch überraschend gut recherchiert und zeigte die von damals auf heute sich wie ein roter Faden ziehende "Kapazitätsberechnungen" an:

Immer am Limit, der Ausfall eines größeren Versorgers kann schon zu landesweiten Zusammenbrüchen führen …
Ingrid Wittich
20.461
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 18.09.2013 um 13:48 Uhr
In den letzten Tagen hörte man des öfteren von stundenlangen Stromausfällen in verschiedenen Städten und sofort kam mir wieder dieser Roman in den Sinn.
Volker Herbrik
541
Volker Herbrik aus Mücke schrieb am 29.09.2013 um 22:33 Uhr
Ich fand es spannend und gut geschrieben.
Ingrid Wittich
20.461
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 30.09.2013 um 08:32 Uhr
Es hat mich sehr lange beschäftigt. Tut es eigentlich noch.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Ingrid Wittich

von:  Ingrid Wittich

offline
Interessensgebiet: Mücke
Ingrid Wittich
20.461
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Lesehalbzeit im Oktober
Adélaîde de Clermont-Tonnerre: Der Letzte von uns. Ein Roman auf 2...
Kreuzfahrt im hohen Norden im August 2016 – Shetland-Inseln
Letzter Stopp vor Bremerhaven: Lerwick, Hauptort und Verwaltungssitz...

Veröffentlicht in der Gruppe

Leseratten

Leseratten
Mitglieder: 27
Aktuellste Beiträge der Gruppe:
Lesehalbzeit im Oktober
Adélaîde de Clermont-Tonnerre: Der Letzte von uns. Ein Roman auf 2...
Meine zweite Lesehalbzeit im September
4 Romane – 4 Autorinnen. Absolutes Highlight „Echo der Toten“ von...

Weitere Beiträge aus der Region

Lesehalbzeit im Oktober
Adélaîde de Clermont-Tonnerre: Der Letzte von uns. Ein Roman auf 2...
Kreuzfahrt im hohen Norden im August 2016 – Shetland-Inseln
Letzter Stopp vor Bremerhaven: Lerwick, Hauptort und Verwaltungssitz...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.