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Nostalgische Griechenlandreise: mit Schiff und Auto nach Kreta vom 18. Mai bis 9. Juni 1979. Teil 11: Kap Sounion und Abschied

Mücke | Donnerstag, 7. Juni 1979
Langsam näherte sich diese Griechenlandreise ihrem Ende. Am Morgen des 7. Juni legte die MS Aphrodite im Hafen von Piräus an. Für den Nachmittag hatten wir den Landausflug nach Kap Sounion an der südlichsten Spitze der attischen Halbinsel gebucht. Auf dem Gipfel der steil abfallenden Landzunge, 60 Meter über dem Meer, steht der weiße Marmortempel des Gottes Poseidon aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Der Ausblick von dort oben ist grandios und die Sonnenuntergänge traumhaft. Leider konnten wir so lange nicht bleiben und was wir an diesem bei Touristen so beliebten Ort erlebten, war eher alptraumartig. Nicht schlimm oder gefährlich, sondern abschreckend menschlich. Doch lesen Sie selbst.
Bademöglichkeit war uns versprochen worden, aber der nichthoteleigene Strand machte wenig her. Wir tranken O-Saft in einer Taverne und wurden unfreiwillig Mithörer einer ziemlich monotonen Unterhaltung dreier besäuselter (besäuselt ? stinkbesoffen waren die !) Österreicher. „Schau mi an Sepp! Du bist für mi mehr als a Freund. Schau mi an Sepp ! Du bist für mi mehr Freund, du bist mehr als a Freund für mi. Schau mi an …!“ Und dann heulte der arme Sepp auch noch Rotz und Wasser, sodass der Dritte im Bunde schließlich sagte: „Du schaugst aus wie a Sau !“
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Puh!! Schnell brachen wir da unsere Zelte ab, setzten uns weiter weg auf die Felsen, „betrachteten Profile“ (beobachteten Menschen) und ein paar schöne Yachten, die in der Bucht verankert waren. Gegen 18 Uhr fuhr der Bus ab und um 19 Uhr waren wir müde und verschwitzt zurück an Bord unseres Äppelkahns und striegelten uns für das vorletzte Abendessen.
Der letzte Tag war ein reiner Seetag. Noch einmal kräftig Sonne tanken bevor wir wieder an unseren Schreibtischen sitzen müssen. Und damit es niemandem langweilig wurde fand neben Tontaubenschießen noch die Wahl der Miss Aphrodite und des Misters Poseidon statt. Abends dann das Gala-Abschiedsessen des Kapitäns. Sehr gut wie immer und noch mehr als sonst, als Showeffekt flambiertes Eis zum Nachtisch. Zu den Abschiedsworten des Kapitäns wurde Champagner gereicht.
Später im Aphrodite-Club Bekanntgabe der Miss/Mister-Wahlsieger. An die Miss kann ich mich nicht mehr erinnern, Mister Poseidon war schwarzhaarig, mit Bart und nicht ganz schlank.
Einer unserer Tischnachbarn machte beim Aphrodite-Cabaret mit. Als Turner in rot-weiß gestreiftem Dress. Wie man sieht: 3 Wochen Urlaub und Entspannung machen die Leute lockerer. Sogar mein Mann war bereit für ein Tänzchen. „Mein Jahrestanz“ sagte er. Dann aber bald ab in die Kabine und die Koffer fertig packen.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück hieß es Abschied nehmen von der MS Aphrodite, von den lieb gewonnenen Mitreisenden, vom Faulenzen und von der Mittelmeersonne, die wir erst 4 Jahre später erneut genießen konnten.
Ende

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Mister Poseidon
Mister Poseidon 
Aphrodite-Cabaret
Aphrodite-Cabaret 
letzte Sonnenstunden an Deck 3
letzte Sonnenstunden an... 

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
29.223
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.09.2012 um 08:24 Uhr
Danke für die Bilder Kap Sounion
Ingrid Wittich
20.981
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 03.09.2012 um 13:50 Uhr
Es ist da wirklich traumhaft schön. Trotz der vielen Touristen.
H. Peter Herold
29.223
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.09.2012 um 15:52 Uhr
Wir liefen, wenn Du meinen Beitrag gelesen hast, ja bei Sonnenuntergang die Bucht an. Da haben wir nicht mehr viel gesehen und morgens gings dann wieder weiter.
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von:  Ingrid Wittich

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Interessensgebiet: Mücke
Ingrid Wittich
20.981
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