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Nostalgische Griechenlandreise: mit Schiff und Auto nach Kreta vom 18. Mai bis 9. Juni 1979. Teil 5: Heraklion

Diskos von Phaistos
Diskos von Phaistos
Mücke | Mittwoch bis Freitag, 23. – 25. Mai 1979
Mitten in der Nacht mussten wir aufstehen. Um 6 Uhr (das war 4 Uhr in Deutschland) und um 7 Uhr frühstücken, da wir sehr zeitig in Heraklion auf Kreta anlegten. Die Ausschiffung der Autofahrer dauerte ziemlich lange, weil die PKWs in die Pässe eingetragen wurden und die Zollbeamten mindestens einen kurzen Blick in den Kofferraum werfen wollten, bei einigen Leuten auch in ihre Gepäckstücke. Aber irgendwann durften wir dann endlich, endlich auf die Insel.
Nach einigen Kreuz- und Querfahrten durch die Stadt fanden wir den Weg zum Hotel Arina Sand, wo für uns ein Zimmer in einem doppelstöckigen Bungalow reserviert war. Erst waren wir etwas enttäuscht, denn wir hatten gedacht, im Hotel selber zu wohnen. Doch wir freundeten uns schnell an mit unserer Bleibe für die nächsten 2 Wochen und fanden es dann doch recht praktisch, da wir es nicht weit bis zum Strand hatten und es auch ruhiger war als im Haupthaus. Ganz ruhig allerdings nicht, denn die Bungalows waren einfache Betonbauten, nicht schallisoliert und wenn über uns Stühle gerückt wurden, ging es einem durch Mark und Bein.
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Reise (311)Kreta Heraklion (1)Griechenland (79)
Am unserem ersten Tag auf Kreta haben wir nicht viel getan. Lediglich die Koffer ausgepackt, das Hotel erkundet, Karten geschrieben, gegessen, geschlafen. Auch aus dem 24. Mai machten wir einen Faulenzertag. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Essen, Kaffee kochen mit unserem kleinen Esbitkocher, Mittagsschlaf, schreiben, lesen – halt Urlaub total!
Am 25. Mai war dann Heraklion dran, die größte Stadt der Insel und fünftgrößte Griechenlands. Morgens sprachen wir mit der TUI-Reiseleiterin, die uns riet, mit dem Bus zu fahren, da es mit Parkplätzen nicht sehr gut aussähe.
Wir taten das dann auch und suchten nach Ankunft in der Stadt zuerst eine Bank auf, um D-Mark in Drachmen zu tauschen. Danach nahmen wir uns das Archäologische Museum vor. In den ersten Sälen betrachteten wir uns die Ausstellungsstücke noch sehr genau und gründlich, doch je länger es dauerte, um so müder und hungriger wurden wir und am Ende rasten wir fast durch die Räume, wo die berühmten Fresken von Knossos zu sehen waren. Hinterher stellten wir fest, dass uns im Saal IV, Vitrine 50 nicht mal die berühmte Schlangengöttin http://www.explorecrete.com/archaeology/images/snake-goddess.jpg
aufgefallen war. Das Ding ist aber auch nur winzig. Den Diskos von Phaistos, eines der wertvollsten Stücke des Museums, haben wir gesehen, von allen Seiten fotografiert und am Ende unseres Besuches im Shop einen kleinen, silbernen Anhänger gekauft.
Total erschöpft hielten wir Ausschau nach einem Restaurant und landeten nach einem Umweg über eine uns etwas anrüchig erscheinende Taverne in einer Pizzeria. Pizza in Griechenland und ich dachte immer, das ist etwas speziell Italienisches. Egal, das Ding schmeckte und brachte mein Stimmungsbarometer wieder auf Schönwetter. Beim Stadtrundgang glaubte ich nämlich bemerkt zu haben, dass mir die Leute ständig auf die Füße starrten. Ich hatte meine alten Holzschuhe an, in denen die Zehen ein bisschen nach oben weisen. Ob die Leute wirklich deswegen guckten, ich weiß es nicht, es nervte mich aber kolossal und brachte mich so weit, dass ich einer Gafferin eine lange Nase machte. Kindisch, ich weiß, aber ich wusste auch, dass diese Schuhe Kreta nicht mehr verlassen würden.
Nach der Pizza fühlten wir uns soweit gestärkt, die Geschäfts- oder Basarstraße (oder wie immer man das hier nennt) zu durchlaufen. Wahnsinnig interessant! Obst, Gemüse, Schuhe, Kleidung, Fleisch, Schnaps, alles durcheinander!
"Stiersprung" - Fresko aus Knossos
"Stiersprung" - Fresko aus Knossos
Zum Schluss spazierten wir zum Hafen und besahen uns die alte Venezianische Festung, allerdings nur von außen. Inzwischen taten mir höllisch die Füße weh. Diese vermaledeiten Holzschuhe!
Langsam marschierten wir zu einer Bus-Haltestelle und nach einigem Hin und her saßen wir schließlich in einem Oldtimer Richtung Malia, der beim Hotel Arina Sand hielt. Müde und erschöpft kauften wir noch im Kiosk gegenüber einige Sachen (Badeschuhe - braucht man unbedingt, weil man sonst mit Teerflecken an den Füßen vom Strandlauf zurück kommt, Badematte etc.) und schlichen völlig groggy in unseren Bungalow, wo ich als erstes meine wunden Füße versorgen musste. Ansonsten war dann nicht mehr viel. Ein bisschen lesen, stricken (ich hatte tatsächlich ein Strickzeug mit) und 1 Stunde schlafen vor dem Abendessen und danach immer noch müde früh ins Bett.
Fortsetzung http://www.giessener-zeitung.de/muecke/beitrag/68702/nostalgische-griechenlandreise-mit-schiff-und-auto-nach-kreta-vom-18-mai-bis-9-juni-1979-teil-6-knossos-und-eine-hoehle/

Diskos von Phaistos
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"Stiersprung" - Fresko aus Knossos
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Heraklion
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Holzschuhe
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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
5.126
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 30.06.2012 um 07:19 Uhr
Geldwechseln entfiele heute (und hoffentlich kommt es nicht wieder) und ein Bild von den Holzschuhen hättest du noch einstellen sollen, um zu sehen, ob sie wirklich so bemerkenswert waren.
Ingrid Wittich
11.984
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 30.06.2012 um 08:31 Uhr
Holzschue rausvergrößert und nachgeliefert. Und das Geldumwechsel entfällt hoffentlich auch weiterhin.
Peter Herold
14.206
Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.06.2012 um 11:55 Uhr
...die berühmte Schlangengöttin. Na jetzt weiß ich wo der Künstler abgekuüfert hat, der die Imperia im Hafen von Konstanz, siehe in meinem Beitrag "Bodensee Rund Folge 4"
http://www.giessener-zeitung.de/resources/mediadb/2009/07/19/33777_preview.jpg?1248011830 und http://de.wikipedia.org/wiki/Imperia_(Statue)

Immer wieder schön aus Deinen Beiträgen etwas zu erfahren, was neu für mich ist und mich weiterbringt. Danke.
Ingrid Wittich
11.984
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 30.06.2012 um 12:12 Uhr
Die Dame im Hafen von Konstanz habe ich auch schon gesehen.
Peter Herold
14.206
Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.06.2012 um 12:22 Uhr
Also Dame? Meines Wissens wurde sie als "Kurtisane" bezeichnet ;-)
Ingrid Wittich
11.984
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 30.06.2012 um 12:26 Uhr
So, na ja, gut, ne "Frau" halt.
Peter Herold
14.206
Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.06.2012 um 12:28 Uhr
Hast Du dir mal die Geschichte vor Augen geführt? In ihren Händen hält sie Kaiser und Pabst ;-)
Bernd Zeun
5.126
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 30.06.2012 um 19:17 Uhr
Peter, du bist ja schon ein halber Hesse, jedenfalls was den "Pabst" betrifft. Lies mal Matthias ersten Kommentar http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/41555/alle-medien-verbreiten-es-papst-lockert-kondomverbot/ ;-) (Ist mir auch schon passiert, lebe wohl auch schon zu lang hier)

Ingrid, ich hatte mir Holländische Klompen vorgestellt. Bei deinem Modell verstehe ich auch nicht, wieso die Leute geguckt haben.
Ingrid Wittich
11.984
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 30.06.2012 um 19:31 Uhr
Ich auch nicht, Bernd, aber es war so. Und außerdem waren sie zum Besichtigen nicht geeignet.. Die Wanderschuhe, die ich dann später trug, waren auch nicht ideal. Aber das kommt in einem späteren Beitrag.
Peter Herold
14.206
Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.07.2012 um 15:39 Uhr
Also Bernd ich habe mir mal angeschaut was in wikipedia zu Pabst steht. Das ist ja zum K.... ;-), aber so geht es mir manchmal wenn ich so höre und lese was in der Kath. Kirche so los ist. Einfach zum k....
Peter Herold
14.206
Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.07.2012 um 16:20 Uhr
Klick, klick. Jetzt hat es den Groschen nach unten befördert. Schönes Wortspieldas mit dem weichen oder harten "B" oder "P".
Der von mir so angesprochene Papst würde sich sicher über über diesen quasi "Versprecher/Verschreiber" freuen. Oder nicht? Was soll es. Sind wir nicht alle Menschen ;-)
So ist es halt im Alter, das Sie lieber Herr Sauter ja auch schon kennen ;-))
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