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Mit dem Bus durch Dixieland, 5.10 – 26. 10. 1991, Folge 7: Natchez im Bundesstaat Mississippi –Antebellum Häuser und Southern Belles

Monmouth Plantage
Monmouth Plantage
Mücke | Freitag, 11. Oktober 1991
Die Reise ging weiter von New Orleans, Louisiana nach Natchez im Bundesstaat Mississippi. Eine relativ kurze Fahrt, nur 300 Kilometer. Zunächst auf dem Lake Pontchartrain Causeway, einem Damm, bzw. einer Autobahnbrücke über den Pontchartrain See. Dieser ist 3mal größer als der Bodensee, aber mit einer Durchschnittstiefe von ca. 3,50 bis 4,30 Metern ziemlich flach. Die Bücke ist mit einer Länge von fast 40 Kilometern die drittlängste Brücke der Welt.
Weil die 300 Kilometer auf dem Highway schnell geschafft waren, gab es gleich ein Mittagessen im Natchez Eola Hotel, wo unser Bett für die nächste Nacht stand. Es war zwar nur ein einfaches und recht preiswertes Buffetessen, doch ich hätte nicht schon wieder speisen müssen. Denn natürlich hatten wir das supergute Frühstück im Maison Dupuy in New Orleans noch einmal ausgiebigst genossen. Leider gab es keine Möglichkeit, dem zu entgehen. Also rein mit dem Good Food, die Jeans passten ja noch.
Natchez, das seinen Namen von dem früher hier lebenden Indianerstamm ableitet und die älteste Niederlassung des Staates ist, war vor dem Bürgerkrieg
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eine der größten und wohlhabendsten Städte am Mississippi. Aus dieser Zeit stammen noch über 500 Häuser, davon ca. 50 Villen, die sich immens reiche Plantagenbesitzer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bauen ließen. Nur in 3 anderen US-amerikanischen Orten, New York, Boston und Philadelphia lebten damals mehr Millionäre als in Natchez, das bis 1861, als Mississippi aus der Union austrat, den Glanz des alten Südens verkörperte. Der Anbau von zuerst Tabak, später Baumwolle und Zuckerrohr auf riesigen Feldern und die billige Arbeitskraft der Sklaven waren die Quellen des Wohlstandes.
Es war vorgesehen, dass wir eines der größten Gebäude, Stanton Hall, erbaut 1857, besichtigen sollten. Da sie in Natchez aber gerade ihr sogenanntes „Herbst-Pilgrimage“ hatten, was bedeutete, dass für 2 Wochen die schönsten der vielen prächtigen Häuser abwechselnd für Besichtigungen offen sind, war Stanton Hall an diesem Tag leider geschlossen. Man fuhr uns stattdessen zur Monmouth Plantage, 1818 erbaut, heute als Hotel genutzt. Als Southern Belles gewandete Damen führten durch die historischen Räume, erklärten das Interieur und waren beste Fotomotive. Nach einem Rundgang durch den dazu gehörenden Park, fuhren wir zurück in unser Hotel. Die Fahrstühle in diesem 1929 erbauten Haus wurden noch mit Hand angetrieben, von einem Farbigen, was mich etwas seltsam berührte, doch sicher war es für den Mann nur ein Job wie jeder andere.
Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten – es war sehr warm und schwül – spazierten wir an Hand eines Planes, den uns die Pilgrimage-Ladies gegeben hatten, durch das auf einer Klippe oberhalb des Mississippi gelegene Stadtzentrum. Bis zur markanten 8-eckigen Villa Longwood (http://en.wikipedia.org/wiki/Longwood_%28Natchez,_Mississippi%29) war es leider zu weit. Dieses Haus, 1860/61 errichtet, wurde nie fertiggestellt, da die Handwerker aus Pennsylvania ihre Arbeitsstelle verließen und für die Nordstaaten in den Krieg zogen. Wir schafften es aber, etliche andere vom Bürgerkrieg verschont gebliebene Herrenhäuser einer vergangenen Zeit zu sehen und zu fotografieren bevor es dunkel wurde. Auch das schon fast palastartige Stanton Hall, wenn auch leider nur von außen. Viele der Villen sind umgeben von Parks mit herrlichem, altem Baumbestand.
Schön war’s, sehr schön auch der Blick auf Natchez-Under-The-Hill mit Fluss und Hafen bei Sonnenuntergang. Trotzdem möchte ich hier nicht leben, in dieser amerikanischen Kleinstadt im Staat Mississippi, nein, wirklich nicht. Dann doch lieber in einem Dorf im Vogelsberg.
Nach dem Abendessen im Hotel, Catfish, eine Art Wels, und Austern, beides frittiert, was die Amerikaner fast mit allen machen, packten wir wieder unsere Koffer für die morgige Weiterfahrt nach Memphis, Tennessee.
Fortsetzung folg

Monmouth Plantage
Garten von Monmouth
Haus Rosalie erbaut ca. 1820
Stanton Hall
Flagge von Mississippi

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Kommentare zum Beitrag

Ingrid Wittich
12.186
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 29.02.2012 um 23:10 Uhr
Kennen, sicher nicht. Ich war 3 Wochen lang fasziniert. Doch dann wollte ich gerne wieder nach Hause.
Mathias Engelhart
5.039
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 29.02.2012 um 23:49 Uhr
So, endlich textmäßig aufgeholt und am Puls der Zeit. Ich stelle fest, da muss ich auch mal hin. Aber nur individuell. Die Nilreise hat mich damals auf den Boden der Tatsachen geholt.
Ingrid Wittich
12.186
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 01.03.2012 um 08:17 Uhr
Individuell ist auf jeden Fall besser. Wir waren vor dieser Reise 3x mit dem Mietwagen in den USA unterwegs, das ist schon schöner.
Peter Herold
14.666
Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.03.2012 um 13:27 Uhr
Einige der Bilder erinnern mich an "Vom Winde verweht"
Ingrid Wittich
12.186
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 02.03.2012 um 14:37 Uhr
Stimmt. Der Süden der USA ist das "Vom-Winde-verweht-Land".
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Ingrid Wittich
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