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Mit dem Bus durch Dixieland, 5.10 – 26. 10. 1991, Folge 3: San Antonio, Texas

Carl Wilhelm August Groos House, erbaut 1880
Carl Wilhelm August Groos House, erbaut 1880
Mücke | Montag, 7. Oktober 1991
Da wir in San Antonio 2 Übernachtungen hatten, brauchten wir gestern Abend noch keine Koffer zu packen und konnten uns Zeit lassen beim Frühstück, denn der Ausflug zu den Missionen startete erst um 9 Uhr. Nach fast 10 Stunden Schlaf, war ich nun auch wieder topfit. Am ersten Tag in den USA läuft es nie ganz so wie es soll, das war bei jeder unserer Reisen so.
Den Trip zu den Missionen hatten alle Mitreisenden gebucht und er war sehr interessant und informativ. Ein erster kurzer Fotostopp wurde im King William Historic District südlich der Downtown von San Antonio eingelegt. Dieses Viertel wurde von deutschen Kaufleuten im 19. Jahrhundert besiedelt und nach König Wilhelm I. von Preußen, dem späteren Kaiser Wilhelm I., benannt. In den damals als „Sauerkraut Bend“ bezeichneten Straßen sind viele beeindruckende, gut restaurierte Gebäude im viktorianischen Stil erhalten.
Weiter zu den San Antonio Missions. Insgesamt sind es 5 Missionen, die Anfang des 18. Jh. von Franziskanern gegründet wurden. Die Spanier hatten Missionare ausgesandt, um die Einheimischen zum katholischen Glauben zu bekehren.
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Die erste Mission war San Antonio de Valero, der heutige Alamo. Die anderen 4 liegen außerhalb der Stadt am Mission Trail im San Antonio Missions National Park. Wir besuchten zwei davon. Von der „Nuestra Señora de la Purísima Concepción de Acuña” war außer der 1735 erbauten malerischen Kirche nicht sehr viel mehr zu sehen. Die „Mission San José y San Miguel de Aguayo“ dagegen war noch recht gut erhalten und einiges restauriert. 1777 hatte sie ein Reisender „Queen of Missions“ genannt. Das sagt eigentlich alles aus über diese wunderbare Anlage.
Abschluss des Ausfluges war ein Besuch der Lone Star Brauerei. 1884 hatte sie ein Deutscher, ein Herr Adolphus Busch gegründet. Von der eigentlichen Brauerei sahen wir nichts, aber den „Buckhorn Saloon“. Jeder von uns bekam einen Becher in die Hand und dann Bier nach dem Motto „all you can drink“. Dazu kamen von dem netten, älteren Cowboy einige Erläuterungen in breitestem Texanisch über den Gerstensaft, über die Theke und über einen Spiegel an der Wand, der vorher im Besitz eines russischen Zaren gewesen war. In einer Ecke stand ein alter Musikautomat, der einen Höllenlärm macht, wenn ihn jemand „fütterte“. Ein Rundgang durch den kuriosen Trophäenraum, die „Buckhorn Hall of Horns, Fins and Feathers“ beendete die Sache. Jede Menge ausgestopfter Tiere waren da zu sehen, die einst Jäger und Trapper im Austausch gegen Hochprozentiges mitgebracht hatten.
Ike West Home, erbaut 1887
Ike West Home, erbaut 1887
Wieder zurück in San Antonio, ließen sich die meisten am Spanischen Markt „El Mercado“ absetzen. Wir gingen erst ins Hotel und dann ganz bald in leichterer Kleidung wieder los, die Stadt zu Fuß abzulaufen. Wenigsten einen kleinen Teil davon. „El Mercado“ gefiel uns nicht, wir marschierten statt dessen zum Rivercenter, einer riesigen Mall mit vielen Geschäften, Lokalen und Fast-Food-Imbiss-Ständen. Bei „Barney’s & Co.“ tranken wir Kaffee, aßen feinen Kuchen und das Stimmungsbarometer meines Mannes stieg beträchtlich. Er hatte Hunger und außerdem läuft er nicht gerne.
Eine Anlegestelle für die Boat Rides auf dem Fluss war in der Nähe. Wir ließen uns von den Texas Gondolieri fahren und sahen so den Riverwalk auch mal aus einer anderen Perspektive.
Am HemisFair-Plaza, dem Gelände der 1968 veranstalteten Weltausstellung der nördlichen Hemisphäre, stiegen wir aus und gleich wieder ein in den Panoramaufzug am „Tower oft he Americas“ (http://www.texasexplorer.com/TowerAmericas.htm ). 1991 war der 228 Meter hohe Turm noch der höchste Aussichtsturm der USA. Heute ist der Stratosphere Tower in Las Vegas mit 355 Metern der höchste freistehende Turm in Amerika.
King William District  - Sauerkraut Bend
King William District - Sauerkraut Bend
Wir hatten in einem Prospekt Rabattmärkchen gefunden - Coupons ausschneiden ist eine sehr beliebte Tätigkeit im Amiland – so konnten wir verbilligte Tickets für die Fahrt nach oben kaufen. Ich stand hinten in der Kabine, fest an der Wand und schaute nicht nach unten. Die Sache war mir nicht geheuer, auf gut Deutsch: „Ich hatte Sch…!“ Doch der Blick auf die Stadt und weit ins Land hinein entschädigte für alle ausgestandenen Torturen.
Trolley-Fahren wollten wir auch noch. Wir liefen zum Alamo-Platz, stiegen in die alte Straßenbahn, zahlten pro Person 10 Cent und fuhren die kürzeste Rundtour: Alamo Plaza/Market Square/ Alamo Plaza. Die Tour war allerdings lange genug, um einen schmerzenden Po von den harten Holzsitzen zu bekommen.
So allmählich meldete sich dann auch der Magen wieder. Wir suchten uns wie schon gestern ein mexikanisches Lokal am Paseo del Rio aus. Alfred aß Fejitas, ich Tortilla mit Shrimps, Käse und grünen Zwiebel. Wir tranken Margaritas und Corona Beer und sahen zu, wie die Riverboat Dinner Cruises abliefen: ein Gang wurde serviert, das Boot fuhr seine Runde, die geleerten Teller wurden abgeräumt, der nächste Gang aufgetragen und das Schiffchen setzte seine Fahrt fort. Und das Ganze 3 – 4 Mal. In einem Bötchen fuhren sogar 2 mexikanische Gitarristen mit. Leider drang die Musik nicht bis zu uns, dafür sind die Kähne zu laut. Schade, dass wir morgen schon wieder weiter müssen. In San Antonio hätte ich noch eine Weile bleiben können.
Fortsetzung folgt

Carl Wilhelm August Groos House, erbaut 1880
Ike West Home, erbaut 1887
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King William District  - Sauerkraut Bend
Mission „Nuestra Señora de la Purísima Concepción de Acuña”
Mission "San José y San Miguel de Aguayo“
Buckhorn Saloon
Buckhorn Saloon
im Boot auf dem San Antonio River
im Boot auf dem San Antonio River
Blick vom "Tower of the Americas" auf San Antonio
Alamodome, 1991 noch im Bau, im Mai 1993 eröffnet
abends auf dem Riverwalk - im Hintergrund der "Tower of the Americas"
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Kommentare zum Beitrag

Norbert Fust
2.707
Norbert Fust aus Gießen schrieb am 30.01.2012 um 10:35 Uhr
Ein höchst interessanter Beitrag mit aussagekräftigen Bildern.
Ingrid Wittich
12.186
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 30.01.2012 um 10:59 Uhr
Danke!
Peter Herold
14.666
Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.01.2012 um 18:04 Uhr
Das letzte Bild hatte es mir angetan
Ingrid Wittich
12.186
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 31.01.2012 um 15:56 Uhr
Diese Musik wollten wir später in New Orleans kaufen:
http://www.youtube.com/watch?v=-1IQkhia3jM
Wir kannten den Text aber nicht und versuchten, einem jungen Verkäufer etwas vorzusingen. Was wir konnten war: "Hurrah, hurrah!" Wir lachen noch heute über unsere damals erfolglosen Bemühungen. Wahrscheinlich sangen wir nicht besonders gut.
Peter Herold
14.666
Peter Herold aus Gießen schrieb am 31.01.2012 um 16:55 Uhr
Oh, I wish I was in the land of cotton,
Klasse Lied. Gefällt mir gut. Es gibt dort noch viele andere Interpretationen, darunter eine Instrumentale.

Liebe Ingrid, der Videoclip ist so schön, da frage ich mich, warum seit ihr dorthin gefahren ;-)
Ingrid Wittich
12.186
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 31.01.2012 um 17:06 Uhr
Weil es noch schöner ist, es auch in echt zu sehen.
Peter Herold
14.666
Peter Herold aus Gießen schrieb am 31.01.2012 um 19:38 Uhr
Ja ist so schon recht, aber ich, der nicht dort war und auch nicht hinkommen wird, da war der Clip schon recht schön gemacht. Dazu die Musik.
Mathias Engelhart
5.039
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 29.02.2012 um 22:37 Uhr
Und geblieben vom lieben Herrn Adolphus Busch ist die weltgrößte Braugruppe Anheuser-Busch InBev.
Ingrid Wittich
12.186
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 29.02.2012 um 23:08 Uhr
Am Ende dieser Reise waren mein Mann und ich im Freizeitpark "Bush Gardens" in Florida. Auf dem Gelände war auch eine Brauerei, durch die man einen Rundgang machen konnte. Mein Mann sagte danach: "Meine erste Brauerei-Besichtigung, bei der es kein Bier gab." Tja, so war's.
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Ingrid Wittich
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