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Stotternde sind in der Gesellschaft noch immer stark benachteiligt

Joachim Haas
Joachim Haas
Mücke | Stottern ist eine anerkannte Sprechbehinderung an der 1% der Erwachsenen in chronischer Form und 5% der Kinder in frühkindlicher Stottersymptomatik betroffen sind. Jungen sind 4- bis 5-mal so häufig von dem Phänomen betroffen wie Mädchen wobei sich das frühkindliche Stottern bei rund 80% bis zum Eintritt der Pubertät keine weiteren chronifizierende Faktoren einnimmt.

Hänseleien und Mobbing musste auch Joachim Haas aus Mücke als ein fast zwei Jahrzehnte andauerndes Martyrium erdulden bevor er sich mit ständig anwachsenden Selbstbewusstsein aus der Isolation befreien konnte.

Leider muss Haas feststellen dass sich die Benachteiligungen für stotternder Kinder und Jugendlicher gegenüber früher nur kaum verbessert hat. Die Forderungen der Vereinten Nationen über die Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sind aus seiner Sicht ein guter Start in die richtige Richtung. Schon seit über zehn Jahren veranstaltet Haas verschiedene Informationsstände um über das Thema Stottern zu informieren und verhärtete Positionen zu überdenken. Politisch wegweisende Maßnahmen wie eine verbesserte Feststellungsverfahren innerhalb der U-Untersuchungen in punkto Stottern sind dringenden notwendig um so die Benachteiligung stotternder Schüler feststellen zu können und eine zeitnahe Verbesserung innerhalb des schulischen Umfelds zu bewirken.

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Ebenso wichtig wären qualifizierte Sozialarbeiter die an jeder Schule ihren Einsatz finden sollten um das schulische Umfeld zu informieren, Vorurteile und Mobbing entgegen zu wirken und eine angemessene Leistungsbeurteilung für Pädagogen als Leitfaden zu schaffen. Desweiteren ist darüber nachzudenken in welcher Form die Selbsthilfe für erwachsene Stotternde im schulischen Alltag etabliert werden kann.


7 goldene Regeln für Nicht-Stotternde

• Verhalten sie sich ganz natürlich
• Vermitteln Sie Ruhe und Gelassenheit
• Bewahren Sie den natürlichen Blickkontakt
• Antworten Sie wenn sie sicher sind das der Stotternde wirklich ausgesprochen hat
• Bitte ergänzen oder korrigieren Sie nicht die Sätze
• Vermeiden Sie gut gemeinte Ratschläge
• Sollten Sie etwas beim Gespräch nicht verstanden haben, fragen sie einfach nach

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Kommentare zum Beitrag

Simone Linne
5.041
Simone Linne aus Gießen schrieb am 04.04.2011 um 23:04 Uhr
Da haben Sie leider recht; Menschen, die stottern, werden gehänselt und ausgelacht. Dabei ist der Grund oft die Unsicherheit bei dem Gegenüber; der Gesprächspartner hat nämlich häufig Hemmungen und ist sich nicht im klaren darüber, wie er mit dem Stottern umgehen soll. Offenheit und gute Öffentlichkeitsarbeit zu diesem (Tabu)thema können da sicher helfen!
361
Harry Weiß aus Gießen schrieb am 18.12.2014 um 09:53 Uhr
Ich habe diesen Beitrag erst jetzt entdeckt. Vielleicht berichten Sie über die Stotterer-Selbsthilfegruppe-Weihnachtsfeier. Auch sonst finde ich: dieses Thema verdient eine breitere Öffentlichkeit.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Joachim Haas

von:  Joachim Haas

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