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Buchtipp: „Totenvogelsang“ von Stephan Everling

Mücke | Der Kölner Kommissar Stefan Schwarz wird nach traumatischen Erlebnissen psychisch angeschlagen in die Eifel versetzt. In Schleiden, der „heimlichen“ Hauptstadt des Nationalparks, bearbeitet er nun Autodiebstähle, Nachbarschaftstreitigkeiten und ähnliches. Eines Tages wird er zu einem Einbruch in das Archiv der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang gerufen. Eine vor wenigen Tagen erst eingetroffene Kiste mit alten Dokumenten ist verschwunden. Zurück im Revier, erfährt Schwarz, dass der alte Herr, der die Kiste aus einem Seniorenheim nach Vogelsang bringen ließ, unter merkwürdigen Umständen verstarb. Wenige Tage später wird der Journalist, der im Archiv mit den Dokumenten arbeitete, ermordet. Im Zuge seiner Ermittlungen findet der Kommissar heraus, dass es in den verschwundenen Papieren um ehemals von den Nazis beschlagnahmte „entartete“ Kunst ging, die nicht den Verbrennungen zum Opfer fiel, sondern in den Bunkern der Ordensburg gelagert sein soll. Anscheinend sind noch mehr Leute auf der Spur dieser verschollenen Schätze, denn plötzlich mischt scheinbar auch das BKA mit. Bis zur endgültigen Klärung steigt die Spannung stetig an.
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Der Roman ist gut zu lesen, die handelnden Personen sind sympathisch, zumindest die „Guten“. Leider haben sich ein paar sprachliche Patzer eingeschlichen, auch mal eine Namensverwechslung. Da hat das Lektorat etwas nachlässig gearbeitet.
Dass die verschwundenen Kunstwerke in Vogelsang nicht gefunden werden, überrascht nicht. Die zwischen 1936 und 1939 von den Nationalsozialisten als Schulungsstätte für ausgewählte Parteifunktionäre errichteten Bauwerke, wurden von 1950 bis 2005 von belgischen Streitkräften als Kasernen und Truppenübungsplatz genutzt. Wäre dort etwas versteckt gewesen, hätten die Belgier es mit Sicherheit gefunden. Doch die Lösung des Rätsels, die Everling anbietet, ist durchaus vorstellbar. Fazit: eine fesselnde Handlung in geschichtsträchtiger Kulisse. Hoffentlich liest man bald mehr von Eifel-Kommissar Schwarz.
Bibliographische Angaben: Stephan Everling: Totenvogelsang. Kriminalroman aus der Eifel.
KBV Verlag. 2010. Euro 9.50
Mehr über Vogelsang: http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Ordensburg_Vogelsang und http://www.vogelsang-ip.de/

 
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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
14.248
Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.02.2011 um 18:16 Uhr
Liebe Frau Wittich, die zwei Bilder haben mich gereizt im Internet nachzuschauen. War mir nicht bekannt und da es anderen eventuell auch so gehen könnte, hier ein link
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Ordensburg_Vogelsang
Ingrid Wittich
12.007
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 02.02.2011 um 20:40 Uhr
Hallo Herr Herold, danke, aber den Link hatte ich schon unter dem Buchtipp angegeben. Dazu noch einen zweiten vom jetzigen Stand von Vogelsang. 2009 war ich mal dort, habe es aber nur von außen gesehen, Ich möchte gerne irgendwann eine offizielle Führung mitmachen.Bekannt ist es vielen wahrscheinlich auch deshalb nicht, weil es bis zur Rückgabe 2005 für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war.
Peter Herold
14.248
Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.02.2011 um 09:11 Uhr
Sorry, aber da habe ich mal wieder ohne Brille und Verstand gearbeitet. Aber, doppelt genäht hält besser ;-)
Auf jeden Fall danke für den Beitrag, denn ich wusste von Vogelsang bisher nichts.
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von:  Ingrid Wittich

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Interessensgebiet: Mücke
Ingrid Wittich
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