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Kreuzfahrt Spitzbergen – Island – Grönland: Landausflug Golden Circle, Island

Reykjavik
Reykjavik
Mücke | In Islands Hauptstadt Reykjavik startete der Ganztagesausflug „ Gullfoss – Geysir – Thingvellir“. Auf dem sogenannten „Golden Circle“, der Goldenen Rundfahrt, kann man an 1 Tag die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel besuchen. Unser erstes Ziel war Hveragerði, 40 km östlich von Reykjavik, ca. 2100 Einwohner. Mitten im Ort finden sich zahlreiche heiße Quellen. Die Gegend gehört zu einem vulkanischen Hochtemperaturgebiet. Wegen der vielen Gewächshäuser, die mit Erdwärme beheizt werden, gilt Hveragerði als „Gartenstadt“ Islands und logischerweise hat hier die staatliche Gartenbauschule ihren Sitz. Auf ca. 14 ha Fläche werden in den Glashäusern Bananen, Tomaten, Gurken, Orangen und andere Südfrüchte sowie tropische Blumen gezüchtet. Wir konnten uns in einem der schönen Häuser kurz umsehen und fühlten uns wie in einem botanischen Garten
Weiter zum nächsten markanten Punkt, dem 3000 Jahre alten Kratersee des erloschenen Vulkans Kerið. Er ist 55 m tief, kreisrund und erinnert an die Maare der Eifel. Allerdings sind die von grüner Vegetation umgeben.
Das leider unvermeidliche Mittagessen gab es um 12 Uhr im Geysir
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Hotels nahe dem Haukadalur Tal , das mit seinen vielen heißen Quellen und Geysiren zu den Hauptattraktionen der Goldenen Rundfahrt zählt. Dieses Thermalgebiet ist ein phantastisches Erlebnis. Nahe dem Großen Geysir, den wir nicht erlebten, weil er nur noch selten ausbricht, schießt aus dem kleineren Strokkur (dt. Butterfass) regelmäßig alle 5 - 10 Minuten eine 20 bis 30 Meter hohe Fontäne aus Dampf und kochend heißem Wasser in die Höhe. Daneben gibt es noch eine Vielzahl weitere vor sich hin dampfende heiße „Töpfe“. Überall standen Leute mit schussbereiter Kamera rum. Mitunter musste man seinen eingenommenen Platz vehement verteidigen.
Und weiter im Bus über den Golden Circle zum Gullfoss, dem großen Wasserfall, der über zwei Felsstufen, die im rechten Winkel zueinanderstehen, in die Tiefe rauscht und den immer ein schöner Regenbogen schmückt. Fast immer. Oder jedenfalls immer dann, wenn die Sonne raus kommt. Und sie kam raus, mehr und mehr, die nördliche Sonne, die so unwahrscheinlich klar leuchtet. Wonderful! In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wollte eine englische Firma das Gelände kaufen und für die Stromgewinnung einen Staudamm und ein Kraftwerk errichten. Damit wäre das Schicksal dieses einmaligen Naturwunders
Troll im Gewächshaus
Troll im Gewächshaus
besiegelt gewesen. Sigríður Tómasdóttir, eine der ersten Umweltschützerinnen, kämpfte mit allen juristischen Mitteln für den Erhalt des Wasserfalles und erst als sie drohte, sich in die Fluten zu stürzen, ließen die Briten ab von ihrem Vorhaben. Der Staat kaufte das Areal und der Wasserfall blieb erhalten. Eine Gedenktafel erinnert an die mutige Isländerin.
Der letzte Ausflugsstopp war im Nationalpark Thingvellir (isl. Þingvellir). Hier vereint sich eindrucksvoll Geologie mit Geschichte. Geschichte, weil hier erstmals im Jahr 930 das Althing zusammentrat, das älteste demokratisch gewählte Parlament. Am 17. Juni 1944 wurde hier die Republik Island ausgerufen und deren Fünfzigjahrfeier 1994 fand auch hier statt. Geologie, weil genau an diesem Platz das Auseinanderdriften der nordamerikanischen und europäischen tektonischen Platte deutlich an Felsspalten und Rissen zu erkennen ist. Zum Nationalpark gehört auch der größte Binnensee des Landes, der 83 Quadratkilometer große und bis zu 114 m tiefe Thingvallavatn (isl.Þingvallavatn). Einfach großartig diese Landschaft im strahlenden Sonnenschein.
Wir fuhren zurück nach Reykjavik, der am nördlichsten gelegenen Hauptstadt der Welt. Mit gut 117.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt des Landes. Es gibt eine Universität, Hochschulen, Theater, Museen und andere Kultureinrichtungen. Die Hallgrimskirkja mit ihrem markanten Turm ist ein Wahrzeichen der Stadt. Die Form soll Basaltfelsen symbolisieren. Die Stadtrundfahrt war leider etwas kurz, da beim letzten Stopp einige Leute die Zeit vergessen hatten. Wir fuhren aber zu „Perlan“, dem Warmwasserspeicher, der 1991 eröffnet wurde. Die Tanks versorgen Reykjavik mit warmem Wasser und beheizen Straßen und Gehwege. Unter der Glaskuppel sind Geschäfte, ein Restaurant und ein Museum. Von der Außenterrasse hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt. Allerdings riss einem der heftige Wind fast die Haare vom Kopf. Das waren wohl schon die Vorboten dessen, was uns in den nächsten Tagen erwartete.
26. Juli 2004

Reykjavik
Troll im Gewächshaus
6
Kratersee des erloschenen Vulkans Kerið
Thermalgebiet im Haukadalur Tal
heiße Quelle
der Strokkur bricht aus
Strokkur
Spazierweg zum Gullfoss
1
3
am Thingvellir
Große Spalte am Thingvellir
im Hintergrund der See Thingvallavatn

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Kommentare zum Beitrag

Norbert Fust
2.915
Norbert Fust aus Gießen schrieb am 28.02.2010 um 12:40 Uhr
Ein sehr informativer Reisebericht, der Lust weckt, auch einmal dies nördlichen Gegenden zu bereisen.
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 28.02.2010 um 23:05 Uhr
Liebe Ingrid, wunderbare Aufnahmen von einer sehr schönen Landschaft und ein sehr interessanter Bericht...
lg. Doris
Ingrid Wittich
19.962
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 22.08.2012 um 12:43 Uhr
Ja , das kann ich nur bestätigen. Ich würde auch sehr gerne noch einmal hinfahren, um noch etwas mehr zu sehen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Ingrid Wittich

von:  Ingrid Wittich

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