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Von Istanbul nach Kiew – 3. bis 17. Juli 2009, Teil 3: Sewastopol

Begrüßung im Hafen
Begrüßung im Hafen
Mücke | Am 8. Reisetag erreichten wir gegen 9.00 Uhr die „Heldenstadt“ Sewastopol. Der Titel Heldenstadt wurde in der Sowjetunion an Städte verliehen, die sich im 2. Weltkrieg besonders vehement der deutschen Wehrmacht entgegenstellten. Trotzdem wurde die Stadt damals fast vollständig zerstört wie schon einmal während des Krimkrieges 1853 – 1856.
1954 verschenkte der damalige Generalsekretär der KPdSU, Nikita Chruschtschow, die Halbinsel Krim an die ukrainische Sowjetrepublik. Dies war kein Problem solange die Sowjetunion existierte. Als sie aber 1991 auseinanderbrach wurde die Krim mit Sewastopol der Ukraine zugeteilt. Russland aber wollte den Heimathafen der sowjetischen Schwarzmeerflotte behalten und auch die Bewohner und Politiker von Sewastopol wollten weiterhin zu Russland gehören. Der Flottenvertrag von 1997 erlaubt der russischen Marine bis 2017 zu bleiben, wofür Russland sehr viel Geld zahlt und bei einer Verlängerung mit moderaten Gaspreisen winkt. Der Konflikt ist längst nicht gelöst, im Augenblick nur entschärft. Erwähnenswert ist auch, dass Sewastopol bis Anfang der Neunziger Jahre eine „geschlossene“ Stadt war, in die selbst Krimbewohner nur mit Passierschein ein- und ausreisen durften. Bei „geschlossenen“ Orten handelte es sich meist um militärische Stützpunkte u.a. Heute ist die Stadt frei zugänglich auch für Touristen.
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Wir Passagiere hatten am Morgen eine Stadtführung. Die erklärende Dame, eine Russin, zeigte meiner Gruppe als erstes das Panorama-Museum, einen Rundbau auf einem einstigen „Festungshügel“, der der Verteidigung der Stadt diente. Auf einem 100 m langen und 14 m hohen Kolossalgemälde, das die gesamte Fläche der Innenwand des Gebäudes einnimmt, stellte der Maler F. A. Roubaud den Morgen des 6. Juni 1855 dar, den Tag, an dem die russischen Verteidiger der Stadt die englischen und französischen Truppen ein letztes Mal zurückschlagen konnten, bevor sie endgültig geschlagen wurden. Das Rundgebäude mit dem Original-Panorama wurde 1942 zerstört. 1954 wurde das im Auftrag Moskaus neu gemalte Bild im restaurierten Museum wiedereröffnet.
Wir sahen weitere Denkmäler in der Stadt (es soll ca. 2000 geben), die Wladimir Kathedrale und mehr. Zum Mittagessen waren wir zurück auf dem Schiff. Nach nur einer kurzen Verschnaufpause auf zum Fakultativausflug nach Bachtschissaraj, der einstigen Hauptstadt der Krimtataren. Während der 1stündigen Fahrt zur Residenz der Krim-Khane, so kurz nach der Atzung, verschliefen die meisten Leute, auch ich, die Erläuterungen der Reiseleiterin. Aber man kann es ja nachlesen z.B. hier: http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_721543715/Krimtataren.html
Nach dem Abendessen mussten wir alle gleich wieder los zu einem Konzert des Chores der traditionsreichen Schwarzmeerflotte. Super! Danach waren wir geschafft. Jeden Tag so viel Programm bei dieser Hitze, das ist fast zu viel. Um Mitternacht lief die Koschevoj wieder aus, Richtung Jalta.
Fortsetzung: http://www.giessener-zeitung.de/muecke/beitrag/16998/von-istanbul-nach-kiew-3-bis-17-juli-2009-teil-4-jalta/

Begrüßung im Hafen
Panorama-Museum
Modell einer Kanone aus dem Krimkrieg
Wladimir-Kathedrale
"Denkmal zur Erinnerung an die heldenhafte Verteidigung"
Grafskaja Anlegestelle
Palast der Krim-Khane in Bachtschissaraj
Harem im Khan-Palast
fast wie ein Märchen aus 1001 Nacht
Friedhof der Khane
Tataren-"Mall"
Konzert des Chores der Schwarzmeerflotte

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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
26.308
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.08.2009 um 18:47 Uhr
Ganz schön beeindruckend was Sie gesehen und auch geleistet haben. Ich kann mir vorstellen, dass das Ganze anstrengend war. Sehr schön nachzulesen und mit den Bildern unterstützt.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Ingrid Wittich

von:  Ingrid Wittich

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Ingrid Wittich
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