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Lesehalbzeit Juni 2020

Mücke | Wirkliche Highlights hatte ich bisher nicht im Juni. Vielleicht noch am ehesten Marlenes Geheimnis von Brigitte Riebe, eine auf 2 Zeitebenen erzählte Familiengeschichte. Die junge Nane fährt zur Beisetzung ihrer verstorbenen Großmutter Eva an den Bodensee und nimmt sich anschließend wegen beruflichem Burnout eine Auszeit bei ihrer Tante Marlene. Evas Tagebuch führt Nane zurück in die Zeit, die die gutsituierte Familie in Reichenberg, dem heutigen Liberec, im Sudetenland verbrachte. Das Leben dort vor und während des Zweiten Weltkrieges, sowie die Vertreibung mit allen Grausamkeiten und Schrecken sind eindrucksvoll und berührend geschildert. Ebenso die Probleme, die Eva und Tochter Marlene hatten, bis sie in ihrem neuen Zuhause am See respektiert wurden. Die Gegenwartsgeschichte um Nane ist m.E. nicht so gut gelungen und etwas trivial. Dass die junge Frau gleich beim ersten Zusammentreffen mit Martin den bösen Buben erkennt, während Marlene schon jahrelang mit dem Man arbeitet, na ja, das überzeugte mich nicht. Ansonsten gut geschrieben, flüssig zu lesen und ein bisschen Geschichtsunterricht schadet nicht.
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Wenn es Nacht wird am Lago Maggiore von Bruno Varese ist ein netter Urlaubskrimi, den man einpacken sollte, wenn man an die oberitalienischen Seen fahren will. Der ehemalige Polizeipsychologe Matteo Basso, der inzwischen die Macelleria seiner Eltern in Cannobio führt, wird beim Filmfestival in Locarno in einen Mord verwickelt. Die Aufklärung führt in auch an den Comer See.
Birand Bingül hat einen in der Krimiszene neuen Ermittler geschaffen, den PR-Manager Mats Holm, auch „Master of Desaster“ genannt. Zusammen mit seiner Partnerin Laura wird er gerufen, wenn es in einer Firma mehr als nur hakt und sie vor einem medialen Absturz steht. In Riskante Manöver geht es um eine Pharmafirma. Nach der Einnahme eines neuen Medikamentes speziell für Kinder werden Erkrankungen gemeldet und später sogar ein Todesfall. Ein brisantes Thema. Die Einblicke in die Arbeit der Pharmaindustrie, die wir als Leser vermittelt bekommen, sind mehr als beunruhigend. Gefälschte Studien Schmiergelder, Medikamententests in Drittländer …
In Riskante Rezepte soll Holm die Reputation einer Sterneköchin retten, in deren Restaurant ein Mann beim Essen stirbt. Ein wahres Horrorszenario, das von sämtlichen Medien gnadenlos ausgeschlachtet wird. Kein kulinarischer Krimi, obwohl sich die Protagonisten oft in Küchen aufhalten. Es geht um Neid, Missgunst und knallharte Geschäfte bei Werbeverträgen, Fernsehaufritten, Kochbüchern und mehr.
Eine Geschichte hinter den Geschichten in beiden Büchern ist das Verhältnis von Mats Holm zu seiner Tochter Liv. Und nur weil ich wissen will will, wie sich das weiter entwickelt, werde ich den mit Sicherheit kommenden 3. Teil der Reihe lesen. Obwohl auch die behandelten Fälle interessant waren.

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Kommentare zum Beitrag

Margrit Jacobsen
8.923
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 15.06.2020 um 12:30 Uhr
Wie immer, erfreut über deine Empfehlungen oder Hinweise, und auch, wie immer, es bleibt erstaunlich, welche Anzahl Bücher du "verschlingst".
Ingrid Wittich
20.936
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 15.06.2020 um 16:23 Uhr
Corona macht's möglich.
Stefan Walther
4.848
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.06.2020 um 07:16 Uhr
Danke für die Tipps, sooo schlecht klingt das doch alles nicht.
Zuletzt von mir gelesen und aus meiner Sicht auch zu empfehlen:
"Unter blutrotem Himmel" von Mark Sullivan
Ingrid Wittich
20.936
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 16.06.2020 um 12:06 Uhr
Habe es gegoogelt. Klingt interessant. Danke für den Hinweis.
Hallo Lieber Leser
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von:  Ingrid Wittich

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Interessensgebiet: Mücke
Ingrid Wittich
20.936
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